Menschenfalle, Die

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Bewertung
**
Originaltitel
Trapped
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1949
Darsteller

Lloyd Bridges, Barbara Payton, John Hoyt, James Todd, Russ Conway

Regie
Richard Fleischer
Farbe
s/w
Laufzeit
78 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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Das US-amerikanische “Treasury Department“, erläutert ein Erzähler aus dem Off (William Woodson), ist für die Bevölkerung der USA eine segensreiche Einrichtung. Es kümmert sich nicht nur um Steuern und Zoll sondern auch um das in Umlauf befindliche Papiergeld. Leider gibt es immer Bösewichte, die den US-Dollar fälschen und ehrbaren Bürgern Schaden zufügen… Am Schalter einer Bank steht Mrs Flaherty (Ruth Robinson), Besitzerin eines Restaurants, in der Kassenschlange, um ihre tägliche Einzahlung vorzunehmen. Der Bankangestellte (Tommy Noonan) erkennt eine ihrer Zwanzigdollarnoten als Fälschung und klärt Mrs. Flaherty auf, dass sie den Verlust leider selbst tragen müsse. Mit dem Stempelaufdruck “Counterfeit“ versehen, wandert die Blüte ins Finanzministerium, wo man sie als Werk eines gewissen Tris Stewart (Lloyd Bridges) identifiziert. Der sitzt seit drei Jahren im Staatsgefängnis in Atlanta hinter Gittern und die Rückkehr der Fälschungen nach seinem Muster weist darauf hin, dass andere sich im Besitz seiner Druckwalzen befinden. Eine erste Anhörung Stewarts durch Agent Raymond (Mack Williams) und den Gefängnisdirektor (Harry Atrim) verläuft ergebnislos. Zwei Wochen später wird Tris Stewart von Atlanta nach Kansas City verlegt. In Begleitung eines Deputy Marshals (Ken Christy) fährt er im öffentlichen Bus. Doch es gelingt ihm, sich der Waffe des Beamten zu bemächtigen, der seine Handschellen öffnet und Stewart aus dem Bus lässt. Hier wartet bereits Agent Foreman (Robert Karnes) in einem Wagen und die beiden brausen in die Nacht. Stewarts Ausbruch war nur vorgetäuscht. Er soll als Informant des Finanzministeriums in Los Angeles den Geldfälschern auf die Spur kommen…
 
Die Menschenfalle ist ein für die zunehmend konservativen Spätvierziger ganz typischer, semi-dokumentarischer Propagandafilm biederen Zuschnitts, der wie Geheimagent T (USA 1947) und Straße ohne Namen (USA 1948) als Film Noir maskiert ist. Seine Absicht bestand darin, Patriotismus zu schüren und die Bürger der USA auf die Bundesinstitutionen einzuschwören, die im Namen der Staatssicherheit agieren, um das organisierte Verbrechen auszuschalten. Das Drehbuch ist von vornherein darauf ausgelegt, jede Wendung der Geschichte diesem Zweck unterzuordnen. Da der Zuschauer die gesamte Spielzeit über die ach so cleveren Winkelzüge der Bundesbehörde im Bilde ist, erweist sich nicht nur das Vorgehen Tris Stewarts als extrem blauäugig und unglaubwürdig. Es bringt den Film auch um den notwendigen Spannungsaufbau. Abgesehen von den Sequenzen, da sich Stewart seinen Weg durch die Stationen seiner Kontakte zum großen Geld prügelt, ist es nicht leicht ein Gähnen zu unterdrücken. Mit Die Menschenfalle wird von den Drehbuchautoren Earl Felton und George Zuckermann das alte Hase-und-Igel-Rennen der Märchenstunde als Kinostück mit Kriminalhandlung drapiert. Denn wo der Gangster aufschlägt, sind die schlauen Agenten schon längst angekommen - unsichtbar, inkognito, und immer eine Nasenlänge voraus. Insofern der Zuschauer schon mit der knapp sechsminütigen Einführung, ebenso dünkelhaft wie lächerlich, auf die Crime-Doesn’t-Pay-Botschaft eingeschworen wurde, ist der Ausgang der Sache zu jeder Zeit klar. Dass das Finale dann ohne den Hauptdarsteller auskommt, der 20 Minuten (!) vor Ende aus der Handlung fliegt, ist die letzte einer Serie von Enttäuschungen. Am Ende fragte ich mich, warum ich mir diesen Mumpitz ansah und warum er bis heute als immerhin passables Stück klassischen Film Noirs gehandelt wird.
 
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Lloyd Bridges war ein guter Darsteller, der sein hier gezeigtes Talent in Cyril Endfields Aufruhr in Santa Sierra (USA 1950) voll zur Geltung bringen sollte. Auch John Hoyt, Douglas Spencer und James Todd liefern gute Leistungen ab, und die Chemie zwischen Bridges und Barbara Payton ist stimmig. Aber die Bundesagenten, dargestellt durch Russ Conway und Robert Karnes, sind solche Biedermänner mit Schmalspurhumor, dass es kaum auszuhalten ist. Die Arbeit von Kameramann Guy Roe ist das Beste an diesem Werk, insoweit er viele Einstellungen mit einer stimmigen Film-Noir-Atmosphäre versieht - ein sicheres Auge für Licht-und-Schatten-Kompositionen in Schwarzweiß. Dazu kommen gute Schauplätze in Los Angeles, die in der zweiten Hälfte den Film ein wenig aufwerten, ohne dass sie ihn allerdings retten. Hätte ich im Vorspann nicht gelesen, dass der Regisseur Richard Fleischer ist, hätte ich es nicht erkannt. Seine Handschrift ist am wenigsten auffällig. Fleischer drehte allein 1949 vier Filme und er hätte sich wohl besser nur auf einen oder zwei konzentriert, wie er es ab 1950 tatsächlich tat. Drei Jahre später gelang ihm und Autor Earl Felton mit dem Film Noir Um Haaresbreite (USA 1952) ein Klassiker, der Die Menschenfalle um Längen überragt.
 
Die Menschenfalle ist ein Film der Public Domain und ist weltweit in mehreren DVD-Ausgaben erhältlich, bild- und tontechnisch stets unterdurchschnittlich, zumeist ungekürzt im Originalformat auf Englisch ohne Untertitel.
 

Film Noir | 1949 | USA | Richard Fleischer | John Hoyt | Lloyd Bridges | Barbara Payton

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