Framed / Paula

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Bewertung
***
Originaltitel
Framed
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1947
Darsteller

Glenn Ford, Janis Carter, Barry Sullivan, Edgar Buchanan, Karen Morley

Regie
Richard Wallace
Farbe
s/w
Laufzeit
82 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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© Columbia Pictures Corporation

Bergab in rasender Fahrt, so befindet sich der arbeitslose Bergbauingenieur Michael Lambert (Glenn Ford) auf dem Weg in eine Kleinstadt, als er bemerkt, dass die Bremsen seines Lkws von der Tri-City Trucking Company defekt sind. Mehr schlecht als recht gelingt es ihm, in der Stadt bis zur Spedition durchzukommen, wo er zuletzt den Pickup-Truck des Glücksritters Jeff Cunningham (Edgar Buchanan) rammt. Der Tri-City-Manager (Charles Cane) spielt sich auf und verweigert Cunningham, die beschädigte Stoßstange zu bezahlen. Aber Lambert lässt sich auf der Stelle seine vereinbarten 15,- US-Dollar auszahlen und gibt einen Gutteil seines Soldes an den Geschädigten weiter. Dann schnappt er sich sein Jackett und jenen Handkoffer, der all seine Habe beinhaltet, und begibt sich auf die Hauptstraße. Sein Weg führt ihn ins La Paloma Café, wo er mit einem Whiskey den Staub und den Stress des Tages runterspülen will. Seine Aufmerksamkeit gilt aber zuerst Paula Craig (Janis Carter), Tresenkraft dieser Bar, welche ihrerseits an dem Fremden einiges an Interesse zeigt. Doch Mike Lambert findet weder die Zeit für den Whiskey noch Zeit für ein Gespräch mit Paula. Im Nu platzt der Tri-City-Manager in Begleitung von zwei Polizeibeamten (Crane Whitley, Kenneth MacDonald) herein, die sich von Lambert seinen Führerschein zeigen lassen und ihn sofort auf die Wache mitnehmen. Paula beobacht die Szene, bindet sich die Schürze ab und folgt ihnen, ohne ihren Arbeitgeber (Sid Tomack) nur eines Wortes zu würdigen…

 

“I’m right back where I started. Nowhere!” Ein klassischer Film Noir, aber mit Sicherheit kein Klassiker des Film Noirs. Glenn Ford hatte im Vorjahr seinen Durchbruch mit der Rolle des glücklosen Herumtreibers Johnny Farrell in Charles Vidors Film Noir Gilda (USA 1946), darin er es zur rechten Hand des Gangsters Ballin Mundson (George Macready) bringt und von dort das Herz von dessen Ehefrau Gilda (Rita Hayworth) erobert. Die Rolle Mike Lamberts ist eindeutig eine Variation derjenigen Johnny Farrells, und nachdem der Welterfolg mit dem schlichten Vornamen Gilda als Titel längst nicht aus dem Gedächtnis der Zuschauer entschwunden war, erschien dieser Nachfolger in England, Spanien, Portugal und mehreren Staaten Südamerikas ebenso schlicht als Paula, Vorname der von Janis Carter verkörperten Femme fatale. Letztere ist keine schlechte Schauspielerin, auch Barry Sullivan und Edgar Buchanan sind in ihren Rollen exzellent besetzt. Doch die klischeehafte Ausstattung von Carters Rolle nach dem Vorbild der Phyllis Dietrichson in dem nach einer Romanvorlage James M. Cains gedrehten Klassiker Frau ohne Gewissen (USA 1944) von Billy Wilder bekommt der Sache nicht. Während Barbara Stanwyck mit der manipulativen und desperaten Persönlichkeit der Femme fatale über sich hinauswächst und Klasse beweist, hausiert Janis Carter als Paula Craig allzu sehr mit den plumpen Attitüden des Sex-Objekts, dank derer sie Mike Lambert in eine Abhängigkeit zu treiben hofft. Ihre Fürsorge für den Fremden ist für den Zuschauer von Anbeginn offensichtlich falsch und gespielt, weshalb die weitere Entwicklung, wenn sie sich ernsthaft für den stets mürrisch impulsiven, mitunter plan unsympathischen Lambert interessiert, wenig glaubwürdig erscheint. Nicht nur dadurch wird Framed / Paula für den Connaisseur des Film Noirs zu jener Art Film, von dem man sich von Szene zu Szene wünscht, er möge aus seinen tendenziell guten Anlagen mehr herausholen.

 

Barry Sullivan (Der Todesreifen / Ein gefährlicher Rivale, USA 1946) ist als Bankier Steve Price für seine Ehefrau Beth (Karen Morley) so kalt wie ein Fisch - eine Rolle, die ihm überaus liegt. Edgar Buchanan (Zwei in der Falle, USA 1951) gibt den sympathischen, ewig glücklosen “Old Timer“, wenngleich er zu dem Zeitpunkt gerade einmal 44 Jahre zählte. Es ist der immer und ewig zuverlässige Glenn Ford, der hier beizeiten deplatziert wirkt. Mike Lamberts Machismo, seine unverhohlene Lust auf die attraktive Paula Craig und sein desperates Streben nach dem bisschen Glück, das ihm bisher fehlte und sein Leben ins Vergessen durch den Alkohol driften ließ, sie sind für den zentralen Charakter dieser Geschichte nicht genug. Dass sich Paula Craig letztlich für den rüden und rüpelhaften Lambert entscheidet, der von ihr ausgehalten wird und doch mit Selbstmitleid nicht hinterm Berg hält, leuchtet nicht ein. Während die von Robert Mitchum dargestellten Opfer der Liebe und des Betrugs, von The Locket (USA 1946) bis zu Engelsgesicht (USA 1952), immer auch warme und empathische Züge zeigen, erscheint uns Lambert als ewig trotziger Teenager in Männergestalt. Framed / Paula ist allemal kurzweilig, von Kameramann Burnett Guffey wunderbar bebildert, doch ein Muss ist der Film, dessen Schluss nochmals besonders bieder und vorhersehbar erscheint, letztlich nicht.

 

Eine italienische DVD-Edition (2013) von Golem Video unterm Titel Il Cerchio Si Chiude und eine spanische DVD (2015) von Bang Bang Movies unterm Titel Paula bringen den Film ungekürzt im Originalformat, bild- und tontechnisch einwandfrei, dazu stets die original englische Tonspur, optional auch je eine italienische oder eine spanische Synchronisation, mit wahlweise jeweils italienischen oder spanischen Untertiteln.

 

Film Noir | 1947 | USA | Richard Wallace | Burnett Guffey | Art Smith | Barry Sullivan | Edgar Buchanan | Glenn Ford | Karen Morley

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