Zähl bis drei und bete

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Bewertung
****
Originaltitel
3:10 To Yuma
Kategorie
Western Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1957
Darsteller

Glenn Ford, Van Heflin, Felicia Farr, Leora Dana, Henry Jones

Regie
Delmer Daves
Farbe
s/w
Laufzeit
92 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Nacht in der Praerie-Poster-web2.jpg Bild Bild
© Columbia Pictures Corporation
 
In der Weite Arizonas betreiben Dan Evans (Van Heflin) und seine Frau Alice (Leora Dana) eine kleine Ranch, Doch eine anhaltende Dürreperiode und die Großen im Geschäft der Weidewirtschaft machen ihnen zu schaffen. Die Familie Evans ist von der Verarmung bedroht, sollte es nicht bald regnen. Eines Tages wird Dan mit seinen Söhnen Mark (Jerry Hartleben) und Matthew  (Barry Curtis) Zeuge, wie der Gangster Ben Wade (Glenn  Ford) mit seiner Bande eine Postkutsche überfällt. Dabei überwältigt der Kutscher Bill Moons (Boyd Stockman) einen Banditen und Wade erschießt, um nicht selbst getötet zu werden, beide Männer. Dan Evans und seine Kinder kommen mit dem Schrecken davon; Ben Wade und seine Kumpanen befinden sich auf der Flucht. Im nahe gelegenen Bisbee bringt sich Ben Wade als vermeintlicher Cowboy beim betrunkenen Marshall (Ford Rainey) selbst zur Anzeige. Als seine Männer schon weiter reiten, lässt die hübsche Barfrau Emmy (Felicia Farr) den übermütigen Ben auf ein Schäferstündchen verweilen. Es wird für alle zum Verhängnis, denn er wird festgenommen...
 
Delmer Daves (Die schwarze Natter / Das unbekannte Gesicht, USA 1947) inszenierte mit Zähl bis drei und bete - der deutsche Titel ist reißerisch und irreführend - einen Westernklassiker, der im Grunde keiner ist. Nach Festnahme Ben Wades läuft alles auf das faustische Psychoduell der Protagonisten Ben Wade und Dan Evans hinaus, das den Film trägt und in einen ausgeklügelten Spannungsbogen treibt. Der erfolgreiche Gangster und der verarmte Landwirt in einem Katz-und-Maus-Spiel, darin die Versuchung und Verlockung sich vor der Einöde einer glutheißen und menschenleeren Stadt in rhetorischem Glanze anzupreisen verstehen. Glenn Ford (Heißes Eisen, USA 1953) gibt als Wildwest-Mephisto Ben Wade eine der besten Darstellungen seiner Karriere und das bis in die subtilen Konnotationen der Rolle. Van Heflin (Hemmungslose Liebe, USA 1947) wirkt vom Schicksal gegerbt, getrieben von Angst und Sorge, vor allem aber mutterseelenallein, nachdem die Schar der Gesetzeshüter genau wie in Fred Zinnemans 12 Uhr mittags (USA 1952) sukzessive das Weite sucht.
 
Bild Bild Bild
© Columbia Pictures Corporation
 
Der Zusammenstoß von Welt und Gegenwelt - all die Glücksverheißungen jenseits der Bürgermoral, die sich im Filmgeschehen kontinuierlich ad absurdum führt. Zu den thematischen Setzungen eines typischen Film-Noir-Konflikts kommt die fantastische Arbeit von Kameramann Charles Lawton jr. (Die Lady von Shanghai, USA 1947), der den Film in kontraststarken Schwarzweißbildern einfängt, darin gleißendes Licht und tiefe Schatten allgegenwärtig sind. Delmer Daves’ nüchterne Inszenierung hat nichts mit den opulenten Westerndramen John Fords gemeinsam. Leere Staubstraßen, armselige Hotelzimmer und jene karge Evans-Ranch bilden die Kulissen. Erwähnenswert ist auch das Casting eines Ensembles, das bis in kleine Nebenrollen wunderbare Leistungen bringt – Ford Rainey, Leora Dana, Dorothy Adams, Richard Jaeckel und Felicia Farr (Auf den Schienen zur Hölle, USA 1956) sind hier die unbekannten Großen. Der einzige Schwachpunkt ist ein Hollywood-Ende, das einmal mehr an die zentralen Konflikte und Fragen der Filmhandlung so gut wie nicht anschließen kann bzw. will. Dennoch ein sehenswerter Western Noir.
 
Columbia Tri-Star bringt den Film auf DVD (2002) in einer bildtechnisch erstklassig restaurierten Fassung, ungekürzt und im Originalformat, Tonspuren auf Englisch und Deutsch, haufenweise Untertitel, und den Trailer zum Action-Remake Todeszug nach Yuma (2007) als Extra.
 

 

Western Noir | 1957 | USA | Delmer Daves | Elmore Leonard | Charles Lawton jr. | Glenn Ford | Richard Jaeckel | Van Heflin | Dorothy Adams | Felicia Farr

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