Satan singt man keine Lieder, Dem

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Bewertung
*****
Originaltitel
The Prowler
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1951
Darsteller

Van Heflin, Evelyn Keyes, John Maxwell, Katherine Warren, Emerson Treacy

Regie
Joseph Losey
Farbe
s/w
Laufzeit
92 min
Bildformat
Vollbild
 

 

Dem Satan singt man keine Lieder-Poster-web1.jpg Bild Bild Dem Satan singt man keine Lieder-Poster-web4.jpg
© United Artists Corporation
 
Los Angeles, Kalifornien: Eines Abends entdeckt Susan Gilvray (Evelyn Keyes) vor ihrem Schlafzimmerfenster einen Voyeur und alarmiert die Polizei. Ein Streifenwagen fährt vor; die Polzisten Webb Garwood (Van Heflin) und Charles „Bud“ Crocker (John Maxwell) untersuchen den Vorfall, finden jedoch keine Spuren. Webb Garwood zeigt sich gegenüber seinem Kollegen Bud sowohl von der Frau als auch dem luxuriösen Haus im spanischen Stil beeindruckt. Später am Abend kehrt er auf dem Weg nach Haus nochmals zu der Adresse zurück. Unter dem Vorwand, sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen, lässt er sich auf einen Kaffee einladen. Dabei erfährt er, dass Susan aus dem gleichen Ort in Indiana stammt wie er selbst und ihn aus seiner aktiven Zeit als Baseballspieler kennt. Verheiratet mit dem Rundfunkmoderator John Gilvray (Sherry Hall), dessen Programm auch Webb hört und schätzt, ist Susan oft allein Zuhause. Webb und Susan vereinbaren, sich ab und zu abends zu treffen - zwei aus der Kleinstadt in der Metropole Kaliforniens. Doch Garwoods Absichten sind keinesfalls harmlos, hat er die Leere in Susans Herzen doch schnell ausfindig gemacht…
 
Der französische Regisseur Bertrand Tavernier (Der Uhrmacher von St. Paul, FRA 1974) ist der Auffassung, dass Dem Satan singt man keine Lieder zu den 10 besten Film Noirs der klassischen Ära zu rechnen sei. Eddie Muller, selbst Autor und Gründer der Film Noir Foundation, resümiert:“Van Heflin is the most underrated actor in Hollywood”. Beides trifft zu. Joseph Loseys vierter Spielfilm und sein vorletzter in den USA, bevor er noch im gleichen Jahr mit Berufsverbot belegt wurde und seine Heimat verließ, ist nichts weniger als ein Meisterwerk. Der Film Noir hatte in den USA der Spätvierziger seinen Höhepunkt erreicht und ihn im erzkonservativen Klima der sogenannten McCarthy-Ära nunmehr überschritten. Drehbuchautor Dalton Trumbo war bereits „blacklisted“ und konnte sein Skript zu Dem Satan singt man keine Lieder nur unter anderem Namen, Hugo Butler, beisteuern. Die unabhängige Produktionsfirma Horizon Pictures gehörte zu Teilen John Huston und produzierte 1951 auch dessen African Queen mit Humphrey Bogart. Die schillernde Evelyn Keyes (Vom Winde verweht, USA 1939) war mit 35 Jahren dreifach geschieden und ebenso John Hustons ex-Frau wie diejenige von Regisseur Charles Vidor (Gilda, USA 1946). Regieassistent des Films war niemand sonst als der schon bald selbst hoch angesehene Robert Aldrich (Rattennest, USA 1955).
 
Bild Bild Bild
© United Artists Corporation
 
In dem Film Noir Dem Satan singt man keine Lieder wird Van Heflin zur Inkarnation eines abgründigen Film-Noir-Protagonisten, dessen Sozialneid und enthemmte Gier die Triebfeder eines tragischen Schicksals sind. Heflins Schauspiel als Webb Garwood ist in seinen Nuancen so umwerfend, dass man sich fragt, warum dieser fantastische Darsteller nie den Ruf erlangte, der ihm gebührt. Der Film selbst macht keinen Hehl aus seiner Kritik an der bürgerlichen Klassengesellschaft US-amerikanischer Prägung, indem er die im Luxus schwelgende Gattin eines Mannes der Unterhaltungsbranche und einen Sohn des Proletariats, dessen Vater bereits chancenlos im Leben stand, Seite an Seite stellt. Sowohl Dalton Trumbo als auch Joseph Losey waren Mitglieder der kommunistischen Partei und wurden vor das Komitee für unamerikanische (HUAC) zitiert. Trumbo, der für die Verweigerung der Aussage bereits 1947 elf Monate im Gefängnis verbracht hatte, wurde 1960 nicht zuletzt auf Drängen von Kirk Douglas rehabilitiert. Joseph Losey (Die Spur führt ins Nichts, UK 1960) ging lebenslang ins Exil und war bald einer der angesehensten Regisseure Englands. Dem Satan singt man keine Lieder galt über fünfzig Jahre als obskur und wurde erst 2010 von der Film Noir Foundation in Kooperation mit VCI Entertainment, dem UCLA Film & Television Archive und The Stanford Theatre Foundation vollständig restauriert und im Januar 2011 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Maybe the creepiest of classic noirs! A tawdry tale of sexual power relations“, urteilt die Village Voice.
 
Erstklassige Edition als DVD von VCI Entertainment (2010), weltweit abspielbar, bild- und tontechnisch topp, ungekürzt und im Originalformat, Tonspur auf Englisch mit optional englischen Untertiteln, dazu den Kinotrailer, ein Interview mit Bertrand Tavernier, einen Audiokommentar Eddie Mullers und die Dokumentationen The Cost Of Living: Creating The Prowler und On The Prowl: Restoring The Prowler als Extras.
 

Film Noir | 1951 | USA | Joseph Losey | Robert Aldrich | Dalton Trumbo | Arthur C. Miller | John Maxwell | Van Heflin | Evelyn Keyes

Submitted by Rumbi (nicht überprüft) on 14. September 2017 - 20:58

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Immerhin ist mittlerweile "Dem Satan singt man keine Lieder" inklusive deutscher und englischer Tonspur komplett ohne Untertitel und Extras auch hier zu Lande auf DVD (Schröder Media) anscheinend ungekürzt im Originalformat erschienen.

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