Morgen wirst du nicht erleben, Den

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Bewertung
****
Originaltitel
Kiss Tomorrow Goodbye
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1950
Darsteller

James Cagney, Barbara Payton, Helena Carter, Ward Bond, Luther Adler

Regie
Gordon Douglas
Farbe
s/w
Laufzeit
103 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Warner Bros.
 
Im Gerichtssaal sitzen sechs Männer und eine Frau auf der Anklagebank, als der Staatsanwalt (Dan Riss) zu seinem Plädoyer anhebt. Die wichtigste Person, so deklamiert er, sei nicht vor Ort, der Drahtzieher und Anstifter allen Unheils. Also rekapituliert er die Geschichte Ralph Cotters (James Cagney)… Mithilfe eines korrupten Wachmanns und seines Mithäftlings Carleton (Neville Brand) brach Cotter vor einiger Zeit aus dem Gefängnis aus. Auf der Flucht hat er seinen verwundeten Kumpel kaltblütig erschossen und suchte dennoch Zuflucht bei dessen Schwester Holiday (Barbara Payton), mit der er kurzerhand anbandelte, nachdem er in einem Supermarkt auf brutale Weise die Lohngelder erbeutet hatte. Kein Polizist erkannte Ralph Cotter, auch nicht Inspektor Charles Weber (Ward Bond) und Lt. John Reece (Barton MacLane), deren Bekanntschaft der dreiste Cotter selbst suchte. Während er vor Holiday Carleton stets das Geheimnis der Ermordung ihres Bruders hütete, erwachten in Ralph Cotter gänzlich andere Ambitionen, als er die Bekanntschaft von Margaret Dobson (Helena Carter) machte, einer ebenso verwöhnten wie lebenshungrigen Tochter aus reichem Haus…
 
Ein Jahr nach dem Erfolg des fulminanten Film Noirs Sprung in den Tod / Maschinenpistolen (1949) unter der Regie von Raoul Walsh war James Cagney ein weiteres und letztes Mal in seiner Paraderolle als Gangster zu sehen. Der skrupellose Ralph Cotter ist im Grunde keinen Steinwurf von Cody Jarrett entfernt, dem Psychopathen in Walsh’s Meisterstück. Aber sowohl die stoische Gnadenlosigkeit seines Tuns als auch die Filmhandlung reichen nicht an White Heat (Originaltitel von Sprung in den Tod / Maschinenpistolen) heran. Allemal ist das Wirken Cotters als Verführer ein interessanter Aspekt, der sich durch den ganzen Film zieht. Wer seine Weg kreuzt, beungt sich über Kurz oder Lang dessen Willen oder aber lässt sich von ihm täuschen, ohne dass Ralph Cotter dafür viel tun müsste. Seine Dreistigkeit und natürliche Autorität, die vor keiner Brutalität zurückschreckt, erscheinen unwiderstehlich und bringen sieben Menschen auf die Anklagebank des Gerichtshofs.
 
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Der damals 51jährige James Cagney trumpft in seiner Leib- und Magenrolle nochmals auf und das restliche Ensemble müht sich, Schritt zu halten. Mit Ward Bond und Luther Adler sind zwei klasse Schauspieler mit von der Partie, und an Dynamik mangelt es der Geschichte nicht. Dunkel und trügerisch ist das Netz der Abhängigkeiten. Ob in der Liebe oder beim Raubzug - niemand kann seinem Nächsten ansatzweise trauen. Von Beginn an ist dieser Film Noir ungemütlich kühl und frei von Sympathieträgern. Das lässt ihn heute für seine Zeit zwar nicht modern aber doch brutal wirken - wie einen Vorläufer des französischen Noirs ab Mitte, Ende der Fünfziger. Kein Wunder, dass Den Morgen wirst du nicht erleben zu den Einflüssen von Martin Scorsese, Quentin Tarantino und John Dahl gerechnet wird. Lange Zeit obskur war der Film vor allem wegen der Mitwirkung Barbara Paytons bekannt, deren Absturz in Alkoholismus, Exzesse, Affären und schließlich Prostitution und völlige Verarmung im Jahr 1967 mit ihrem Tod im Haus der Eltern endete.
 
Die britische DVD-Edition von Cornerstone Media ist in der Bild- und Tonqualität identisch mit der US-Ausgabe auf Artisan und bringt einen überraschend sauberen, fast exzellenten Transfer, der nicht an die Restauration großer Studios heran reicht, aber weit überm Durchschnitt von Filmen der Public Domain liegt. Die Ausstattung ist mager: außer dem Film selbst (ungekürzt ohne Untertitel) gibt es nichts zu sehen.
 

 

Film Noir | 1950 | USA | Gordon Douglas | Barton MacLane | James Cagney | Luther Adler | Neville Brand | Rhys Williams | Steve Brodie | Ward Bond | Barbara Payton

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