Escape In The Fog

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Bewertung
**
Originaltitel
Escape In The Fog
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1945
Darsteller

Otto Kruger, Nina Foch, William Wright, Konstantin Shayne, Ivan Triesault

Regie
Budd Boetticher
Farbe
s/w
Laufzeit
63 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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© Columbia Pictures Corporation

San Francisco, Kalifornien: Die kürzlich noch im Krieg als Krankenschwester tätige Eileen Carr (Nina Foch) läuft des Nachts im Nebel über die San Francisco Bay Bridge. Sie sieht auf ihre Armanduhr, es ist nach halb elf, und blickt übers Geländer in die von Schwaden verhüllte Tiefe, aus der der Klang eines Nebelhorns heraufdringt.  Plötzlich wird sie von einer Männerstimme angesprochen, die wissen möchte, ob sie auf jemanden warte. Eileen erschrickt, aber es ist ein Polizist (Robert B. Williams), der sie darauf hinweist, dass dies nicht der beste Ort für einen nächtlichen Spaziergang sei, wenn man nicht schlafen könne. Er bietet ihr an, Sie nach Hause zu geleiten, aber Eileen lehnt ab, und so geht er weiter. Plötzlich kommt ein Taxi angefahren und hält direkt neben ihr. Drei Männer stürzen heraus. Einer von ihnen (Noel Cravat) hält plötzlich ein Messer über denjenigen (William Wright), den sie zu zweit zu Boden ringen mussten, als Eileen zu schreien beginnt… Im ländlichen Ye Rustic Dell Inn schreit eine Frau im Schlaf, und mehrere Hotelgäste eilen herbei, um die von einem Alptraum geplagte Eileen Carr, die nach dem traumatischen Erlebnis des Bombardements ihres Lazarettschiffs zur Erholung in dem Landgasthof weilt, wieder zu beruhigen. Mr. Boggs (Harrison Greene), den Ms. Carr bereits kennenlernte, stellt ihr Barry Malcolm vor, der mit ihm zusammen ihre Zimmertür aufbrach. Eileen erkennt in ihm das potentielle Mordopfer ihres Alptraums auf der nächtlichen Brücke, wie sie ihm beim Frühstück auf der Terrasse mitteilt…

 

“Escape In The Fog (…) follows a derivative path through the thriller genre, wholly dripping with wartime cinema tropes”, schreibt Matt Papprocki für DoBlu.com, und es stimmt. Sogar für eine Laufzeit von lediglich 63 Minuten ist dieses Werk furchtbar langatmig und banal. Nun ist klar, dass auch andere während der Zeit des Zweiten Weltkrieges gedrehte Werke des Film Noirs, darin Geheimdienste und deren Methoden der Spionage eine Rolle spielen, Gefahr laufen heute bestenfalls historischen Wert zu haben. Indessen jedoch Journey Into Fear (USA 1943) oder The Fallen Sparrow (USA 1943) auch als Thriller funktionieren und dank ihrer Dramaturgie, wegen ihrer Drehorte und Kameraarbeit oder auch aufgrund der beteiligten Darsteller sogar ein heutiges Publikum begeistern können, bleibt Escape In The Fog von A bis Z hanebüchen und ist obendrein unsäglich dröge. Ein US-Agent soll eine wasserdicht (?) verschlossene Depesche, darin im Untergrund gegen das mit den USA im Krieg befindliche Japan tätige, chinesische Widerstandskämpfer mit Namen genannt werden, per U-Boot (?) nach Hongkong bringen und sich dabei von niemandem erwischen lassen, weshalb er auch mit seinem Vorgesetzten, Paul Devon (Otto Kruger), nach Aushändigung des Dokuments nicht mehr in Kontakt treten darf (?) und so weiter... Wem allein das schon wirr und abstrus anmutet, darf sich auf einiges gefasst machen, was die Rolle der Krankenschwester Eileen Carr betrifft, die mit Barry Malcolm, dem Agenten auf dem Sprung nach Hongkong, nicht nur im Handumdrehen liiert ist, sondern aufgrund ihrer Alpträume auch mit der Zukunft in Verbindung zu stehen scheint. Aber nicht nur die Handlung (weitere Details lasse ich lieber außen vor) ist weit jenseits von Gut und Böse, auch die Schauspielkunst Nina Fochs und William Wrights konnte mich an keiner Stelle überzeugen.

 

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© Columbia Pictures Corporation

“I fight with a weapon that hits much harder than bullets. Words! The right ones. Like the words I’m trying to find to impress you.” – “Ooooah, propaganda!” Beizeiten ist schmerzhaft, solchen Dialogen zuzuhören, die schlicht miserabel sind. Der in England gebürtige Drehbuchautor Aubrey Wisberg verfasste in den 40er und 50er Jahren massenweise Skripts für B-Poduktionen und Fernsehserien - sein letztes Machwerk wurde Herkules in New York (USA 1970) mit Arnold Schwarzenegger. Fairerweise muss ich anmerken, dass die meisten Nebendarsteller gut bis sehr gut agieren – Ivan Triesault, Konstantin Shayne, Ernie Adams und auch Otto Kruger, der im Vorspann zwar zuerst genannt wird und de facto nur in einer Nebenrolle zu sehen ist, geben ihr Bestes und können diesen Unfug, der inzwischen in einer hochwertig restaurierten Fassung sogar zwei Blu-ray-Editionen (eine mit insgesamt 6 und die andere mit 9 Filmwerken) namens Columbia Noir #1 und Noir Archive Volume 1: 1944-1954 bereichert, leider nicht retten. Nina Foch zeigte acht Monate später, im November 1945, in Joseph H. Lewis‘ Film Noir My Name Is Julia Ross (USA 1945), dass sie mit einem besseren Drehbuch auch selbst zu besseren Leistungen in der Lage war. Escape In The Fog kann man sich getrost sparen. Das beste an diesem Werk ist sein Titel.

 

Die erste Veröffentlichung auf DVD (2012) erschien in der Choice Collection von Sony Pictures Entertainment mit dem Film ungekürzt im Originalformat, dazu die englische Originaltonspur ohne Untertitel und ohne Extras, bild- und tontechnisch allemal gut. Es folgte via Kit Parker Films die Blu-ray-Box Noir Archive Volume 1: 1944-1954 (2019) mit einer technisch exzellenten HD-Fassung, ebenfalls ungekürzt und im Originalformat, diesmal mit englischen Untertiteln, andere Extras gibt es allerdings nicht. Nur ein Jahr später veröffentlichte Powerhouse Films seine 6-BD-Box namens Columbia Noir #1 mit dem Film in eben der gleichen HD-Fassung inklusive der Untertitel, allerdings mit einem 120-seitigen Booklet, das auch Escape In The Fog einen Essay widmet.

 

Film Noir | 1945 | USA | Budd Boetticher | Ivan Triesault | Otto Kruger | Nina Foch | Shelley Winters

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