unsichtbare Falle, Die

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Bewertung
****
Originaltitel
The Spanish Prisoner
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1997
Darsteller

Campbell Scott, Steve Martin, Rebecca Pidgeon, Ben Gazzara, Ricky Jay

Regie
David Mamet
Farbe
Farbe
Laufzeit
110 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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Der hoch spezialisierte Mathematiker Joe Ross (Campbell Scott) und sein Rechtsberater George Lang (Ricky Jay) haben im Auftrag einer von Mr. Klein (Ben Gazzara) geleiteten New Yorker Firma eine Methode entwickelt, mit der sich Finanzströme auf dem Weltmarkt für die nächsten drei bis fünf Jahre kontrollieren ließen. Solche als „Prozess“ vorgestellte Geheimformel wird bei einem Meeting auf der Karibikinsel St. Estèphe drei interessierten Kunden (Richard L. Friedman, Jerry Graff, G. Roy Levin) aus den höchsten Sphären der Finanzwirtschaft vorgestellt, denen Mr. Klein den Prozess gern verkaufte. Auch die neu eingestellte Sekretärin Susan Ricci (Rebecca Pidgeon) ist auf Anweisung Mr. Kleins mit von der Partie. Als er am Strand ein paar Fotos schießt, lernt Ross den steinreichen Lebemann Julian “Jimmy“ Dell (Steve Martin) kennen, der sich für einen kleinen Gefallen erkenntlich zeigen möchte und sich mit Ross für den kommenden Freitag in New York zum Abendessen verabredet. Während Mr. Klein darum bemüht ist, Ross’ Erwartung einer Bonuszahlung hinaus zu zögern, bittet Julian Dell den Mathematiker am Tag von dessen Abreise darum, für seine jüngeren Schwester, eine professionelle Tennisspielerin, in New York ein Paket abzugeben. Im Flugzeug schürt Susam Ricci mit ein paar Bemerkungen das Misstrauen Joe Ross’ an der Echtheit des Millionärs und den wahren Absichten Julian Dells. Kurz vor der Landung geht der reichlich nervöse Ross mit Dells Paket auf die Toilette und öffnet es…

 

”The Spanish Prisoner isn’t your typical noir movie, (…) but where it does intersect with the genre is in its twisty plotting and its visual palette and camera work”, stellt Petr Knava in seinem Artikel 6 Forgotten Gems Of The Early Nineties Neo-Noir Renaissance für Pajiba fest. Tatsächlich ist nichts typisch und nichts gewöhnlich in diesem Film von Autor und Regisseur David Mamet, der sich 10 Jahre zuvor mit seinem Neo Noir Haus der Spiele (USA 1987), zugleich sein Debüt als Regisseur, einen festen Platz unter den hoch gehandelten Erneuerern des Thriller-Kinos gesichert hatte. Andererseits verdeutlicht Die unsichtbare Falle, wie sehr David Mamet auf Tugenden alter Schule setzt. Der oft überstrapazierte Vergleich mit dem Innovator und Meister des Thrillerkinos, Alfred Hitchcock, hier ist er tatsächlich mal angebracht. Mit Quentin Tarantino, David Fincher oder Jim Jarmusch, um einige seiner Zeitgenossen auf dem Feld des Neo Noirs zu nennen, verbindet Mamet wenig. Ich sehe ihn eher in der Nachbarschaft Steven Soderberghs oder John Sayles’. Sein Spiel mit falschen Identitäten und dem Dreh- und Angelpunkt eines Betrugs, dem zahlreiche überraschende Wendungen in der Handlung Rechnung tragen, ist eine Gratwanderung. John McNaughtons Wild Things (USA 1998) ist ein Beispiel dafür, wie so etwas zur enervierenden Farce und zum Selbstzweck geraten kann. Nicht so bei David Mamet! Zwar ist im Detail nicht alles zu 100% wasserdicht, -  auch in Filmen Hitchcocks oft ebenso wenig - in seiner Anlage und in Verzahnung der für den Fortgang der Erzählung relevanten Puzzleteile ist Die unsichtbare Falle jedoch meisterhaft konzipiert. Solcher Neo Noir ist ein Film für Cineasten, ein raffiniertes Spiel mit dem Zuschauer dank Technik und Ästhetik des Filmschaffens als der Bühne eines Erlebens, wie es eigens im Kinosaal möglich ist.

 

“Worry is like interest paid in advance on a debt that never comes due.“ Der Absolvent einer New Yorker Schauspielschule, David Mamet, ist seit 1970 als Dramatiker tätig und durch und durch ein Mann des Theaters. Dem Bühnenerfolg seiner Stücke verdankte er seine Chance in der Welt des Films und er verstand sie zu nutzen. Wie seinerzeit John Huston erwies sich Mamet im Fach der Regie voll am Platz und schrieb unterm Titel Die Kunst der Filmregie (EA 2003) sogar ein Buch darüber. Schon mit seinem ersten Drehbuch für Bob Rafelsons Wenn der Postmann zweimal klingelt (USA/GER 1981) nach James M. Cains Roman Die Rechnung ohne den Wirt (EA 1934) zeigte er seine Leidenschaft für den Film Noir. Heute sind Haus der Spiele (USA 1987) und Homicide - Mordkommission (USA 1991) in der renommierten Criterion Collection erschienen. Die unsichtbare Falle, fast ein weiteres Meisterstück, wurde 1998 via Arthaus / Studiocanal auch in deutschen Kinos gezeigt und erschien 1999 als VHS-Video. Inzwischen ist das Werk, das Steve Martin in ungewöhnlicher Rolle und mit Ben Gazzara eine weitere Ikone der 60er und 70er Jahre zeigt, zwar international, nicht aber in Deutschland als DVD greifbar - zeitloses Thrillerkino mit knackigen Dialogen und einem intelligent verschachtelten Skript. Mit Heist - Der letzte Coup (CAN/USA 2001) legte David Mamet kurze Zeit später nochmals nach, obgleich ihn die Filmkritik für diesen grandios besetzten Flirt mit dem Mainstream heftig kritisierte.

 

Vor allem die US-DVD (1998) in der Reihe Sony Pictures Classics von Columbia TriStar Home Video bietet den Film bild- und tontechnisch topp im Originalformat und ungekürzt, wahlweise den englischen, französischen oder spanischen Ton mit optional englischen, spanischen oder französischen Untertiteln, dazu den Kinotrailer als Extra. Die spanische DVD (2012) bietet als La Trama fast das gleiche, nur keine englischen oder französischen Untertitel, die englische DVD hat mit 4:3 (Vollbild) das falsche Bildformat.

 


Neo Noir | 1997 | USA | David Mamet | David Mamet | Ben Gazzara | Jack Wallace | Steve Martin | Rebecca Pidgeon

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