Martin Kane, Private Eye

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Bewertung
**
Originaltitel
Martin Kane, Private Eye
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1949
Darsteller

William Gargan, Lloyd Nolan, Lee Tracy, Mark Stevens, Faith Brook

Regie
Frank Burns, Edgar C. Kahn, A. Edward Sutherland, Peter Maxwell
Farbe
s/w
Laufzeit
ca. 4375 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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New York: Es ist spät am Abend, als Ace Phillips (William Free) in der Nachtbar von Eddie (Gene O’Donnell) als letzter Gast am Tresen sitzt und mit jenem gemeinsam im Fernsehen ein Eishockeyspiel verfolgt. Phillips ist vollkommen betrunken, aber selbst Eishockeyprofi bei den Ramblers, der Mannschaft von Pop Wagner (Frank M. Thomas). Am kommenden Abend hat auch er ein wichtiges Spiel vor sich. So zögert Eddie, als Ace, der kaum noch sprechen kann, einen weiteren Drink verlangt, gibt aber schließlich nach. In diesem Moment kommt Ching Murdock (Mark Dawson) zur Tür herein und erinnert Ace seinerseits unsanft an das bevorstehende Spiel. Ace Phillips bleibt uneinsichtig, und als Murdock ihn vom Barhocker zu zerren versucht, schlägt Ace seinen Mitspieler brutal nieder. Bevor Eddie, der sich um den bewusstlos am Boden liegenden Murdock kümmert, ihn daran hindern kann, rennt Ace schnurstracks auf die Straße… Privatdetektiv Martin Kane (William Gargan) sitzt an seinem Schreibtisch und stopft sich die Pfeife, indessen er Elaine Bryser (Marcia Henderson), Pop Wagners Sekretärin, zuhört, die ihn wegen des plötzlichen Verschwindens von Ace Phillips aufsucht. Jener war heute Morgen nicht im Hotel und ist seither auch nicht wiederaufgetaucht. Die Ramblers, merkt Kane gegenüber der jungen Frau an, seien finanziell ja in einer prekären Situation, so höre man. In dem Augenblick betritt Thistles MacDonald (Kirk Brown) das Büro und bestätigt Kanes Annahme und auch die Bedeutung von Ace Phillips…

 

“Too bad photographers aren't around to catch Mr. Ice Hockey with his face full of splinters.” Bei der Episode Murder On Ice handelt es sich bereits um die 36. Folge jener TV-Serie um den Privatdetektiv Martin Kane, die im September 1949 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde und die es in den kommenden 5 Jahren auf 5 Staffeln brachte. In diesem Zeitraum wurde der Protagonist Kane von vier verschiedenen Schauspielern dargestellt, die alle (mehr oder weniger) auch im klassischen Film Noir der 40er Jahre beheimatet gewesen waren – William Gargan (Night Editor, USA 1947), Lloyd Nolan (Somewhere In The Night, USA 1947), Lee Tracy (High Tide, USA 1947) und Mark Stevens (Feind im Dunkel / Der weiße Schatten, USA 1946). Es war jedoch Gargan, der vom Publikum mit der Rolle des Pfeife rauchenden Private Eye am ehesten und am längsten identifiziert worden war, und so löste Mark Stevens als Martin Kane im Juli 1954 seinen letzten Fall. Drei Jahre später tauchte William Gargan in The New Adventures of Martin Kane (UK 1957-58) wieder auf, um in den 39 Episoden dieser finalen Staffel einmal mehr jenen TV-Detektiv zu verkörpern, der in den späten 40er Jahren nach Vorbildern des Film Noirs modelliert worden war. Aber die Wiederaufnahme spielte in London, war überhaupt eine britische Produktion und ist dem US-Publikum heutigentags noch weniger bekannt, als die ohnedies schon obskuren 5 Staffeln, die einst im Kampf wider das Kino als Martin Kane, Private Eye um Zuschauer warben. Von deren jeweils ca. 35 oder 36 Folgen sind heute nur vereinzelte Episoden verfügbar. Deshalb ist Murder On Ice hier als die erste und einzige aus der ersten Staffel beschrieben. Parallel zur Fernsehserie existierte von 1949 bis 1952 ein Radioprogramm gleichen Namens, darin Gargan, Nolan und Tracy jeweils auch die Titelrolle sprachen. Im Jahr 1950 gab es via Fox Feature Syndicate sogar eine kurzlebige Comicheft-Serie, die auf ihrer Fronseite zur TV-Serie mit Willam Gargan in der Rolle des Privatdetektivs Bezug nahm.

 

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“Big Tobacco, keen on appealing to the demographic that devoured crime fiction (…)  became the primary sponsor of such early episodic noir as (…) Martin Kane, Private Eye (NBC, 1949–1954), and The Plainclothes Man (DuMont, 1949–1953)”, schreibt Allen Glover in seinem akribisch recherchierten Buch TV Noir (EA 2019), das sich mit der Transformation des klassischen Film Noirs in Produktionen des US-Fernsehens befasst. Tatsächlich wurde die Fernsehserie Martin Kane, Private Eye von der U.S. Tobacco Company mitfinanziert, die darin verschiedene Pfeifentabake bewarb. In jeder Folge besucht der Detektiv (und mancher Kollege von der New Yorker Polizei) einen Tabakladen, so dass er mit dessen Inhaber Happy McCann (Walter Kinsella) einen Schwatz über die Qualität seines Pfeifentabaks halten kann. So unterscheidet sich die Art Fernsehunterhaltung frühzeitig von den kettenrauchenden, hartgesottenen und zynischen Private Eyes aus der Feder Dashiell Hammetts oder Raymond Chandlers, die für jene Welt, in die sie hineingeboren worden waren, nur ein verächtliches Grinsen übrig hatten. William Gargan und seine Nachfolger, obgleich ebenfalls Städter und Einzelgänger, sind Biedermänner ohne Uniform, Handlanger all der Spießer eines vom Wirtschaftsboom begünstigten Mittelstands, der im Fernsehapparat einen zentralen Baustein seines Wohlstands erkannte, welcher ihn von der Straße und den Warteschlangen vor der Kinokasse fernhielt. So groß die Antihelden des Film Noirs der 40er Jahre auf der Leinwand erschienen, so mickrig wirkt im Verhältnis dazu Martin Kane auf dem Bildschirm bürgerlichen Glücks inmitten der eigenen vier Wände.

 

Es gibt vier einzelne DVD-Ausgaben (2006 und 2008) der Alpha Video Distribution aus den USA (RC 0) mit jeweils vier Episoden der TV-Serie aus verschiedenen Staffeln und Jahrgängen und mit jeweils einem der vier Darsteller, die Martin Kane zwischen 1949 und 1954 verkörperten. Die Einzelfolgen sind ungekürzt im Originalformat, bild- und tontechnisch allerdings von bescheidener Qualität, mit der original englischen Tonspur ohne Untertitel und ohne Extras beinhaltet.

 


Film Noir | 1949 | USA | Edgar C. Kahn | Edward Sutherland | Frank Burns | Peter Maxwell | Harold J. Stone | James Nolan | Lee Tracy | Lloyd Nolan | Mark Stevens | Roland Winters | Walter Burke | William Gargan | Ona Munson

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