Allein zu zweit

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Bewertung
****
Originaltitel
À nous deux
Kategorie
Neo Noir
Land
FRA/CAN
Erscheinungsjahr
1979
Darsteller

Catherine Deneuve, Jacques Dutronc, Jacques Villeret, Paul Préboist, Bernard Le Coq

Regie
Claude Lelouch
Farbe
Farbe
Laufzeit
107 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Bild Bild Bild Bild
 
Als Simon Lacassaigne (Jacques Dutronc) ein Junge war, wurde sein krimineller Vater von der Polizei in einen Hinterhalt gelockt und erschossen. Der Junge wuchs bei dessen Freund Tonton (Jacques Villeret) in Paris auf und sitzt nun aufgrund von Diebsstählen selbst im Gefängnis. Als ihm der Ausbruch gelingt, muss Simon untertauchen und wendet sich erneut an den in die Jahre gekommenen Gastronom um Hilfe. Der bringt ihn bei einem Ehepaar in der Provence unter, das ihre Hütte regelmäßig für solche Zwecke zur Verfügung stellt. Hier trifft Simon auf die Apothekerin Françoise (Catherine Deneuve), die auch auf der Flucht ist. Françoise hat Politiker erpresst, indem sie sie verführte und dabei von ihrem Komplizen (Bernard Le Coq) heimlich fotografiert wurde. Im gemeinsamen Versteck lässt ein ungeschickter Annäherungsversuch Simons Françoise völlig kalt. In der Zwischenzeit hat sich Kommandant Strauss (Jacques Godin) auf die Spur Lacassaignes begeben, den er gnadenlos zu verfolgen gewillt ist...
 
Allein zu zweit ist keine Gangsterballade und keine Kriminalkomödie, wie gerne behauptet wird. Obwohl bissig ironisch und teils grotesk wird nichts auf Lustig gebürstet. Auch eine explizite Vergewaltigung widerspricht dem Komödiantischen. Stattdessen greift Claude Lelouch das Thema der Flucht aus klassischen Film Noirs wie Joseph Lewis’ Gefährliche Leidenschaft (USA 1950) und Arthur Penns Bonnie & Clyde (USA 1967) auf, um seine Abrechnung mit dem Europa der Siebziger auf eigenwillig französische Weise in Szene zu setzen. Die Parallelgesellschaft der Gangster ist ihm Mittel zum Zweck, und dass die Flüchtlinge im Musischen beheimatet sind, ist kein Zufall. Demgegenüber erscheint die bürgerliche Gesellschaft durch alle Schichten korrupt, niederträchtig und vor allem erbarmungslos. Auf der Grundierung entwickelt Claude Lelouch das Motiv der Einsamkeit zu zweit, dasjenige der inneren wie äußeren Isolation, mit viel Gespür für seine Charaktere und ihre Geschichte.
 

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© Black Hill Pictures GmbH
 
Wie mancher Film Claude Lelouchs verzichtet Allein zu zweit auf ästhetische Mätzchen und ist in der Bildsprache eher trocken - obgleich versiert. In der Montage kommt die Komposition voll zur Geltung. Ein von Anbeginn clever inszeniertes Verschieben der Chronologie der Erzählung, diverse Traumsequenzen und ein Verzicht auf alles Heldenhafte der Figuren, das nur im Finale mittels einer Actionsequenz alles Made in Hollywood böse kolportiert, sorgen für einen nüchternen und dramatisch konsequenten Film mit eindeutigen und nie vordergründigen Bezügen zum Neo Noir. Der Film blieb trotz seiner Stars in den Hauptrollen hierzulande nahezu unbekannt und wurde 2005 von Black Hill Entertainment in einer schätzenswerten Werksedition von Claude Lelouch zugänglich gemacht. Bis heute ein echter Geheimtipp!
 
In Deutschland gibt es eine im Rahmen einer mehrteiligen Werksausgabe von Claude Lelouch auch als einzelne DVD erschienene Edition (2010) der Black Hill Pictures GmbH: ungekürzte Spielzeit von 107 Minuten im Originalformat, deutscher und original französischer Ton mit englischen Untertiteln und nur Extras gibt es keine. Für alle Liebhaber des französischen Neo Noirs vorbehaltlos zu empfehlen!
 

Neo Noir | 1979 | France | Claude Lelouch | Daniel Auteuil | Jacques Dutronc | Catherine Deneuve

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