Crooked Web, The

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Bewertung
***
Originaltitel
The Crooked Web
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1955
Darsteller

Frank Lovejoy, Mari Blanchard, Richard Denning, John Mylong, Harry Lauter

Regie
Nathan Juran
Farbe
s/w
Laufzeit
77 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Columbia Pictures Corporation
 
Stanley E. Fabian (Frank Lovejoy) ist der Besitzer von Stan’s Drive-In in einem Vorort von Los Angeles und seine Kellnerin Joanie Daniel (Mari Blanchard) ist zugleich seine Freundin. Als Stanley heute telefonisch eine Pferdewette platziert hat, fährt ein Cabriolet vor, dessen Besitzer ungeduldig auf die Hupe drückt. Es ist Joanies Bruder Frank (Richard Denning). Er befindet sich auf dem Weg nach Chicago und will zuvor noch bei seiner Schwester vorbeischauen. Die ist wenig begeistert von seinem Erscheinen, befürchtet sie doch, dass Frank sie anpumpen will. Doch Stanley, der Frank heute überhaupt erst kennenlernt, lädt beide zum Abendessen ein. Im Lokal macht sich Joanie auf Kosten ihres Bruders Frank lustig, der für sein „Geschäft“ in Chicago 3000 US-Dollar Startkaptal benötigt. Zudem ist sie bald betrunken und Stanley hat alle Hände voll zu tun, die Situation unter Kontrolle zu halten. Aber bevor sie miteinander tanzen, macht Joanie klar, dass sie auch einen Mann, der einen Gutteil seine Geldes beim Pferderennen lässt, nicht heiraten wolle, denn neben Haus und Familie träumt sie von mehr Sicherheit… Als Stanley in der Nacht Frank in sein Motel fährt, lässt er ihn wissen, dass ihn Joanie ins Geschäft eingeweiht habe. Es gehe um einen Goldschatz im Wert von 200.000 US-Dollar, den Frank Daniel während des Krieges in Frankfurt am Main versteckt habe und den er mithilfe des geliehenen Geldes für die Reise bergen wolle. Allerdings hat Frank in Chicago mit Ramon Torres (Steven Ritch) noch einen Partner…
 
Zwischen 1950 und 1955, nachdem er sich an der Seite Humphrey Bogarts in Nicholas Rays Film Noir Ein einsamer Ort (1950) für solche profiliert hatte, war Frank Lovejoy in einigen Hauptrollen zu sehen. Unter ihnen waren großartige Portraits wie dasjenige des Verlierers Howard Tyler in Cyril Endfields Aufruhr in Santa Sierra (1950) oder das des Wochenendurlaubers Gilbert Bowen in Ida Lupinos The Hitch-Hiker (1953). Zugleich trat er in banalen Manifesten antikommunistischer Propaganda wie in Ich war FBI-Mann M.C. (1950) oder in Kriegsfilmen wie Feuerschutz für Stoßtrupp Berta (1952) in Erscheinung. The Crooked Web ist ein B-Film der Clover Productions und zeigt Frank Lovejoy, der 1962 im Alter von 50 Jahren starb, schon ziemlich am Ende seiner Hollywoodkarriere, bevor er für weitere 7 Jahre großteils noch in Fernsehrollen zu sehen war. Dennoch bietet eingangs sowohl die Geschichte als auch das Trio der Hauptdarsteller – neben Frank Lovejoy noch Mari Blanchard und Richard Denning – eine dynamische und mit einigen Überraschungen gespickte Mixtur aus Kriminaldrama und Film Noir.
 
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“Listen, cupid, what makes you think I’m ready for a honeymoon?“ Die Ausstattung ist sichtbar billig, die Regie ist ohne Charakteristik und die Kameraarbeit ist nur vereinzelt bemerkenswert. Die Darsteller sind durchweg solide, aber nach den ersten 27 Minuten hat das Drehbuch sein Pulver verschossen. Was bis dahin mit verblüffenden Wendungen, die erst die Überraschung und dann die Erklärung liefern, mehr als ein Standard-B-Film zu sein verspricht, verliert sich mehr und mehr im Einerlei der Verbrecherhatz in Diensten des FBI, wo es im Übrigen so kuschelig zugeht wie in einem Welpennest. In den folgenden 50 Minuten wird die überaus dünne Handlung durch redundante Szenen mehr und mehr gestreckt. Der Zuschauer ist in alles eingeweiht und wartet vergeblich auf etwas, das dem Tempo der Entwicklungen im ersten Drittel nahekäme. Wer ihn einzig noch bei der Stange hält, ist Mari Blanchard als überhöhte Femme fatale Joanie Daniel, eine nahe an der Karrikatur platzierte Figur - so wie Arlene Dahl als Dorothy Lyons in Allan Dwans Film Noir Straße des Verbrechens aus dem gleichen Jahr. Mari Blanchard rettet diesen Film mit seiner im letzten Drittel beinhahe ins Lächerliche abgleitenden Handlung vor dem Niedergang. Alles in allem ist The Crooked Web ein gerade noch im Mittelmaß befindlicher Spät-Noir, der seine Schauspieler und eine viel versprechende Ausgangslage zuletzt verschwendet. Damit ist er typisch für den Film Noir am Ende der McCarthy-Ära, die mit biederem Patriotismus und eindimensionalen Gutmenschen als „Helden“ der US-Gesellschaft solchen Gaul schlicht totgeritten hat. Fazit: Lohnt sich nicht einmal für den Hardcore-Fan oder den manischen Cineasten, da gibt es weit Besseres!
 
The Crooked Web wurde nur in den USA als DVD-R (2012) von Sony Pictures in deren Serie Sony Choice Collection veröffentlicht und zwar im (trotz unübersehbar schmalen Budgets) originalen Widescreen-Format (1.85:1), d.h. bildtechnisch exzellent mit englischem Ton, keine Untertitel, und ungekürzt, allerdings ohne jegliche Extras, wie es für diese Art hemmungslos überteuerter Archiv-Serien auf DVD-R typisch ist.
 

Film Noir | 1955 | USA | Nathan Juran | Frank Lovejoy | Richard Denning | Steven Ritch | Vince Barnett

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