Todsünde

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Bewertung
***
Originaltitel
Leave Her to Heaven
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1945
Darsteller

Gene Tierney, Cornel Wilde, Jeanne Crain, Vincent Price, Ray Collins

Regie
John M. Stahl
Farbe
Farbe
Laufzeit
105 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Twentieth Century Fox Film Corporation
 
Der Rechtsanwalt Glen Robie (Ray Collins) empfängt auf seiner Ranch in Jacinto, New Mexico, einige Gäste - unter ihnen den Schriftsteller Richard Harland (Cornel Wilde) und die hübsche Ellen Berent (Gene Tierney). Mit von der Partie sind auch Ellens Mutter (Mary Philips) und ihre Kusine Ruth (Jeanne Crain), die als Kind von den Berents adoptiert wurde. Ellen sieht sich durch Richard an ihren über alles geliebten Vater erinnert, der vor zwei Jahren ums Leben kam. Sie verstreut ihres Vaters Asche in den Bergen New Mexicos, löst ihre Verlobung mit Staatsanwalt Russell Quinton (Vincent Price) und heiratet Richard Harland. Die frisch Vermählten ziehen nach Warm Springs, Georgia, in die Nähe von Richards gehbehindertem Bruder Danny (Darryl Hickman). Trotz Ellens Einspruch lebt der Teenager Danny nach seiner Entlassung aus dem Sanatorium mit in Richards einsam gelegenem Haus an einem See in Maine. Die von ihrer Liebe zu Richard zunehmend besessene Ellen zeigt das extreme Maß ihrer Eifersucht erstmals beim überraschenden Besuch ihrer Mutter und Ruth. Als Ellen kurze Zeit später, um Richard mit den Fortschritten seines Bruders eine Freude zu bereiten, mit Danny ein Schwimmtraining abhält, erleidet dieser im kalten Wasser des Sees einen Krampf. Er versucht verzweifelt, zu Ellen in ihrem Ruderboot zurückzukehren...
 
Todsünde wartet mit einer guten Story, vereinzelt exquisiten Szenen und bemerkenswerten Darstellungen durch Gene Tierney und Vincent Price auf. Im Ganzen verspielt der Film sein Potential leider völlig. Die aus dem Ei gepellten Charaktere der US-amerikanischen High Society bleiben im Gegensatz zu einem Film Noir à la Laura (ebenfalls mit Tierney und Price) blass. Ellen Berent als manische Femme fatale ist zuletzt zwar psychotisch und doch ein Charakter ohne nachvollziehbare Motivation und ohne Tiefe. Cornel Wilde als Richard Harland ist ein Sunnyboy, dem man den Typus Schriftsteller (und auch Maler) keine Minute lang abnimmt. Er ist eindeutig fehlbesetzt. Alle Charaktere sind willensschwach und lau - mit Ausnahme von Ellen und Russell Quinton, deren Schauspiel nicht zuletzt deshalb dominieren kann. Das doppelte Ende des Films ist unglaubwürdig, sowohl das im Gerichtssaal als auch das zuletzt noch angeklebte Happy End, das den Hollywood-Kitsch so richtig auf die Spitze treibt.
 
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© Twentieth Century Fox Film Corporation
 
Die Szene mit Ellen und Danny auf dem See ist dramaturgisch exzellent umgesetzt und das gleiche gilt für den späteren Treppensturz. Hier zeigt der Film-Noir-Charakter Ellen Berent sein wahres Gesicht und Gene Tierney bringt es erstklassig rüber. Die Hyperromantik der Fotografie und die Kameraarbeit des Technicolor-Films sind durchschnittlich. Mit dem charaktervollen Film-Noir-Stil von Lang, Siodmak, Wilder oder Dmytryk, die 1944 um Längen bessere Filme drehten, hat Stahls Melodram nichts gemein. Das ist bedauerlich, denn die Vorlage hätte die Chance geboten, daraus einen richtig pointierten Film Noir zu machen. Unterm Titel Too Good To Be True gab es 1988 ein Remake fürs US-Fernsehen. 
 
Die deutsche DVD von Twentieth Century Fox bringt den Film in einer bildtechnisch sauber restaurierten Fassung, ungekürzt im Originalformat mit reichlich Tonspuren und Untertiteln, und ist lediglich bei den Extras ein wenig zu sparsam.
 

Film Noir | 1945 | USA | John M. Stahl | Cornel Wilde | Darryl Hickman | Ray Collins | Vincent Price | Gene Tierney | Jeanne Crain

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