Morgen danach, Der

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Bewertung
****
Originaltitel
The Morning After
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1986
Darsteller

Jane Fonda, Jeff Bridges, Raul Julia, Richard Foronjy, Diane Salinger

Regie
Sidney Lumet
Farbe
Farbe
Laufzeit
98 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Der Morgen danach-Poster-web1.jpg Der Morgen danach-Poster-web5.jpg  Der Morgen danach-Poster-web3.jpg Der Morgen danach-Poster-web4.jpg
© Warner Bros.
 
Die alkoholabhängige ex-Schauspielerin Alexandra Sternbergen (Jane Fonda) wacht eines Morgens in einem fremden Appartment auf und der Fernseher läuft. Neben ihr im Bett liegt ein Mann, dem sie nie begegnet ist. Doch als Bobby Korshack (Geoffrey Scott), Aktfotograf von weiblichen Bodybuildern, tritt er soeben im Fernsehen auf. Unglücklicherweise ist das Bettzeug voller Blut und Korshack, mausetot, hat ein Küchenmesser in der Brust. Alex aber hat keine Erinnerung an die letzte Nacht, wie sie Joaquin Manero (Raul Julia), ihrem Friseur und ex-Mann, am Telefon beichtet. Statt sich der Polizei zu stellen, wie er ihr rät, bekommt sie Panik, und fährt zum Flughafen von Los Angeles, um nach San Francisco zu fliegen. Doch die Flüge sind überbucht und sie gerät erneut in Schwierigkeiten, vor denen sie Reißaus ninmmt, indem sie in ein parkendes Auto springt, das dem ex-Polizisten Turner Kendall (Jeff Bridges) gehört. Der bringt sie in die Stadt zurück, wo er sie vor Korshacks Apartment und Fotostudio absetzt. Alexandra beginnt, die Spuren der letzten Nacht zu verwischen. Plötzlich stellt sie fest, dass sie nicht allein ist…
 
Der Dreh- und Angelpunkt des Films ist die Beziehungslosigkeit und die Beziehungsunfähigkeit von Grund auf einsamer Menschen. In der Hinsicht ist Jane Fondas Rolle wunderbar angelegt und ihr Schauspiel eine Wonne. Jeff Bridges macht das Beste aus einem Charakter, der hierin leider zurücksteht. Allemal sind beide typische Film-Noir-Figuren in einer typischen Film-Noir-Handlung, die jeweils aus Unachtsamkeit und innerer Schwäche begangene Fehler inmitten der Erbarnmungslosigkeit ihrer Wirklichkeit ins Finale treiben. Sidney Lumet, der nicht nur seinen Darstellern exquisite Leistungen abverlangt, bietet stilistisch eine Reihe schöner Reminiszenzen, obgleich der Film über weite Strecken in einem von der Sonne gefluteten Kalifornien spielt, dessen urbane Leere die Figuren noch einsamer wirken lässt, als sie es von sich aus sind.
 
Die Schwäche dieses Neo Noirs ist der Mordfall, der sich als nicht so verklausuliert und komplex motiviert erweist, wie es zu Beginn den Anschein haben soll. Schwach ist auch jene für die Achtziger typische Musik von Pau Chihara und die teils schreckliche Garderobe. Die Stärke des Fims sind seine Figuren, Charaktere wie Darsteller, sofern sie eine glaubwürdige Chemie entwickeln und in einigen Sequenzen über sich hinaus wachsen - Jane Fonda allen voran, die für Der Morgen danach zum siebten und letzten Mal für den Oscar nominiert wurde. Für Cineasten sind trotz eines durchschnittlichen Finales nicht nur die Film-Noir-Bezüge von Interesse sondern auch Kathy Bates und Kathleen Wilhoite in Nebenrollen. Ebenfalls überzeugend ist die Fotografie und das Licht- und Schattenspiel einzelner Szenen - etwa beim Abendessen von Alex und Turner auf der Terrasse ihres Reihenhauses. Alles in allem dennoch ein empfehlenswerter Neo Noir abseits vom Krimi-Mainstream.
 
Die inzwischen leider vergriffene, deutsche DVD-Edition von Warner Bros. Home Video Germany (2006)  bringt den Film in der zu erwartenden exzellenten Qualität, d.h. ungekürzt im Originalformat mit vwahlweise vier verschiedenen Tonspuren (inklusive Deutsch bzw. Englisch) und optional 13 verschiedenen Untertiteln.
 

Neo Noir | 1986 | USA | Sidney Lumet | Jeff Bridges | Jane Fonda | Kathleen Wilhoite

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