Out Of The Fog

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Bewertung
***
Originaltitel
Out Of The Fog
Kategorie
Pre Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1941
Darsteller

Ida Lupino, John Garfield, Thomas Mitchell, Eddie Albert, George Tobias

Regie
Anatole Litvak
Farbe
s/w
Laufzeit
85 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Warner Bros.
 
Der Stadtteil Brooklyn in New York City: Die Dunkelheit eines Winterabends liegt über dem Hafen, wo die Fischerboote vertäut liegen und der elegant gekleidete Harold Goff (John Garfield) einen Steg entlang geht. Ohne zu zögern, setzt er ein kleines Boot in Brand, eilt zurück, bis er sich kurz vor dem Streifenpolizisten Magruder (Robert Homans) verstecken muss, und geht schnurstracks in Caroline’s Fish Grotto, wo er beim Barkeeper Eddie (Leo Gorcey) einen Bourbon bestellt. Das Restaurant ist der Treffpunkt einer Nachbarschaft aus vielen Nationen. Der ewig klagende Geschäftsmann Igor Propotkin (George Tobias) spielt mit einigen Freunden Poker und wartet auf seine Spaghetti, die der Koch Olaf Johnson (John Qualen) ihm zubereitet, nach dessen Boot sich Goff bei Eddie just erkundigt. Da kommt Magruder an die Bar, der Harold Goff misstrauisch beäugt und sich von Eddie Kaffee servieren lässt. Die herrische Caroline Pomponette (Odette Myrtik) stürmt aus der Küche, weil sie Eddie mit dem Kassieren nicht vertraut, sodann staucht sie Olaf zusammen, in den sie zugleich verliebt ist. Letzterer benutzt die Zeit, in der er im Hof die Küchenabfälle leert, um seinem Freund Jonah Goodwin (Thomas Mitchell) in dessen Heißmangelei mitzuteilen, dass sie wegen Caroline mit dem Fischen noch warten müssen. Im gleichen Augenblick stürmt ein Mann (Alec Craig) in die Gaststube und informiert Police Officer Magruder darüber, dass am Pier wieder eins der Fischerboote in Flammen stehe…
 
“All men are created free and equal, so it says in the books. Who am I equal to? Nobody.“ Diese Verfilmung des Theaterstücks The Gentle People (EA 1939) aus der Feder Irwin Shaws trägt deutlich die Zeichen des Film Noirs als eines kommenden Filmstils und ist doch ein unzureichend ausbalancierter Mix unterschiedlicher Genres, die nicht zusammen finden. Mitte der Dreißiger war die große Zeit der sozialkritischen Dramen à la Sackgasse (USA 1937) oder Blinde Wut (USA 1936), in dessen Tradition dieses Werk eindeutig steht. Shaws Botschaft ist antikapitalistisch und antifaschistisch geprägt, aber die Filmproduzenten verlangten gegenüber dem Theaterstück viele Änderungen, die genau das zu verwässern halfen. Der Humor ist ebenso schlecht gealtert wie die teils kleinbürgerlich biederen Charaktere, edle Naturen vom Schlag eines George Watklins (Eddie Albert), den die kratzbürstig divenhafte Stella Goodwin (Ida Lupino) schrecklich langweilig findet, und man kann sie verstehen. Familiendrama oder Gangsterfilm? Heitere Milieustudie oder Melodram? Das Drehbuch aus der Feder eines Trios, an dem u.a. Robert Rossen beteiligt war, wirkt diesbezüglich so unentschlossen wie die Regie. Sehenswert ist von Anbeginn die großartige Kameraarbeit von Oscar-Preisträger James Wong Howe (Der Mann, der zweimal lebte, USA 1966), der über Jahrzehnte hinweg zu den besten seiner Zunft gerechnet werden darf. Er veredelt den fast nur des Nachts spielenden Out Of The Fog mit vielen denkwürdigen Einstellungen, die zur sinistren, düsteren Atmosphäre des Dramas beitragen.
 
 
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© Warner Bros.
 
Not even John Garfield as the cheap protection racketeer and Ida Lupino as the ‘ordinary’ girl to Garlfield’s homme-fatale, can save the enterprise”, schreibt Tony D’Ambra für FilmsNoir.Net, der dem Werk ebenfalls kein gutes Zeugnis ausstellt. De facto sind Garfield und Lupino, zwei hoch talentierte Darsteller ihrer Zeit, sogar ein Teil des Problems. Beide geben ihrem Affen Zucker und rutschen wiederholt ins Over-Acting ab, was besonders mit Blick auf den Schmalspurganoven Howard Goff bald richtig nervt. Eine Schlüsselszene, die zum Finale führt und an der auch Thomas Mitchell und John Qualen beteiligt sind, erweist sich als lachhaft unglaubwürdig und zwar genau deshalb. Ida Lupino hatte in Nachts unterwegs (USA 1940) und in Entscheidung in der Sierra (USA 1941) mit Humphrey Bogart gearbeitet, doch die beiden mochten sich nicht. Für die Rolle Howard Goffs war ursprünglich Bogart vorgesehen, doch Lupino erwirkte, dass man an seiner Stelle John Garfield nahm, den sie von Der Seewolf (USA 1941) kannte. Bogart beschwerte sich, doch verhalfen ihm Die Spur des Falken / Der Malteser Falke (USA 1941) und Casablanca (USA 1942) zum Durchbruch, indessen der hausbackene Out Of The Fog verhaltene Kritiken erhielt und an der Kinokasse floppte. Ida Lupino blieb noch fünf Jahre bei Warner Bros., doch keiner ihrer Filme hinterließ einen bleibenden Eindruck, sie erwiesen sich ähnlich wie im Fall Veronica Lakes (Die Narbenhand, USA 1942) als Serie falscher Entscheidungen. Für John Garfield ging es ab Tay Garnetts Im Netz der Leidenschaften / Die Rechnung ohne den Wirt (USA 1946) wieder aufwärts. Bis zu seinem tragischen Tod im Jahr 1952 wirkte er in vielen Film-Noir-Klassikern mit und zeigte sich dort als versierter Charakterdarsteller. In Deutschland lief Out Of The Fog unter dem Titel Ufer im Nebel erstmals 1963 im Fernsehen.
 
Eine US-amerikanische DVD-R-Edition (2010) in der Warner Archive Collection (codefree, also weltweit abspielbar) bringt den Film ungekürzt und im Originalformat, bild- und tontechnisch restauriert mit englischem Originalton, allerdings ohne Untertitel und ohne Extras.
 

Pre Noir | 1941 | USA | Anatole Litvak | Robert Rossen | James Wong Howe | Charles Drake | John Garfield | Paul Harvey | Thomas Mitchell | Ida Lupino

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