Pulp Fiction

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Bewertung
***
Originaltitel
Pulp Fiction
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1994
Darsteller

John Travolta, Samuel L. Jackson, Uma Thurman, Bruce Willis, Harvey Keitel

Regie
Quentin Tarantino
Farbe
Farbe
Laufzeit
154 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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Los Angeles: Das Ganovenpärchen Honey Bunny (Amanda Plummer) und Pumpkin (Tim Roth) hockt in einem Diner-Restaurant und erinnert sich an die Historie ihrer Überfälle und an ihre Pläne. Einen Diner auszurauben, schlussfolgern sie, erwartet niemand und es tut niemandem der Belegschaft weh und es wird deshalb niemand dagegen Widerstand leisten. Als sie durch ihr Gespräch ausreichend Adrenalin freigesetzt haben, reißen sie ihre Pistolen aus dem Gürtel und springen auf… Die Auftragsmörder Jules Winnfield (Samuel L. Jackson) und Vincent Vega (John Travolta) befinden sich auf dem Weg zu einigen Geschäftspartnern, die sich bei ihrem Boss Marcellus Wallace (Ving Rhames) gehörig unbeliebt machten. Vega ist nach drei Jahren aus Amsterdam zurückgekehrt und berichtet Winnfield, der staunend zuhört, was die kulinarische Kultur eines Besuchs im Fast-Food-Restaurant in Europa von derjenigen in den USA unterscheidet. Als sie beim Apartment ihrer Opfer angelangt sind, beschließt Winnfield, dass es noch zu früh für einen Besuch sei, und sie schlendern den Flur hinunter. Winnfield hat gehört, dass Vega die Frau von Marsellus, die attraktive Mia Wallace (Uma Thurman), für einen Abend beschützen soll, und er erzählt ihm, dass Marsellus kürzlich einen Bekannten, der Mia eine Fußmassage verpasste, vom Balkon hat werfen lassen. Dann betreten sie die Wohnung und stellen dort drei Teenager, unter anderem Brett (Frank Whaley) und Marvin (Phil LaMarr). Sie machen Ihnen klar, dass sie auf der Suche nach einem Koffer sind, der Marsellus’ Eigentum sei. Um ihr Anliegen zu unterstreichen, erschießt Winnfield einen der drei, der auf dem Sofa liegt, vor den Augen der Anderen…
 
Nomen est omen. Das Hollywoodmärchen von einem bibelfesten und einem heroinsüchtigen Berufskiller, die Teenager hinrichten, sowie einem in die Jahre gekommenen Profiboxer mit viel Ehr im Leib überzeugt seit fast zwanzig Jahren ein Filmpublikum von Kleinbürgern bis zu Yuppies, dass Quentin Tarantino ein Genie sei. Doch ein Wiedersehen mit dem Kultfilm der Neunziger ist eine herbe Ernüchterung. Dessen Geschichte? Nun ja, es sind lose verwobene Szenen, ähnlich montiert wie in Stanley Kubricks Die Rechnung ging nicht auf / Killing (USA 1956), die die Kulturkritik zu Begeisterungsstürmen hinriss. Schwarzer Humor? Au weia... Die Lachnummern über Fast Food in den USA vs. Fastfood in Europa sind (auch im Original) derart abgedroschen, dass es zum Fremdschämen ist. Sogar im Kölner Karneval würden sie glatt durchfallen. Schauspieler...? Bruce Willis ist stocksteif wie immer und überall, ergo fürs heutige Fernsehen zu schlecht. Klar, die Tanznummer Uma Thurmans und John Travoltas zu Chuck Berrys You Never Can Tell ist toll. Aber Schauspiel? Die beiden zeigen Chemie miteinander, was die halbe Miete ist, doch der Rest bleibt TV-Standard. Auch Harvey Keitel, der routiniert den Bad Lieutenant / Mr. White (aus Tarantinos Reservoir Dogs, USA 1992) gibt, reißt das dröge Skript nicht aus dem Sumpf. Einzige Darsteller mit Klasse sind Christopher Walken und Samuel L. Jackson, welcher den Film als Sprungbrett nutzte. Doch weder das Drehbuch noch die Regie oder die Kameraarbeit kommen übers Mittelmaß hinaus. So drängt sich der Verdacht auf, dass genau dieses das Geheimnis seines Erfolgs war. Pulp Fiction, ein Film mit Neo-Noir-Referenzen, dem bis heute Hinz und Kunz das "Meisterwerk“ attestieren, ist ein genretypischer, knietief im Zeitgeist verankerter Unterhaltungsmischmasch. Was Tarantino zugute kam, war seine detailreiche Kenntnis der Film- und Popkultur. Was immer in Pulp Fiction gut ist, stammt nicht von seinem Autor und Regisseur. Sei es die Musik von Dick Dale & His Deltones über Dusty Springfield bis zu Urge Overkill. Seien es die Vorbilder des Film Noirs von Aldrichs Rattennest (USA 1955) über Robsons Schmutziger Lorbeer (USA 1949) bis zu Siegels Tod eines Killers (USA 1964). Quentin Tarantino ist ein Eklektizist und stilisierte sich damit zu Everybody’s Darling. Seine Erfolgsgeschichte ist uralt und sie heißt Des Kaisers neue Kleider.
 
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© Studiocanal GmbH
 
Von den Filmen, die Quentin Tarantino als Autor und Regisseur im Laufe der Neunziger in den Sattel halfen, zeichnet viele der Einfluss der Film-Noir-Klassiker aus. Quentin Tarantino selbst hat sich wider ein Schubladendenken der Journaille stets zur Wehr gesetzt: “I don’t do neo noir.“ Mit dem Nachfolgefilm zu Pulp Fiction, der Weihnachten 1997 unter hohem Erwartungsdruck als Jackie Brown in die Kinos kam, gelang ihm sein bestes Werk in der genannten Tradition. Hauptgrund war, dass das Drehbuch nicht genuin von Quentin Tarantino sondern die Adaption eines Elmore-Leonard-Romans namens Rum Punch (EA 1992) war. Retrospektiv zeigt der Regisseur seine Schwäche vor allem als Autor. Während viele Film-Noir-Werke der Vierziger und Fünfziger grandiose Dialoge und originelle Wendungen auszeichnen, haben die Tarantino-Filme zwanzig Jahre nach Entstehen ihr Aroma fast vollständig verloren. Pulp Fiction, dessen Nominierung für sieben Oscars und dessen Erhalt ausgerechnet desjenigen fürs Originaldrehbuch im Nachhinein grotesk anmutet, kann man sich schenken. Er ist mit einiger Sicherheit der am meisten überbewertete Film der letzten 50 Jahre.
 
Sehr gute BD und DVD-Edition (2011) von Arthaus / Studiocanal, die den Film ungekürzt im Originalformat zeigt, inklusive der deutschen und der englischen Tonspur, optional deutsche Untertitel, sowie haufenweise Extras: Interviews mit den Darstellern, Dokumentation Pulp Fiction: Die Fakten, geschnittene Szenen, Kiinotrailer, etc. pp.
 

Neo Noir | 1994 | USA | Quentin Tarantino | Bruce Willis | Christopher Walken | Frank Whaley | Harvey Keitel | Paul Calderón | Samuel L. Jackson | Steve Buscemi | Tim Roth | Ving Rhames | Rosanna Arquette | Uma Thurman

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