Race Street

 

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Originaltitel
Race Street
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1948
Darsteller

George Raft, William Bendix, Marilyn Maxwell, Frank Faylen, Harry Morgan

Regie
Edwin L. Marin
Farbe
s/w
Laufzeit
79 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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San Francisco, Kalifornien: Police Lieutenant Barney Runson (William Bendix) erzählt eine Begebenheit aus seiner Heimatstadt, darin er seit Kindertagen einen Freund namens Danjel J. “Dan“ Gannin (George Raft) hatte. Letzterer war konträr zu Runson mit illegalen Wettgeschäften zu Gelds gekommen. Hinter der Fassade einer Investmentberatung arbeitete er als Buchmacher für Pferderennen… Eines Tages kommt ein Mr. Hilton zum wiederholten Mal in den Laden von Hal Towers (Harry Morgan) und übergibt dem Verkäufer einen Zettel. Letzterer erklärt sich bereit die Sache zu prüfen, doch Hal Towers ruft seinen Freund Dan Gannin an. Er erklärt, er habe eine Wette, die er allein nicht stemmen könne. Es ginge um 10.000 US-Dollar bei einem Rennen auf der Rennstrecke von Bay Meadows und so verabredet man sich dort. Als Gannin sein Büro verlässt, instruiert er seine Sekretärin Lucille (Edna Ryan) bei Ms. Robbie Lawrence (Marilyn Maxwell) anzurufen, da er sie abholen wolle. Als Gannin bei der Dame seines Herzens eintrifft, einer jungen Witwe, deren Mann im Weltkrieg sein Leben ließ, ist Robbie noch nicht fertig. Dan mahnt zur Eile, und gemeinsam fahren sie zur Rennstrecke, wo sich Robbie, die selbst zwei Pferde besitzt, erstmal um die Vorbereitungen fürs Rennen kümmert. Indessen taucht Barney Runson auf. Er erzählt kurz von seinem Urlaub am Lake Tahoe und fragt daraufhin seinen alten Freund, ob er etwas über ein Syndikat wisse, das aktuell von Buchmachern in San Francisco Schutzgelder zu erpressen suche…

 

“Don’t bet on horses, Lucille. It’s a sucker’s game.“ Es gibt einige flotte Einzeiler und eine Reihe exzellent inszenierter Szenen in diesem Film, dessen Hauptdarsteller mir von jenen, die in den 40er Jahren regelmäßig Antihelden der Schwarzen Serie mimten, am wenigsten liegt. George Raft hatte für seinen Hauptberuf nur ein begrenztes Volumen an Talent, und solches hatte er in den 30er Jahren nahezu vollständig aufgebraucht. In den vier Jahren zwischen 1945 und 1948 arbeiteten der Regisseur Edwin L. Marin und der alternde Filmstar George Raft in sechs Produktionen  miteinander, von denen Race Street die letzte sein sollte. Schon in ihrer ersten, dem Film Noir Johnny Angel (USA 1945), zeigte Raft eine dergestalt miserable Leistung, das mir seine weitere Verpflichtung und die Kolloborationen mit Marin schlicht rätselhaft anmuten. Wieso hielten die Filmindustrie und das Publikum so lange an einem Akteur in Hauptrollen fest, der einem John Garfield, einem Van Heflin, einem Claude Rains, einem Dan Duryea, einem Humphrey Bogart oder einem Edward G. Robinson nie und nimmer das Wasser hätte reichen können? Raft ist 19 Jahre älter als Marily Maxwell, die Femme fatale der Geschichte, und 20 Jahre älter als Gale Robbins, die in der Rolle der Nachtclubsängerin Elaine Gannin zugleich als Danny Gannins Schwester (!) herhält. Gale Robbins hat einen fantastischen Auftritt zur Eröffnung des ihrem Bruder gehörenden Turf Club, wo sie den Jazz-Song I’m In a Jam With Baby mit Verve und Klasse interpretiert. Auch Harry Morgan, William Bendix, Frank Faylen und Mack Gray überzeugen. Nur eben Raft und die in Musicals und Komödien beheimatete Marilyn Maxwell bleiben in ihren zentralen Rollen ausdruckslos und austauschbar.

 

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“In “Race Street“, a regulation melodrama (…) everything about this dreary exercise in violence is strictly formula, depressingly juvenile and dull“, meldete die New York Times in Anbetracht der Premiere des Films im August 1948 und dieses Fazit, obgleich harsch formuliert, hat über die Jahrzehnte nichts von seiner Triftigkeit eingebüßt. Je näher sich der Zuschauer im Schneckentempo ans Finale heranpirscht, desto mehr lässt die Story zu wünschen übrig. Was als ein Drama voll unerwarteter, böser Überraschungen anhebt, wird bis ins Kleinste vorhersehbar, und das Finale selbst, obgleich im Sinne des Film Noirs durchaus konsequent, wirkt überhastet und unausgegoren, leider nicht untypisch für viele der RKO-Produktionen unter der Kontrolle von Howard Hughes. Mit dem Cliff House, dem Golden Gate Theatre und den schmucken Apartments von Dan und Robbie auf der von den Cable Cars befahrenen California Street gibt es viele Orte in San Francisco, die als Kulisse stets beeindrucken können. Aber all das Beiwerk und der Rahmen helfen Race Street letztendlich nicht, übers Mittelmaß hinaus von Bedeutung oder von Wert zu sein. Für den Freund der Filmklassik wegen der genannten Darsteller womöglich ganz unterhaltsam, ist dieser Film niemals mehr als das.

 

Eine DVD-R (2014) der Warner Archive Collection bringt den Film in einer bild- und tontechnisch allemal guten Qualität, dazu den englischen Originalton ohne Untertitel und das Ganze ohne Extras. Die spanische 5-DVD-Box George Raft Noir (2015) beinhaltet nicht in allen Fällen die neu editierten Versionen der Warner Archive Series, verfügt jedoch immer über die englische Tonspur und bringt alle fünf Filme inklusive Race Street im Originalformat und ungekürzt.

 


Film Noir | 1948 | USA | Edwin L. Marin | Frank Faylen | George Raft | Harry Morgan | Richard Benedict | Sam McDaniel | Marilyn Maxwell

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