Parole, Inc.

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Bewertung
**
Originaltitel
Parole, Inc.
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1948
Darsteller

Michael O’Shea, Turhan Bey, Evelyn Ankers, Virginia Lee, Charles Bradstreet

Regie
Alfred Zeisler
Farbe
s/w
Laufzeit
71 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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Ein Schriftband den Zuschauer wissen, dass viele Kriminelle vorzeitig auf Bewährung entlassen werden und sofort wieder straffällig werden. Allzu lax würden die Gesetze gehandhabt und viele Berufsverbrecher, denen ihr Gefängnisaufenthalt kaum mehr als etwas unangenehm sei, bedrohten allerorten die Sicherheit der Bürger der USA… Richard Hendricks (Michael O’Shea) liegt bandagiert in einem Krankenhausbett und bringt als Agent des FBI’s seinen Bericht deshalb mündlich zu Protokoll. Er erinnert sich, wie er seinerzeit in einer schmucken Gegend der Stadt im Haus des Gouverneurs (Marshall Bradford) einen Termin wahrnahm, bei dem auch der Generalbundesanwalt Whitmore (Edgar Dearing) und Polizeipräsident Hughes (Lyle Talbot) anwesend waren. Seinerzeit planten Sie, dass Hendricks unterm Decknamen Rick Carson als ein flüchtiger Krimineller mit dem Namen Richard Murdock posieren solle und undercover in den Ring der auf Bewährung freien Gangster sich einschleusen lassen wolle. Ziel war, die bezahlte Bewährungshilfe im Bundesstaat auszuhebeln, denn offenbar hatte man es mit einem Fall von Korruption zu tun. Für den Einstieg allerdings benötigt Hendricks einen Kriminellen, dessen Bewährung offensichtlich erkauft wurde, und hier findet sich in Gestalt des notorischen Berufsbverbrechers Harry Palmer (Charles Bradstreet) im Nu der richtige. Palmer sitzt wegen versuchten Mordes in Haft und dennoch gelingt es ihm, die Jury derart zu spalten, dass schließlich seine Freilassung auf Bewährung angeordnet wird. Und Richard Hendricks begibt sich in Jojo Dumonts (Evelyn Akers) Pastime Club, ein eher billiges Café, wo Harry Palmers Ehefrau Glenda (Virginia Lee) eine Kellnerin ist…
 
“The story for this low-budget B-film from Eagle Lion studios is just about as far-fetched and ludicrous as the acting”, schreibt Dennis Schwartz für die Filmrezensionen bei Ozu’s World. Und Gary W. Tooze bringt es für den DVDBeaver gleich im ersten Satz auf den Punkt: ”Told in flashbacks this weak 'B' film has very little 'noir' in it although it is listed s such.” Weder als ein Film Noir noch als ein Gangsterdrama mit Reminiszenzen an diejenigen der Dreißiger ist Parole, Inc. ansatzweise erfolgreich. Das Ganze ist einmal mehr ein zeittypischer Propagandastreifen, der zum Beginn einer erzkonservativen Epoche in den USA, die jene schnurstracks in den Kalten Krieg und in die McCarthy-Ära führte, bei den US-Bürgern Angst und Besorgnis auslösen sollte. In der Nachbarschaft von Machwerken wie z.B. Geheimagent T (USA 1947), Straße ohne Namen (USA 1948) oder Die Menschenfalle (USA 1949) ist hier lachhaft offensichtlich, wie derlei Kinopropaganda den Mächtigen ihrer Zeit in die Hände spielen sollte, da sie von den Schreckgespenstern, die sie auf die Leinwand projezierten, offenbar politisch zu profitieren hofften. Nun, die Rechnung ging auf. Und so scheut Parole, Inc. sich nicht, alle Prediger von Verständnis und Fürsorge für weniger begünstigte soziale Schichten entweder als Schwächlinge oder als käufliche Schergen organisierten Verbrechens zu brandmarken.
 
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Bemerkenswert ist trotzdem, wie wenig Mühe sich die Beteiligten hinter den Kulissen und hinter der Kamera damit gaben, ihre Botschaft an den Mann und an die Frau zu bringen. Zur unfassbar dünnen und langweiligen Geschichte und zu einem talentfreien Schauspiel fügt sich eine Kameraarbeit, die selbst fürs damalige Fernsehen als komplett frei von jedwedem Stil durchginge. Mit Blick auf den im Jahr 1948 handwerklich ereichten Standard des Kinofilms aus Hollywood zeichnet sich Parole, Inc. durch rein gar nichts aus und zählt zu den ödesten Filmwerken seiner Art. Der in Österreich gebürtige, seitens der Eltern in der Türkei und in Tschechien verwurzelte Turhan Bey hatte sich in exotischen Dramen der Kriegsjahre ab 1941 langsam den Weg in die vordere Riege von Darstellern erarbeitet. Aber hier war er schon wieder auf dem absteigenden Ast. Er trat zeitgleich auch in dem Film Noir The Amazing Mr. X / The Spiritualist (USA 1948) von Bernard Vorhaus nochmals in der Hasuptrolle auf. Jener war zwar ebenso wenig ein Meisterstück, zeichnete sich immerhin aber durch Kameramann John Alton aus. Parole, Inc. zeigt kaum Film-Noir-Elemente, sie sind bestenfalls Maskerade, und er gehört de facto zu den schwächsten Filmen, die ich im Kontext seiner Epoche zu sehen bekam. Unbedingt auslassen!
 
Der Film gehört heute zu denen der Public Domain und wurde verschiedene Male als DVD-Edition in Umlauf gebracht, bildtechnisch mäßig mit gut verstehbarem, englischem Originalton, ungekürzt und im Originalformat. Er ist in gleicher Qualität auch online in verschiedenen Foren und Websites konstenlos abrufbar.
 

Film Noir | 1948 | USA | Alfred Zeisler | Michael O'Shea | Turhan Bey

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