Heißblütig - Kaltblütig / Eine heißkalte Frau

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Bewertung
*****
Originaltitel
Body Heat
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1981
Darsteller

William Hurt, Kathleen Turner, Richard Crenna, Ted Danson, Mickey Rourke

Regie
Lawrence Kasdan
Farbe
Farbe
Laufzeit
109 min
Bildformat
Widescreen
 

 
Bild Heissbluetig-Kaltbluetig-Poster-web3.jpg Bild  Heissbluetig-Kaltbluetig-Poster-web4.jpg
© Warner Bros.
 
In Florida ist der Sommer so heiß wie selten und der in einer Kleinstadt arbeitende Rechtsanwalt Ned Racine (William Hurt) beobachtet vom Fenster seines Apartments, wie das Restaurant Seawater Inn, darin er als Kind mit seinen Eltern Essen ging, in Flammen aufgeht. Hinter ihm kleidet eine Frau sich wieder an, mit der Ned, ein Mann ständig wechselnder Affären, soeben geschlafen hat... Auch im Gerichtssaal schwitzen Ned und sein Kollege und Gegenspieler Peter Lowenstein (Ted Danson) am nächsten Tag, ebenso wie der Richter Constanza (Larry Marko), der Racine nicht leiden kann. Abends schlendert Ned Racine am Hafen an einer Freiluftbühne vorbei, darauf ein Jazzorchester ein Konzert gibt. Er beobachtet, wie eine junge Frau (Kathleen Turner) in einem weißen Kostüm sich erhebt und am Pier Abkühlung sucht. Ned Racine, der Schürzenjäger, spricht sie an, doch Matty Walker gibt ihm zu verstehen, dass sie verheiratet sei. Racine lässt nicht locker und lädt die Frau zu einem Eis ein. Sie bekleckert sich und er eilt in eine nahe gelegene Toilette, um Papierhandtücher zu holen. Als er zurückkehrt, ist Matty verschwunden. Am nächsten Abend fährt Racine nach Pine Haven, jenem Viertel des Ortes, wo die begüterten Leute wohnen, und tatsächlich trifft er Matty in der einzigen Bar am Tresen. Sie nehmen einen Drink zusammen, dann folgt Ned Racine der Frau zu deren luxuriöser Villa am Strand, wo sie mit ihrem Mann, dem meist abwesenden Finanzmogul Edmund Walker (Richard Crenna) lebt. Matty Walker möchte ihren zudringlichen Verehrer nun wieder loswerden, doch der weiß, was er will…
 
“Body Heat“ is good enough to make film noir play like we hadn't seen it before“, schrieb Roger Ebert in seiner treffsicheren Rezension zu einem Film, der das Regiedebüt des Drehbuchautors Lawrence Kasdan war und das Debüt der Schauspielerin Kathleen Turner und die eben mal dritte Filmrolle William Hurts und der Durchbruch für Mickey Rourke, der in seinem vierten Film in einer ersten signifikanten Nebenrolle zu sehen ist. Heißblütig – Kaltblütig / Eine heißkalte Frau ist ein Schlüsselfilm, insofern er die erotische Komponente der klassischen Film-Noir-Beziehung zwischen der Femme fatale und dem Antihelden von der Kette lässt. Er ist einerseits selbst von einem Schlüsselfilm der klassischen Ära des Film Noirs inspiriert, von Billy Wilders Frau ohne Gewissen (USA 1944), beschließt andererseits formal-ästhetisch die erste Ära des Neo Noirs, die 1967 mit John Boormans Point Blank – Keiner darf überleben anhob und war Impuls für eine Neo-Noir-Welle, die ab 1990 in Kasdans Fußstapfen trat. Die Achtziger waren in keiner Weise ein Zeitalter des Film Noirs mit Filmen wie In der Stille der Nacht (USA 1982) als Nachzügler der Siebziger und mit den Frühwerken David Lynchs und der Coen-Brüder als Vorboten der Neunziger. So ist faszinierend zu sehen, wie viel Neo Noirs à la Paul Verhoevens Basic Instinct (FRA/USA 1992) oder John Dahls Die letzte Verführung (USA 1994) Lawrence Kasdans Heißblütig – Kaltblütig / Eine heißkalte Frau zu verdanken haben.
 
“Sometimes the shit comes down so heavy I feel like I should wear a hat.” Einmal abgesehen von all den wunderbaren Einzeilern und pfeilschnellen Dialogen der Raymond-Chandler-Schule, die Drehbuchautor Lawrence Kasdan in 109 Minuten versammelt, und auch abgesehen von den exzellenten Leistungen der genannten Darsteller, die im Jahr 1981 deren künftigen Ruhm bezeugen, ist es der irre lässige Rhythmus, durch den dieser Neo Noir bis heute besticht. Der Filmschnitt ist für den Zuschauer meist ein unsichtbarer Bestandteil der Filmsprache. Man achtet nicht darauf, lässt sich von der Summe der Schnitte als Duktus der Erzählung wie von geschmeidigen Brandungswellen tragen. Hier aber ist der Filmschnitt der Tanzschritt von zwei Partnern in permanenter Aufmerksamkeit füreinander und das Ergebnis ist die dem Film von aufällig vielen Zuschauern attestierte Coolness als Kontrapunkt zum Originaltitel Body Heat und der damit verbundenen Anspielung auf die klimatischen Bedingungen. In Kombination mit John Barrys Jazz-Score und der Kameraarbeit von Richard H. Kline ist die Erzählung von Matty Walker und Ned Racine in einer ständigen Steigung begriffen, vom fast beiläufigen Entree zu einem schlicht umwerfenden Finale. Die Meisterschaft in Sachen Unaufdringlichkeit und Lässigkeit teilt sich Heißblütig – Kaltblütig / Eine heißkalte Frau mit Roman Polanskys Chinatown (USA 1974), einem ebenso herausragenden und ebenso prägenden Neo Noir seiner Zeit. Fazit: Unbedingt ansehen und genießen, denn das ist Film Noir, wie er sein muss, ein zeitloses Meisterwerk US-amerikanischen Erzählkinos.
 
Gute DVD-Ausgabe von Warner Bros. (1998), die den Film ungekürzt im Originalformat, bildtechnisch restauriert und mit der englischen, deutschen, spanischenTonspur präsentiert, optional 18 verschiedene Untertitel, den Kinotrailer als Extra.
 

Neo Noir | 1981 | USA | Lawrence Kasdan | Mickey Rourke | Richard Crenna | William Hurt

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