Tödlicher Sog

 

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Bewertung
****
Originaltitel
Undertow
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1949
Darsteller

Scott Brady, John Russell, Dorothy Hart, Peggy Dow, Bruce Bennett

Regie
William Castle
Farbe
s/w
Laufzeit
71 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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© Universal-International Pictures Inc.

Reno, Nevada: Der ehemalige Strafgefangene und nach 7 Jahren im Dienst aus der US-Armee ausgeschiedene Tony Reagan (Scott Brady) erwartet an dessen Wagen gelehnt die Rückkehr von Pop (George Eldredge), der ihm den Kaufvertrag über seine Beteiligung an der nördlich auf dem Land gelegenen Mile High Lodge überbringt. Bevor er dort seine Zukunft auf dem Land beginnt, muss er jedoch noch einmal nach Chicago, wo er Sally Lee (Dorothy Hart), Liebe seines Lebens, ihren Verlobungsring überbringen will. Als er mit seinem Koffer die Straße hinab schlendert, wird er von seinem alten Freund Danny Morgan (John Russell) wiedererkannt, der ihn im Nu auf einen Drink an die Bar des Golden Egg einlädt, in eins der größten Spielcasinos vor Ort, das unter Morgans Leitung steht. Morgan arbeitet noch immer unter ihrem ehemals gemeinsamen Boss Big Jim Lee, einem Mobster in der Unterwelt Chicagos, Onkel und Vormund von Sally Lee. Die beiden Freunde haben sich lange nicht gesehen, und Tony erzählt Danny von seinen Plänen, beruflich wie privat, woraufhin ihm Danny seinen eigenen Verlobungsring für eine Herzensdame zeigt. Danny entschuldigt sich kurz, er wird im Büro verlangt, indessen Tony kurz zu den Spieltischen hinübergeht. Dabei stößt er versehentlich mit Ann McKnight (Peggy Dow) zusammen und begegnet ihr erneut am Craps-Tisch, wo sie sich als ein Neuling im Würfelspiel erweist. Also lässt sich die junge Frau vom erfahrenen Tony Reagan in einige der Grundregeln einweihen…

 

“It is good, sturdy film noir crime thriller fare of the era", schreibt Derekt Winnert über diesen seinerzeit auch in Deutschland im Kino aufgeführten Film der Universal-International Pictures und liegt damit goldrichtig. Noch heute weiß Tödlicher Sog seine Zuschauer zu fesseln, denn die Schauspieler sind engagiert, das Tempo ist flott und Irving Glassbergs Kameraarbeit auf der Höhe ihrer Zeit, vor allem bei den Nachtaufnahmen in Chicagos Frachthafen am Lake Michigan oder in Parkgaragen und in endlos langen Korridoren. Denn William Castles Tödlicher Sog bezieht einen Gutteil seiner Qualität daher, dass es nur zum Teil im Studio und zum Großteil vor Ort in der Großstadt inszeniert wurde, so wie Jules Dassins Stadt ohne Maske / Die nackte Stadt (USA 1948) oder auch Henry Hathaways Kennwort 777 (USA 1948). Die Geschichte vom Mann auf der Flucht, der für einen Mord in Gestalt des vermeintlichen Täters das ideale Opfer darstellt, ist alles andere als neu, andererseits von den Autoren Arthur T. Horman (Konflikt / Tatort Springgfield, USA 1945) und Lee Loeb (Cousel For Crime, USA 1937) mit Sorgfalt und Liebe zum Detail verfasst worden. So wie Humphrey Bogart in Die schwarze Natter USA 1948) oder auch Derek Farr in Mann im Netz (UK 1949) steht Scott Bradys Tony Reagan mit Ann Knight eine Frau zur Seite, die sich in ihn verliebt und die ihm zugleich mit ihren Ideen und ihrer Strategie den Weg zu einem Ausweg weist.

 

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© Universal-International Pictures Inc.

“I hope your confidence in me isn’t misplaced.“ - “Roll ‘em, sister, no snake eyes." Das Komplott ist nicht allzu schwer zu durchschauen, zumindest für die Zuschauer nicht, aber ein Ausweg erweist sich für den Anti-Helden dieses Film Noirs als eine vertrackte Sache. Der Spannungsaufbau ist vollauf gelungen, das Finale ist etwas hastig und hält doch, was es verspricht. Regisseur William Castle erweist sich als rundum kompetent, um diesen B-Film aus der Menge anderer Produktionen herauszuheben. Scott Brady war der jüngere Bruder Lawrence Tierneys, und in dieser ersten Hauptrolle des jungen Darstellers sieht man es deutlich. Dennoch war ihm so wenig wie dem Älteren eine große Filmkarriere vorbehalten. Auch Dorothy Hart (Stadt ohne Maske / Die nackte Stadt, USA 1948) und Peggy Dow (Dein Leben in meiner Hand, USA 1950) verschwanden schon ab den frühen 50er Jahren von der Leinwand. Letztere beendete zugunsten von Ehe und Familienleben ihre Hollywoodkarriere aus eigenem Antrieb. Im gleichen Jahr hatten John Russell, Dorothy Hart, Robert Anderson sowie Kameramann Irving Glasssberg bereits an Crane Wilburs Film Noir Die Geschichte der Molly X (USA 1949) mitgewirkt. Ein zukünftiger Hollywoodstar hatte in Tödlicher Sog jedoch seinen ersten Auftritt, für den er namentlich genannt wurde und zwar Rock Hudson als ein Police Detective. Fazit: Obgleich das Rad nicht neu erfunden wird, ist Tödlicher Sog für Freunde klassischen Film Noirs eine kurzweilige und spannungsreiche Ergänzung des Kanons.

 

Als US-DVD (2015) erschien der Film unterm Originaltitel Undertow in der von Turner Classic Movies (TCM) lancierten Archivreihe bei Universal Pictures, bild und tontechnisch einewandfrei, allerdings ohne Untertitel und ohne Extras. Empfehlenswert!

 


Film Noir | 1949 | USA | William Castle | Bruce Bennett | George Eldredge | Hugh Sanders | Rock Hudson | Scott Brady | Dorothy Hart | Peggy Dow

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