Inside Job

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Bewertung
***
Originaltitel
Inside Job
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1946
Darsteller

Preston Foster, Ann Rutherford, Alan Curtis, Milburn Stone, Samuel S. Hinds

Regie
Jean Yarbrough
Farbe
s/w
Laufzeit
65 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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© Universal-International Pictures Inc.

Unter dem Namen Eddie Mitchell arbeitet der ex-Sträfling Eddie Norton (Alan Curtis) im Mammoth Department Store, wo er im Schaufenster als vermeintlich mechanische Puppe in einer Kostümierung die Schaulustigen zum Besuch des Kaufhauses verlocken soll. Heute drängt sich unerwartet sein ehemaliger Komplize aus Tagen des Verbrechens, Bart Madden (Preston Foster), dicht an die Glasfront, leiht sich von der ihm zunächst stehenden Frau deren Lippenstift und schreibt spiegelverkehrt “Hi Eddie!“ auf das Glas. Der Mann im Schaufenster blickt nur kurz auf den Gruß, den Madden mit seinem Taschentuch fortwischt, bevor er den Lippenstift zurückgibt und davongeht… In einem Pailettenkleid fertig zum Ausgehen lackiert sich Ruth (Joan Shawlee) die Fingernägel, als es an der Wohnungstür klingelt. Auf der Schwelle steht Eddie Norton, der Bart Madden zu sprechen wünscht. Ruth versucht ihn abzuwimmeln, doch dann taucht der Gesuchte auf und bittet den Gast herein. Er stellt Ruth als Privatsekretärin vor und weist sie an, ihnen einige Drinks zu bringen. Ruth ist nicht begeistert, hoffte sie doch mit Madden auszugehen, doch als Madden seinen Ton verschärft, verschwindet sie in einen angrenzenden Raum. Höflich aber bestimmt erklärt Madden seinem ex-Kumpanen, dass er ihn an einem Raubzug auf den Mammoth Department Store beteiligen möchte, da er ihm als dessen Angestellter von Wert wäre. Sollte ihm einzufallen abzulehnen, würde er der Geschäftsleitung Nortons Identität preisgeben und er wäre den Job im Nu wieder los…

 

“We’re gonna see how the other half of the world lives, as soon as we get out of this town.” Der Film ist das Re-Make eines von Hollywood-Legende Tod Browning geschriebenen, produzierten und von ihm als Regisseur inszenierten Stummfilms mit dem Titel Outside The Law (USA 1920). In diesem Original spielte Lon Chaney die Rolle des erpresserischen Bösewichts, welche 10 Jahre später in Tod Brownings eigenem, gleichnamigen Re-Make als Tonfilm, der unter dem Titel Sirenen um Mitternacht (USA 1930) sogar im deutschen Kino lief, von niemand anderem als Edward G. Robinson übernommen wurde. Letzterer verkörperte im darauffolgenden Jahr den Gangster Caesar Enrico Bandello in Mervyn LeRoys Der kleine Cäsar (USA 1931), einem der ersten dezidiert stilbildenden Gangsterfilme der Traumfabrik, welcher auf die kommenden 30er Jahre und sogar auf den Film Noir der 40er großen Einfluss hatte. Rekapituliert man solche Hintergründe der B-Produktion von Universal-International Pictures, die Inside Job in der Blütezeit des Film Noirs war, erscheint die Besprechung dieses Werks von Jean Yarbrough, der es von 1936 bis 1971 auf 168 Regiearbeiten in Film und Fernsehen brachte, mehr als angebracht. Zudem ist auffällig, dass die Änderungen, die George Bricker und Jerry Warner als Autoren für Inside Job an dem von Tod Browning und Garrett Ford verfassten Skript für Sirenen um Mitternacht (USA 1930) vornahmen, stark an Fritz Langs Du und ich (USA 1938) erinnern, darin zwei verheiratete ex-Häftlinge in einem Warenhaus arbeiten und der Mann sich an einem Raubüberfall auf seinen Arbeitgeber beteiligt. In Langs Film verkörpern George Raft und Syvial Sydney das junge Ehepaar; das Drehbuch stammt von Virginia Van Upp. In Inside Job wiederum spielt Preston Foster den Gangster, der wie Robinson einst unter Mervyn LeRoy in dessen ebenfalls legendärem Gangsterfilm Ich bin ein entflohener Kettensträfling (USA 1932) seine Karriere begonnen hatte und hier in die Fußstapfen Lon Chaneys und Edward G. Robinsons tritt. Alan Curtis war einst mit den Film Noirs Entscheidung in der Sierra (USA 1941) und Zeuge gesucht (USA 1944) aus dem Schatten kleiner Nebenrollen herausgetreten; seit 1943 war er bei Universal-International Pictures unter Vertrag. Zugleich wurde Inside Job der letzte Versuch des Studios, ihn dem Publikum als Filmstar in Hauptrollen näherzubringen.

 

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© Universal-International Pictures Inc.

“The first half of the film is as good as the second half is woeful”, heißt es in einer Besprechung für Classic Film Freak, und das trifft den Nagel auf den Kopf. Was sich vielversprechend anlässt, erweist sich nach der ersten halben Stunde, als der Raubzug vollzogen ist und die Liebenden auf der Flucht sind, als eine zunehmend dröge und vorhersehbare Geschichte, die von Jean Yarbrough ohne Liebe zum Detail und ohne eigene Handschrift abgedreht wurde. Die Erzählung hat viel Potential für einen zumindest überdurchschnittlichen Film Noir seiner Zeit; mit Marc Lawrence, Milburn Stone und Joe Sawyer sind einige exzellente Charakterdarsteller mit von der Partie. Aber Yarbrough und seine Crew zeigen wenig bis kein Interesse daran, den Film aus dem Sumpf der durchs geringe Budget naheliegenden Mittelmäßigkeit empor zu heben. Ein merklich gealteter Preston Foster trat zu Beginn der 50er Jahre nochmals in den Film Noirs Die Nacht der Wahrheit (USA 1951) und Der vierte Mann (USA 1952) in Erscheinung. Alan Curtis drehte ab 1949 seine letzten Filme in Italien und starb im Februar 1953 mit nur 43 Jahren an Komplikationen während einer Operation. Ihr Film Noir Inside Job ist aus genannten Gründen eine halbwegs unterhaltsame Kuriosität, ganz sicher jedoch kein Muss.

 

Trotz einer Vielzahl von Wiederveröffentlichungen im Segment des US-amerikanischen Film Noirs gibt es von Inside Job bis dato weltweit keine BD- oder DVD-Edition. In Online-Foren findet sich die bild- und tontechnisch minderwertige Kopie einer TV-Ausstrahlung, ungekürzt im Originalformat mit der original englischen Tonspur ohne Untertitel.

 


 

Film Noir | 1946 | USA | Jean Yarbrough | Alan Curtis | Eddie Acuff | Joe Sawyer | Marc Lawrence | Milburn Stone | Preston Foster

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