Rififi am Karfreitag

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Bewertung
****
Originaltitel
The Long Good Friday
Kategorie
Neo Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1980
Darsteller

Bob Hoskins, Helen Mirren, Paul Freeman, Derek Thompson, Eddie Constantine

Regie
John Mackenzie
Farbe
Farbe
Laufzeit
109 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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London 1980: Harold Shand (Bob Hoskins) ist Patriot und Gangster mit den besten Beziehungen. Bis in Spitzen von Wirtschaft und Stadtregierung reichen seine Verbindungen und ermöglichen es ihm und Gattin Victoria (Helen Mirren), einträglichen und ehrgeizigen Geschäften nachzugehen. Alle profitieren davon. Alle sind zufrieden. Nun möchte Shand seine Laufbahn mit einem Großprojekt krönen. Die verwahrlosten Docklands sollen abgerissen und stattdessen eine Sportarena errichtet werden. Denn London macht sich Hoffnung, Austragungsort der olympischen Spiele zu werden. Allein kann Shand die Finanzmittel dafür nicht aufbringen. So bittet er die New Yorker Mafia in Gestalt von Charlie (Eddie Constantine) um ihre Beteiligung. Am Karfreitag soll auf Shands Luxusyacht bei einer Themsefahrt durch die Docklands der Vertragsabschluss begossen werden. Kaum sind die ehrenwerten Gäste an Bord, wird Shands Londoner Imperium von Explosionen und Attentaten erschüttert...
 
Rififi am Karfreitag ist ein ungemütlicher, brutaler und keine Minute romantischer Film. Er steht in der Tradition englischer Film Noirs wie z.B. Brighton Rock (1947) oder Teuflisches Alibi (1957), in denen die Verquickung von Geschäftsinteressen, Wohlleben und Korruption ganz ungeschönt dargestellt wird. Der Glamour Hollywoods, in fast allen US-Produktionen auch Billy Wilders, Fritz Langs und Otto Premingers zu finden, fehlt vollständig. Niemand ist sympathisch, bestenfalls mit fatalen Folgen ahnungslos, der gewaltsame Tod ist blutig und elend. Unter der Oberfläche selbst gestrickter Ehrbegriffe, unterhalb der Loyalität aus Abhängigkeit, droht der Verrat. Keiner traut dem nächsten, hinter jedem Lächeln verbirgt sich ein doppelter Boden und die allumfassende Korruption mischt Politiker, Geschäftsleute und Verbrecher zur herrschenden Klasse der bürgerlichen Gesellschaft.

 

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© Black Hill Pictures GmbH

Auf den ersten Blick ist Rififi am Karfreitag ein Gangsterfilm – allerdings ohne vordergründige Actioneinlagen. Thematisch bewegt er sich klar im Fahrwasser des Neo Noirs der 70er. Stilistisch trocken, kein wildes Stück Inszenierung, fällt er trotz dessen nicht negativ auf. Alle Schauplätze sind gut gewählt, die Farben so trist wie die Atmosphäre im Ganzen, und nicht mal der Luxus der Apartments, Limousinen und edlen Restaurants verbreitet das mindeste Behagen. Handlung und Auflösung sind schlicht, aber zeitgemäß konsequent. Retrospektiv sieht die Filmkritik in John Mackenzies Neo Noir von 1980 eine Vorwegnahme der britischen Achtziger unter der eisernen Lady Margaret Thatcher. Hervorzuheben ist aber auch das Schauspiel von Bob Hoskins, der den Harold Shand grandios porträtiert und den Film damit deutlich aufwertet.
 
 Die DVD-Edition von Spirit media GmbH bringt das Werk in exquisiter Ausstattung: ungekürzt, mit deutschem und englischem Ton und inklusive Untertitelung, dazu Audiokommentare von Bob Hoskins und Jack Mackenzie plus Kinotrailer als Extras. Eine gelungene Wiederentdeckung!
 

Neo Noir | 1980 | UK | John Mackenzie | Bob Hoskins | Eddie Constantine | Helen Mirren

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