Good People

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Bewertung
**
Originaltitel
Good People
Kategorie
Neo Noir
Land
USA/UK/DNK/SWE
Erscheinungsjahr
2014
Darsteller

James Franco, Kate Hudson, Tom Wilkinson, Omar Sy, Sam Spruell

Regie
Henrik Ruben Genz
Farbe
Farbe
Laufzeit
87 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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London: Vor dem unter einer U-Bahnbrücke im Hof befindlichen Kave Club steht einsam ein Wagen, darin warten Jack (Sam Spruell) und sein Bruder Bobby Witkowski (Michael Fox), auf der Rückbank Marshall (Diarmaid Murtagh) und Ben Tuttle (Francis Magee). Heute soll in dem Club ein Drogenhandel über die Bühne gehen, bei dem der französische Dealer Khan (Omar Sy) für 220.000 britische Pfund in bar Heroin ausliefern wird. Die vier Gangster wollen sich beteiligen und beides an sich bringen. Ben ist verstimmt, da die Idee von ihm stammt, doch Witkovski stellt klar, wer der Boss ist... Indessen trifft der elegante Khan mit dem Zug in London ein und lässt sich von seinem Chauffeur André (Maarten Dannenberg) in einem Jaguar zum Club fahren. Bei ihrer Ankunft bemerken sie ebensowenig wie die Türsteher den Wagen der Witkovskis und gehen hinein. Die vier folgen Ihnen, schlagen den Türsteher zusammen, bald fallen Schüsse. Bobby und Ben kommen als erste wieder heraus, einer mit dem Geld, der andere mit dem Heroinkoffer. Ben tötet Bobby mit einem Kopfschuss, springt ins Auto und rast davon, indessen Jack und Marshall noch zur Seite sprigen können… Die aus den USA stammende Lehrerin Anna Wright (Kate Hudson) macht sich von der Schule aus auf den Weg zu ihrer Freundin Sarah (Anna Friel). Deren Baby Julian ist ihr Patenkind, auf das sie am heutige am Nachmittag aufpassen muss. Sarah ist alleinerziehend, Anna mit dem erfolglosen Landschaftsarchitekten Tom (James Franco) verheiratet…

 

Ist hier wirklich der dänische Regisseur am Werk, der seinerzeit mehrere Folgen jener grandiosen ersten Staffel der TV-Serie Kommissarin Lund (DNK/GER 2007) und dann seinen eigenen Neo Noir Terribly Happy (DNK 2008) inszenierte? Ich kann es kaum glauben. Good People ist so abgedroschen und vorhersehbar, wie nur irgend denkbar. Ja, die ersten 30 Minuten sind solide und sie versprechen einen halbwegs respektablen Thriller, so haben es viele Filmkritiker seinerzeit festgestellt. Aber auch hier ist manches offensichtlich minderwertig. Vier Gangster warten auf einem sonst völlig leeren Innenhof in ihrem Auto darauf, dass in dem keine 10 Meter von ihnen entfernten Nachtclub eine Drogenlieferung aus Frankreich eintrifft, aber die Türsteher und auch die Ankömmlinge merken nichts? Der seit längerem tot in der Kellerwohnung liegende Ben wird gefunden, als die Wrights beim Zubettgehen nachts dessen Fernseher stört, der zuvor allerdings nicht hörbar war. Wer hat ihn plötzlich angestellt? Der Tote selbst? Derlei Schlampigkeiten sind in vielen hastig und lieblos abgedrehten TV-Serien gang und gäbe. Die meisten Zuschauer sehen darüber hinweg, sie bemerken es nicht. In einem Spielfilm, der sich mit einiger Sorgfalt der Einführung seiner Charaktere widmet, wie es in Good People der Fall ist, irritiert das. Richtig abwärts geht es, sobald der aus Motiven persönlicher Rache agierende DI John Halden (Tom Wilkinson) auf den Plan tritt und die Handlung im Hinblick auf deren Glaubwürdigkeit zur Farce derangiert. Die Zahl der hierbei verwursteten Klischees ist kaum zu zählen – Drogentod der Tochter, korrupte Kollegen, wiederholte Rettung im letzten Augenblick, etc. pp. Der ganze Film ist vom Reißbrett; er folgt einem altbekannten Muster und ist ab der Mitte unfassbar langweilig.

 

Tom Wilkinson ist ein wunderbarer Schauspieler, den man sogar in diesem Film gern wiedersieht. Sam Spruell ist als Drogendealer und skrupelloser Gangster überzeugend. Auch James Franco und Kate Hudson entwickeln eine gute Chemie und porträtieren ihre Rollencharaktere glaubwürdig. Aber in ihrem Fall von überragendem Schauspiel zu sprechen, ist völlig übertrieben. Speziell die beiden zentralen US-Darsteller bieten uns jene Schauspielroutine, die seit 15 Jahren zum Standard der gehobenen Film- und Fernsehunterhaltung gerechnet werden darf – nicht mehr und nicht weniger. Franco spielt pro Jahr in vier, fünf Produktionen eine Hauptrolle, dazu kommen ein, zwei Filme als Regisseur, der Mann geht von Set zu Set. Genauso wirkt seine Darstellung auf mich, als Rollencharakter aus dem Baukasten – aus der Schublade, wollte man es weniger nett formulieren. Wenn der Abspann läuft, wird sich mancher fragen: „Was hat die Produktionsfirma bewogen, aus diesem Nichts einer Erzählung einen 90minütigen Spielfilm zu machen?“ Die Frage skizziert das Dilemma vieler aktuell unabhängig produzierter Thriller. Sie schielen nach dem Publikumserfolg, biedern sich via Klischees an und bleiben trotz einer “professionellen" Optik qualitativ weiter unterhalb des geforderten Standards. Auch der Däne Niels Arden Oplev drehte nach seinem Erfolg mit Verblendung (SWE/DNK/GER/NOR 2009) den Neo Noir Dead Man Down (USA 2013) und erlitt Schiffbruch auf ganzer Linie. In beiden Fällen ist das jeweilige Finale in einem leerstehenden Haus so lächerlich unglaubwürdig wie banal - Actionkino von Vorgestern.

 

Bild- und tontechnisch sehr gute BD- und DVD-Editionen (2015) der Splendid Film GmbH mit dem Film ungekürzt im Originalformat, wahlweise eine deutsche oder die englische Tonspur, optional deutsche Untertitel, ein Featurette und mehrere Interviews als Extras.

 


Neo Noir | 2014 | International | Henrik Ruben Genz | Tom Wilkinson

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