Out Of Sight

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Bewertung
***
Originaltitel
Out Of Sight
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1998
Darsteller

George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina

Regie
Steven Soderbergh
Farbe
Farbe
Laufzeit
118 min
Bildformat
Widescreen
 

 

BildBildBild
© Universal Pictures
 
In Miami betritt der Bankräuber Jack Foley (George Clooney) kurzentschlossen die Sun Trust Bank. Er erklärt  der Kassiererin Loretta Randall (Donna Frenzel), dass am Schalter gegenüber ein Kunde (Mike Malone) im Gespräch mit einem Bankmanager (Jim Robinson) einen Revolver im geöffneten Aktentasche habe. Damit würde er ihren Kollegen erschießen, falls sie ihm nicht sofort das Geld aus ihrer Kasse in einem Umschlag aushändigen wolle. Die Dame tut, wie ihr geheißen und Jack Foley verlässt um einiges reicher das Gebäude. Doch auf dem Parkplatz springt sein Wagen nicht an und schon wird er von zwei bewaffneten Polizisten aus dem Auto „gebeten“… In dem Glades Correctional Institution benannten Staatsgefängnis beobachtet Foley die Häftlinge Chino (Luis Guzmán) und Lulu (Paul Soileau) und sieht sich in dem Verdacht bestätigt, dass sie zusammen mit vier anderen am heutigen Abend einen ursprünglich erst für den Sonntag geplanten Ausbruch vorziehen werden. Er wendet sich an den Aufseher Pup (Scott Allen) und verrät ihm den Plan, ohne im Detail darauf einzugehen, stattdessen verabredet er sich mit ihm in der Kapelle des Gefängnisses für die Zeit kurz vor 18:30 Uhr. Sodann lässt er sich von Chino und Lulu den Termin bestätigen, lehnt eine Aufforderung zur Beteiligung ab und ruft seine ex-Frau Adele (Catherene Keener) in Miami an. Sie soll seinen Freund Buddy Bragg (Ving Rhames) instruieren, dass nun alles bereits am heutigen Abend seinen Lauf nehmen werde…
 
“Leave it to Steven Soderbergh to imbue the violence and despair of the noir genre with old Hollywood charm, MTV-era superstars, simmering sexual tension and a sly sense of humor”, resümiert Screen Junkies in seiner Liste der 10 Best Modern Neo Noir Films, darin Out Of Sight den sechsten Platz einnimmt. Die Kritiker waren 1998 voll des Lobes; das Publikum aber zeigte Soderberghs Flirt mit dem US-amerikanischen Mainstream-Kino die kalte Schulter. Im Grunde hätte es schon seinerzeit umgekehrt sein müssen, denn das romantische Märchen mit George Clooney und Jennifer Lopez wurde über die Jahre zu einem Kultfilm für diejenigen, die die Coolness von Pulp Fiction (USA 1994) gern mit der Harmlosigkeit von Pretty Woman (USA 1990) zusammen goutieren wollen. Autor des Romans Out Of Sight (EA 1996) ist Elmore Leonard, der im Anschluss an Quentin Tarantinos Neo Noir Jackie Brown (USA 1997) - Vorlage war Leonards Buch Rum Punch (EA 1992) - mächtig Konjunktur verbuchen konnte. Insofern war Steven Soderberghs Adaption 1998 nicht nur eine Entscheidung des Film-Noir-Enthusiasten Soderbergh sondern deutlich von kommerziellem Kalkül geprägt. Das sieht und merkt man Out Of Sight bis heute an, dessen erstes Drittel großteils als Kriminalkomödie daherkommt, sogar nachdem die ersten Menschen ihr Leben im Kugelhagel aushauchen. In der zweiten Hälfte - der Wechsel vom sonnigen Miami ins verschneite Detroit bezeugt nach 56 Minuten auch visuell die veränderte Tonart - zeigen sowohl die Liebe als auch die Hatz nach dem Geld ihre Ecken und Kanten. Für ein an Tarantinos freizügige Gewaltorgien gewöhntes Publikum ist das selbstredend unspektakulär, zudem ästhetisch „sauber“ bemäntelt.
 
Handwerklich ist Out Of Sight allemal solide. Die pointierte Rückblendentechnik und das Katz-.und-Maus-Spiel der beiden Hauptdarsteller hält seine Zuschauer leidlich bei der Stange. Zudem hat Soderbergh eine Riege exzellenter Nebendarsteller versammelt, die ihre Charaktere (sei deren Präsenz im Film auch kurz) mit Leben füllen, von Don Cheadle als Box-Promoter Maurice “Snoopy“ Miller über Dennis Farina als Marshall Sisco bis zu Luis Guzmán als Häftling Chino - plus zwei je grandiose Cameos von Michael Keaton und Samuel L. Jackson. Ja, sie allesamt sind hervorragend und bieten Clooney und Lopez, deren Chemie so stimmig ist wie diejenige Barbara Stanwycks und Fred MacMurrays in Frau ohne Gewissen (USA 1944), eine Bühne, darauf sie sich austoben dürfen. Das tun sie leider über die Maßen, was dazu führt, dass sich die Geschichte in ihrem Verlauf mit mehr Handlungs- und Rollenklischees füllt, als sie verträgt. Karen Sisco ist die Superpolizistin, die mit jeder Situation allein fertig wird. Jack Foley bringt auch einen Kerl von doppeltem Körpergewicht mit zwei kurzen Hieben zu Fall. Statt jenes Antihelden des Film Noirs, der nur hin und wieder (vor allem zum Ende hin) mal durchscheint, zeigen sich Clooneys Foley als Hansdampf in allen Gassen und Lopez’ Sisco als Traumfrau ohne Händchen für die Liebe - zwei Stereotypen, die in Hollywoods Schublade für Blockbuster stets ganz oben auf den nächsten Einsatz warten. Out Of Sight ist bestenfalls Film Noir Light, also einerseits kurzweilig, doch andererseits so nahrhaft wie das Popcorn, dem diese Art Kinomärchen seinen Spitznamen verdankt.
 
Hervorragende BD- (2011) und auch DVD-Edition (2003) der Universal Pictures Germany GmbH mit dem Film ungekürzt im Originalformat mir reihenweise Tonspuren und auch Untertiteln, darunter jeweils Englisch und Deutsch, zudem einige Extras: Making of, Kinotrailer, Audiokommentar, geschnittene Szenen, etc.
 

Neo Noir | 1998 | USA | Steven Soderbergh | Elmore Leonard | Scott Frank | Albert Brooks | Dennis Farina | Don Cheadle | George Clooney | Luiz Guzmán | Paul Calderón | Samuel L. Jackson | Ving Rhames | Jennifer Lopez

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