Einer weiß zuviel

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Bewertung
****
Originaltitel
Woman On The Run
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1950
Darsteller

Ann Sheridan, Dennis O'Keefe, Ross Elliott, Robert Keith, Joan Fulton

Regie
Norman Foster
Farbe
s/w
Laufzeit
77 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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Als Frank Johnson (Ross Elliott) eines Nachts mit seinem Hund spazieren geht, wird er Zeuge eines Mordes. Die Polzei fordert ihn am Tatort auf, als Kronzeuge zur Verfügung zu stehen, doch Johnson entschließt sich zur Flucht und taucht unter. Seine Frau Eleanor (Ann Sheridan) gibt an, dass sie glaube, ihr Mann nutze den Anlass sie zu verlassen. Sie erachte ihre Ehe für gescheitert, da ihr Mann das Zutrauen in seine Qualitäten als Künstler verloren habe. Inspektor Ferris (Robert Keith) will Johnson mit Hilfe Eleanors aufspüren, doch weigert sie sich. Stattdessen nimmt sie das Angebot des Journalisten Danny Leggett (Dennis O’Keefe) an, der Eleanor 1000 Dollar verspricht, wenn Frank Johnson seine Geschichte exklusiv ihm überlasse. Anhand von Indizien versuchen die beiden, Frank Johnson auf die Spur zu kommen. Doch neben ihnen und der Polizei hat noch jemand Interesse daran. Dessen Absichten sind allerdings mörderisch…
 
Der Plot ist simpel, doch das Skript ist exzellent, aufgeladen mit messerscharfen Dialogen, die die beiden wettergegerbten Darsteller Dennis O’Keefe und Ann Sheridan zu reichem Leben bringen. Eleanor: “I don’t like this place”. Danny: „I used to come here with my girl when I was a kid. It's more frightening than romantic. It's the way love is when you're young... life is when you're older”. Den Rest besorgt Regisseur Norman Foster in einer Manier, die dem B-Film-Noir ein spätes Hightlight hinzufügt. Erstlassige Drehorte in San Francisco beinhalten Chinatown, North Beach, Telegraph Hill und einen Rummelplatz am Strand mit dem Namen Playland, den es dort längst nicht mehr  gibt. Die schwarzweiße Fotografie ist voller Kontraste, nächtlicher Untiefen und den Löchern in Stiegen und Fluchten, die nirgendwo hinführen - ein Labyrinth der Ängste und Abgründe. Trotz eines sichtbar schmalen Budgets vermag Foster dank seiner Darsteller – inklusiver all derer in Nebenrollen! - und der schon genannten Ressourcen und Fertigkeiten einen wunderbar stimmungsvollen Film abzuliefern. Einer weiß zuviel ist sicher kein Opus Magnum, doch ein Film Noir aus der Reihe von B-Produktionen, der es wert ist, erneut ein Publikum zu finden.
 
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© Arrow Films
 
Damit sieht es bis dato allerdings nicht gut aus. Es gibt zurzeit als DVD-Editionen jeweils eine aus England und aus den USA, die den Film zwar ungekürzt, aber in recht bescheidener Bildqualität anbieten. Das Finale im Playland war eindeutig eine Quelle der Inspiration für Alfred Hitchcocks im darauffolgenden Jahr erschienenen Film Noir Der Fremde im Zug / Verschwörung im Nordexpress (USA 1951). Dennis O'Keefe und Ann Sheridan retteten sich mit einer Reihe heute mehr oder minder vegessener Western, Komödien und Abenteuerfilme über die McCarthy-Ära und traten ab 1956 vorzugsweise in Fernsehrollen auf. Robert Keith schaffte es immerhin noch in Laslo Benedeks Der Wilde (USA 1953), der Durchbruch für Marlon Brando, und das Jahr 1958 sah ihn in Don Siegels spätem und exzellentem Film Noir Der Henker ist unterwegs, dem auch Kameramann Hal Mohr seine Künste lieh. Wie für O'Keefe und Sheridan wurde Einer weiß zuviel auch für Norman Foster der letzte Film Noir, der noch bis 1974 in Film und Fernsehen allerlei Durchschnittskost ablieferte.
 
Die DVD-Ausgaben von Revelation Films Ltd. (UK) in deren The Film Noir Collection (2009) und die von Alpha Video (USA, codefree) bringen den Film jeweils im Originalformat, bildtechnisch nicht restauriert, mit original englischer Tonspur und ohne Untertitel. Ton und Bild genügen leider nicht heutigen Ansprüchen, sind allerdings auch nicht über die Maßen schlecht.
 

Film Noir | 1950 | USA | Norman Foster | Hal Mohr | Dennis O'Keefe | Robert Keith | Steven Geray | Ann Sheridan

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