Gesetz der Straße - Brooklyn’s Finest

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Bewertung
****
Originaltitel
Brooklyn’s Finest
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2009
Darsteller

Richard Cere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Lili Taylor

Regie
Antoine Fuqua
Farbe
Farbe
Laufzeit
127 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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Nachts an einem abgelegen Ort in Eastside Booklyn, New York: Der Kriminelle Carlos (Vincent D’Onofrio) sitzt mit dem Polizeibeamten Salvatore Procida (Ethan Hawke) vom NYPD in seinem Wagen und erzählt die Geschichte eines Gerichtstermins, als er wegen extremer Trunkenheit am Steuer strafrechtlich belangt werden sollte. Urplötzlich erschießt Sal den Mann, ergreift eine Papiertüte aus dessen Händen und macht sich davon. Eddie Dugan (Richard Gere) ist Streifenpolizist des New Yorker Polizeireviers 64. Noch sieben Tage wird es dauern, bis er nach 22 Jahren in Pension gehen wird. Eddie kreuzt jeden einzelnen der verfluchten Tage im Dienst auf der Innseite seines Stahlspindes aus. Er hasst seine Arbeit, hasst die Stadt und die haltlose Verrohung einer Gesellschaft, die ihm Alpträume und Alkoholismus beschert. Lediglich der Hure Chantal (Shannon Kane) kann er seine Gefühle zeigen und zwar ihretwegen. Da bekommt Eddie den Auftrag, Melvin Panton (Logan Marshall-Green), einen Heißsporn und ex-Marine, in seinen ersten Tagen im Dienst zu unterstützen. Tango (Don Cheadle) arbeitet undercover in den Spitzen der schwarzafrikanischen Drogengangs der Stadt und heißt Clarence Butler. Seine lückenlose Biografie und seine Zuverlässigkeit sichern ihm das Vertrauen der Gangster. Doch Clarence / Tango will sich von Lt. Bill Hobarts (Will Patton) nicht mehr hinhalten lassen. Er muss von der Straße weg, denn je länger er dort ist, desto mehr verwandelt er sich vom Polizisten zu einem der Gegenseite. Nun hat auch seine Frau Allisa (Tawny Cypress) die Scheidung beantragt. Aber nicht nur der Mord an einem schwarzen Studenten durch einen Polizisten beschert allen in Brooklyn eine harte Zeit. Auch dass Gangsterboss Caz (Wesley Snipes) nach Jahren im Gefängnis auf freien Fuß kommt, soll für die drei Cops Folgen haben…
 
“They were right even though they were wrong. And I was wrong only *because* that I was right. Ya see? You get that now.“ Diese Sätze fallen früh im Film und bilden quasi die Stimmgabel für das dramatische Geschehen. Richtig oder falsch, den Staatsgesetzen gegenüber treu ergeben und oder sogar wider die Gesetze Gottes - „ I don’t want God’s forgiveness. I want his fuckin’ help!“ - sind die antiken Parameter dieser zutiefst und fast vollends zerfressenen Gesellschaft der westlichen Hemisphäre, darin es alles zu haben gibt – nur die Hoffnung längst nicht mehr. Gangster mit Polizeimarke gegen Gangster ohne, das ist Antoine Fuquas Setting, typisch für den Neo Noir seit den Spätsechzigern und das in direkter Erbfolge von Filmen wie Fritz Langs Heißes Eisen (1953) oder Orson Welles’ Im Zeichen des Bösen (1958). Die Korruption ist in Fuquas Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest mit ihren Mechanismen der Tarnung und Täuschung allgegenwärtig, einmal politisch und dann wieder materiell motiviert, in den oberen Etagen und im Kellegeschoss der Gesellschaft gleichermaßen. Solcher Neo Noir ist nicht bloß düster und brutal, er ist im Grunde nihilistisch, den Charakteren gegenüber dramaturgisch konsequent und somit tragisch. Gerade im Finale ist der Film nicht eben zimperlich.
 
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© Studiocanal GmbH
 
Die vier Hauptdarsteller inklusive Wesley Snipes liefern einige ihrer besten Leistungen in Jahren - mit Ethan Hawke als herausragend, der aberwitzig intensiv daher kommt. Auch in den Nebenrollen gibt es wunderbare Schauspieler – Ellen Barkin, Lili Taylor und der gebürtige Ire Brían F. O'Byrne sind exzellent gewählt. Die Regie baut über die Spieldauer eine stringenten Spannungsbogen; das Skript führt die Erzählstränge clever zusammen. Gedreht an Originalschauplätzen in Brooklyn, New York, und mit reichlich Film-Noir-Atmosphäre seitens des mexikanischen Kameramanns Patrick Murguia unterläuft formal kein Fehler. Gibt es einerseits zuviel Musik als atmosphärische Geschmacksverstärker, gibt es andererseits mit Songs von The Delfonics, Jefferson Airplane, Isaac Hayes oder The Platters in Schlüsselszenen manch geglückte Referenz. Für Ciprian David, so in Negativ. Magazin für Film- und Medienkultur, ist Gesetz der Straße - Brooklyn’s Finest „ein Post-Noir-Krimi, der sich aus einer eigenen Perspektive seine filmgeschichtlichen Wurzeln sucht, vorstellt und reflektiert.“ Und da liegt auch das Problem des Films. In den 90er Jahren hätte Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest sicher Kultstatus erworben. Heute kommt einem zu vieles bekannt vor, erweisen sich die Einflüsse Sidney Lumets, Abel Ferraras oder Martin Scorseses als allzu offensichtlich. Von Bad Lieutenant (1992) über Phoenix – Blutige Stadt (1998) bis zu Narc (2002) – der Copthriller im Neo-Noir-Gewand ist ein Genre, das reichlich und teils exzellent umgesetzt wurde. Antoine Fuquat macht seine Sache sehr gut, schlägt aber keine neue Saite an. Was bleibt, ist ein souverän inszenierter, spannender und grimmiger New-York-Noir. Allemal sehenswert!
 
Exzellente BD oder DVD von Kinowelt / Studiocanal (2011) mit dem Film, bildtechnisch topp, ungekürzt und im Originalformat (2.35:1), Tonspuren auf Englisch und Deutsch, optional deutsche Untertitel - Audiokommentar, Kinotrailer, geschnittene Szenen, ein Making of, eine Fotogalerie, etc. als Extras.
 

Neo Noir | 2009 | USA | Antoine Fuqua | Don Cheadle | Ethan Hawke | Michael Kenneth Williams | Richard Gere | Vincent D'Onofrio | Wesley Snipes | Will Patton | Ellen Barkin | Lili Taylor

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