In der Stille der Nacht

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Bewertung
***
Originaltitel
Still Of The Night
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1982
Darsteller

Roy Scheider, Meryl Streep, Jessica Tandy, Josef Sommer, Joe Grifasi

Regie
Robert Benton
Farbe
Farbe
Laufzeit
87 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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New York: Einem Autodieb fällt beim Öffnen einer Wagentür die Leiche von George Bynum (Josef Sommer) entgegen. Der kunstverständige Bynum war leitender Angestellter in einem Auktionshaus und beim Psychiater Dr. Sam Rice (Roy Scheider) in therapeutischer Behandlung. Als der vom Tod seines Patienten hört, indessen er selbst die Scheidung von seiner Frau abwickeln muss, ist er betroffen. Da kommt die hübsche Brooke Reynolds (Meryl Streep) in sein Büro und bittet ihn, der Polizei Bynums Armbanduhr zu geben, da jener sie bei ihr vergessen habe. Sie hatte mit Bynum ein Verhältnis, doch sie wünscht, dass es Rice der Polizei gegenüber nicht erwähnt. Darauf macht jener Detective Vitucci (Joe Grifasi) deutlich, dass alle Klientengespräche der ärztlichen Schweigepflicht unterlägen und er ihm nichts sagen könne. Vitucci erwidert, dass auch Personen in Bynums Bekanntenkreis gefährdet sein könnten und verabschiedet sich. Vor den Waschautomaten im Keller des Apartmentblocks, liest Rice Gesprächsprotokolle seiner Sitzungen, als das Licht erlischt…
 
Alfred Hitchcock ist einer der einflussreichsten Regisseure der Filmgeschichte. Ein halbes Jahrhundert war er aktiv und nahezu jeder kann aus seinem Werk zwei, drei Klassiker des Thrillerkinos aufzählen, die er irgendwann selbst einmal gesehen hat. Kaum ein anderer Regisseur erwies sich dem Meister auf dessen Terrain ebenbürtig - Ausnahmen wie Die Teuflischen von Henri-George Clouzot (FRA 1955) oder Zeugin der Anklage von Billy Wilder (USA 1958) bestätigen die Regel. So ist auch Robert Bentons Hommage ans Kino Alfred Hitchcocks, der 1980 verstarb, zwar voller Zitate, die beim Cineasten den Kanon der Erinnerung zum Klingen bringen, mehr aber nicht. Denn das ist In der Stille der Nacht - ein Verneigen vor Hitchcock und seinem Gesamtwerk. Dummerweise bedarf es mehr als guter Schauspieler, schöner Schauplätze und eines erfahrenen Kameramanns, um einen exquisiten Thriller mit Anleihen beim Film Noir in Szene zu setzen. Das Wichtigste konnte Robert Benton nicht liefern, ein bereits exquisites Drehbuch. Das erweist sich im Verlauf des Films als zunehmend ärgerlich.
 
Bild Bild Bild
© EuroVideo Bildprogramm GmbH
 
So fällt Brooke Reynolds (Meryl Streep) von einem Liebhaber, der ermordet wurde und dessen Tod sie kaum bedauert, gleich dem nächsten in die Arme. Letzterer, ein erfahrener Psychotherapeut und sogar Psychiater, findet das kaum bemerkenswert und beschwichtigt sie. Dass Dr. Sam Rice (Roy Scheider) in keiner Weise mit der Polizei kooperiert, beurteilt Detective Vitucci (Joe Grifasi) zwar als bedauerlich, nimmt es jedoch hin. Warum indessen sonst belanglose Informationen zurückgehalten werden, ist der Irreführung des Zuschauers geschuldet. Den muss die Auflösung enttäuschen, was gerade bei einem Hitchcock-Film nicht passiert. Positiv ist demgegenüber alles Atmosphärische. In der Manier von Brian de Palma oder David Lynch zitiert Benton die Schwarze Serie Hollywoods. Er inszeniert eine Femme fatale, eine Verfolgung auf nachtdunklen Pfaden (die Ausleuchtung mit den Lichtflecken der Straßenlaternen ein gelungenes Zitat aus Jacques Tourneurs Katzenmenschen (USA 1942) und sorgt auch sonst für Spannung. Alles in allem fällt der Film für 1982 jedoch altbacken aus. Die herausragenden Qualitäten der Darsteller, insbesondere von Roy Scheider (French Connection  / Brennpunkt Brooklyn, USA 1971), bleiben auf der Strecke. Sehenswert ist dessen Zusammenspiel mit Jessica Tandy (u.a. in Alfred Hitchcocks Die Vögel, 1963), die sowohl seine Mutter als auch eine selbst gewiefte Psychologin spielt. Hier zeigt Rober Bentons (halber) Neo Noir, was er hätte sein können, wenn das Skript im letzten Drittel nicht so vorhersehbar und überraschend trivial wäre.
 
Erstklassige Umsetzung auf DVD von EuroVideo (2011) in einer bildtechnisch topp restaurierten, ungekürzten Fassung im Originalformat, mit deutscher und englischer Tonspur, dem US-Kinotrailer als Extra, und einem ansprechenden Menü.
 

 

Neo Noir | 1982 | USA | Robert Benton | Josef Sommer | Roy Scheider

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