Give ’em Hell Malone

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Bewertung
**
Originaltitel
Give ’em Hell Malone
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2009
Darsteller

Thomas Jane, Ving Rhames, Elsa Pataky, French Stewart, Leland Orser

Regie
Russell Mulcahy
Farbe
Farbe + s/w
Laufzeit
93 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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Spokane, Washington: Bei einem Schusswechsel in dem verzweigten Inneren eines Lagerhauses tötet Privatdetektiv Malone (Thomas Jane), der im Auftrag seines Mittelsmanns Murphy (Leland Orser) mehreren Gangstern einen Metallkoffer abknöpfen soll, seine Gegner geradezu reihenweise. Aber auch er selbst wird verwundet und bei einer Verfolgung über die Dächer hinab auf die Straße hat er das Nachsehen. Pencil Stache (David Andriole), der ihn in die Schulter schoss, hat jetzt den Koffer und schafft es hinab aufs Trottoir, wo er einen just angekommenen Lieferwagen von Rudy’s Flowers vorfindet, einsteigt und den Motor startet. Aber Malone, der die Feuertreppe hinunter rast, hat ihn gesehen und springt aufs Dach. In dem Augenblick, da der Wagen anfährt, fällt er aber hintenüber auf die Straße. Mit seinem 1952er Chop Top Buick Straight 8 nimmt Malone die Verfolgung auf, und da er mit den umliegenden Gassen besser als Pencil Stache vertraut ist, kann er ihn nach einem halsbrecherischen Manöver in einen Unfall treiben und seinem Widersacher den Koffer wieder abjagen… Alsdann führt ihn der Weg zum Rockwood at Hawthorne, einem hübsch gelegenen Altenheim, darin auch Malones Mutter Gloria (Eileen Ryan) ein Apartment bewohnt. Letztere freut sich ihn zu sehen, stellt aber schnell fest, dass er wieder einmal eine Schussverletzung abbekommen hat. So nimmt sich die erfahrene Dame seiner an und operiert die Kugel heraus, allerdings ohne sich die Mühe einer Narkose zu machen…

 

Die Dreistigkeit dieses Neo Noirs liegt nicht so sehr im schlechten Schauspiel der meisten Akteure inklusive eines deplatziert wirkenden Thomas Jane begründet. Sie ist nicht nur den einfallslosen Drehorten und der faden Kameraarbeit, der immergleichen Choreografie von Action-Sequenzen, dem  Allerwelts-Jazz oder den blöden Rollencharakteren geschuldet. Die Dreistigkeit besteht darin, eine unübersehbare Null von Handlung allen Ernstes als klassische Detektivgeschichte im Stil jener Filmdramen der 40er und 50er Jahre nach Raymond Chandler oder Dashiell Hammett bemänteln zu wollen und damit in der Lächerlichkeit zu enden. Ich habe schon lange keine 93 Minuten Film am Stück gesehen, die mir trotz ihres Bemühens um Dynamik derart langatmig erschienen wie die Spielzeit von Give ’em Hell Malone. Seine uninspirierte, quälend irrelevante Rätselgeschichte um den Inhalt eines Aktenkoffers und die Vergangenheit des Privatdetektivs Malone ist eine Ansammlung von Klischees und Ideen aus anderen Filmen, so dass das Wort vom “Zitat“ schlicht unangebracht scheint. Die kopierte Optik und die infantile “Coolness“ der Dialoge aus Sin City (USA 2005), - “My name is Malone. In my line of work, you have to knife before you´re punched – and shoot before you´re knifed.” -  Doug Hutchison als Matchstick, ein missglücktes Imitat von Heath Ledgers Joker in The Dark Knight (USA 2008), Elsa Patakys Femme fatale Evelyn als Blaupause Helen Grayles (Charlotte Rampling) in Fahr zur Hölle, Liebling (USA 1975), dummerweise ohne darstellerische Begabung, all das funktioniert in keiner einzelnen Minute.

 

„Die Protagonisten sind Abziehbilder ihrer Funktionen in der Narration und bewusst comichaft und ohne Tiefe gehalten, der ganz klassisch von einem McGuffin ausgehende Plot bleibt ohne Relevanz“, bringt es Jochen Werner in seiner sonst noch milden Renzension für F.LM auf den Punkt. Der Neo Noir hatte zu allen Zeiten den Anspruch, sich einerseits von zeitlosen Klassikern inspirieren zu lassen und andererseits den Herausforderungen der Zeit seiner Entstehung dadurch nicht auszuweichen oder entgehen zu wollen. Besonders Regisseure der Ära, die als New Hollywood in die Filmgeschichte einging, haben z.B. mit French Connection / Brennpunkt Brooklyn (USA 1971), Klute (USA 1971) oder Getaway (USA 1972) bewiesen, dass sie jenseits der Restriktionen durch den Hays Code der 40er und 50er Filme schufen, die einerseits traditionsverhaftet und andererseits innovativ sein konnten. Bei Give ’em Hell Malone findet diesbezüglich nichts zueinander. Malones 1952er Buick und der in den 50er Jahren verhaftete Kleidungsstil der Protagonisten wirken im Kontext der zeitgenössischen Kulissen wie Faschingsschmuck. Die Action ist übertrieben, der Tarantino-Stil allzu offensichtlich die Vorlage dafür, der Zeitlupeneffekt wird - typisch für Action in B-Produktionen - überstrapaziert, etc. pp.In der letzten Sequenz vor dem Abspann lesen wir “To be continued…“ auf dem Bildschirm. Dass dies bis heute nicht erfolgte, dürfte kaum jemanden wundern: “Once you’re dead, you stay that way.“ Na, hoffentlich!

 

Gute BD- und DVD-Editionen (2010) der deutschen Splendid Film mit dem Film ungekürzt (FSK 18) im Originalformat, bild- und tontechnisch einwandfrei, Tonspuren wahlweise auf Deutsch oder Englisch, dazu optional deutsche Untertitel, und außer einer Trailershow keine Extras, die man natürlich auch nicht vermisst.

 


Neo Noir | 2009 | USA | Russell Mulcahy | Leland Orser | Thomas Jane | Ving Rhames

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