Assassin For Hire

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Bewertung
***
Originaltitel
Assassin For Hire
Kategorie
Film Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1951
Darsteller

Sydney Tafler, Katharine Blake, John Hewer, Ronald Howard, June Rodney

Regie
Michael McCarthy
Farbe
s/w
Laufzeit
64 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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London, England: Im Stadtviertel Soho ist in der Dunkelheit niemand unterwegs, als Ian McCullough um 10 Uhr abends die Straße entlang kommt und um die Ecke biegt. Er sieht Antonio Riccardi (Sydney Tafler) nicht einmal, seinen Mörder, der ihn ohne zu zögern erschießt. Riccardi blickt sich um, steckt seine Pistole in die Tasche des Trenchcoats und schlendert von dannen… Detective Inspector Carson (Ronald Howard) sitzt des Morgens im Büro und reinigt seine Pfeife, indessen er seinen Kollegen Detective Sgt. Stott (Gerald Case) darüber aufklärt, dass man sich als Polizist am besten ebenso wenig an die Regeln hielte wie jene Kriminellen, denen man das Handwerk legen müsse. Das Telefon klingelt und Carson erhält Nachricht von dem Mord in Soho, indessen er sich Notizen macht. Letztere wirft er Stott noch schnell auf den Schreibtisch, als er zur Tür hinaus und zum Tatort eilt. In seiner gemütlichen Wohnung nimmt Antonio Riccardi sich von seiner Ehefrau Maria (Katherine Blake) das Frühstück servieren, indessen sein junger Bruder Giuseppe (John Hewer) auf der Violine übt und Maria sich über die Morde in der Samstagszeitung erregt. Antonio hat Pläne für seinen Bruder, den er nicht in einem zweitklassigen Orchester beginnen lassen möchte, sondern sich sofort als einen Solisten und Stargeiger auf die großen Konzertbühnen wünscht - so wie es sich ihre Mutter vor ihrem Tod erträumte. Giuseppe, der mit Helen Garrett (June Rodney) liiert ist, ersehnt sich jedoch die Unabhängigkeit von Antonio und dessen Geld…

 

“The slow-paced story and thin plot are boosted by solid performances from Sidney Tafler in a rare lead role and Ronald Howard”, weiß Britmovie über diesen höchst obskuren Fund zu berichten, der seinerzeit bereits das Remake eines gleichnamigen Fernsehfilms (UK 1950) der BBC war, darin einzig Sydney Tafler bereits als Antonio Riccardi zu sehen war, die übrigen Rollen jedoch von einem komplett anderen Ensemble gespielt wurden. Tatsächlich sind die beiden genannten Schauspieler als Kontrahenten eines Katz-und-Maus-Spiels das Highlight der sichtbar billigen B-Produktion, wenngleich auch die übrigen Akteure allesamt solide aufspielen. Es sind auch keinesfalls die Drehorte, welche den Film trotz einer Spielzeit von lediglich 64 Minuten eher langatmig und zäh erscheinen lassen. Es ist die belang- und lieblose Inszenierung, jene überaus konventionelle Kameraarbeit und eine fade Regie, die für den Zuschauer die Frage aufwirft, warum sich die Merton Park Studios seinerzeit die Mühe gaben, solche Erzählung von Rex Rienits (EA 1950) im Jahr nach der TV-Adaption für das Kino zu verfilmen, wenn das Ergebnis wiederum wie ein Fernsehfilm wirkt? Zu einer Zeit, als der britische Film Noir dank Regisseuren wie Carol Reed, John Boulting, Basil Dearden, Robert Hamer, Roy Ward Baker und Albert Cavalcanti bereits hervorragende Beispiele seiner Möglichkeiten vorgelegt hatte, wirkt Assassin For Hire gerade wegen eines vielversprechenden Dreh- und Angelpunkts seiner Handlung wie eine leichtfertig verschenkte Chance.

 

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“You know, I’ve never met this Riccardi, sir. What’s he like?” - “Smooth. So smooth and sure and efficient, sometimes I wonder if he’s a man or a machine.“ Der italienischstämmige Briefmarkenhändler Antonio Riccardi, Immigrant und Kenner seiner kulturhistorischen Waren, erscheint deutlich dem Antiquitätenhändler Descius Heiss (Oscar Homolka) in George Kings Fluch der Vergangenheit / Ruf der Vergangenheit (UK 1947) nachempfunden. In jenem Film Noir ist es die Tochter des heimlich kriminellen Mannes, welche Violine spielt und deren Erfolg dem Familienoberhaupt über alle Maßen am Herzen liegt. Trotz des eindeutigen Vorbilds kann Taflers Antonio Riccardi jedoch bestehen. Im Gegensatz zu Oscar Homolkas Gemütsmensch ist sein vollends amoralischer Doppelgänger bei Nacht, der im Zweitberuf des Auftragskillers ganz emotionslos und völlig ohne Einsicht in eine etwaige „Schuld“ agiert, eine bemerkenswert moderne Figur. Wie schon in Frank Tuttles Die Narbenhand (USA 1942), darin Alan Ladd als Profikiller Philip Raven im Zentrum des Films steht, liegt auch hier das Interesse auf der amoralischen Haltung Riccardis. Sie ist die Nuss, die Detective Inspector Carson knacken muss, der seinerseits versucht, hinter die Fassade zu blicken und den Menschen Riccardi auszuloten. Dies wäre eine im Grunde zeitlose Prämisse für einen Film Noir. Nur gestalten Michael McCarthy als Regisseur und Rex Rientis als Autor nicht viel, sondern lassen sich ins Fahrwasser einer 08/15-Kriminalgeschichte treiben, die zwar routiniert auf den Punkt kommt, mehr aber nicht. Insofern kann man sich diesen Film, der kein Ärgernis darstellt, allemal schenken.

 

Gemessen an seiner Obskurität eine sensationell aufbereitete DVD-Edition (2015) der Network Distribution für Studiocanal Films Ltd. mit dem Film selbst ungekürzt im Originalformat, bild- und tontechnisch einwandfrei restauriert, ohne Untertitel und mit dem Faksimile des Drehbuchs in Form einer PDF-Datei als Extra.

 


Film Noir | 1951 | UK | Michael McCarthy | Ronald Howard | Sydney Tafler

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