Two Of A Kind

banner_noir_film_festival-2018.jpg


Psychologische Verteidigung


Concorde Home Entertainment


Eddie Muller


Wenn es Nach wird in Paris


Film Noir Collection Koch Media GmbH


Brighton Rock


Hier klicken zur Blu-ray


banner_der_film_noir_3.jpg


Bewertung
**
Originaltitel
Two Of A Kind
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1951
Darsteller

Edmond O’Brien, Lizabeth Scott, Terry Moore, Alexander Knox, Robert Anderson

Regie
Henry Levin
Farbe
s/w
Laufzeit
75 min
Bildformat
Vollbild
 

 

Two Of A Kind-Poster-web2.jpg Two Of A Kind-Poster-web4.jpg Two Of A Kind-Poster-web5.jpg
© Columbia Pictures Corporation
 
Brandy Kirby (Lizabeth Scott) ist quer durch die USA auf der Suche vor vielen Jahren  aus einem Waisenhaus geflohenen Michael “Lefty“ Farrell (Edmond O’Brien), bis sie ihn nach mehreren Stationen ausgerechnet in Los Angeles, ihrem eigenen Lebensort, aufstöbern kann. Ihre Suche findet im Auftrag ihres Freundes Vincent Mailer (Alexander Knox) statt, der ein wohlhabender Rechtsanwalt ist, unter anderem in Diensten des betagten Multimillionärs William McIntyre (Giff Barnett). Schließlich findet Brandy den abgehalfterten Ganoven Farrell als Aufseher in einem Bingosaal, wo sie sich zusammen mit Mailers rechter Hand Todd (Robert Anderson) als Spielerin einfindet. Brandy flirtet mit Farrell, der darauf sofort anspringt, und Todd mimt den eifersüchtigen und zurückgelassenen Verliebten, so dass es auf dem Parkplatz zu einer Auseindersetzung kommt. Aber flugs ist auch die Polizei vor Ort, die den impulsiven Schläger Farrell in Gewahrsam nimmt und von Todd schon vor dem Schlagabtausch herbei gerufen worden war. Brandy stellt 300 Dollar Kaution für die Freilassung Farrells und hat den Tölpel damit in der Hand. Als er die Stufen des Polizeipräsidiums hinab steigt, erwatet sie ihn bereits in ihrem schmucken Cabriolet und die beiden fahren fahren zu einem hoch über der Stadt gelegenen, einsamen Ort für Liebespaare… Doch während Lefty sich gern näher mit Brandy befasste, macht diese ihm klar, dass sie und ihr anonymer Auftraggeber vorrangig an einer Geschäftsbeziehung mit Lefty Farrell interessiert seien…
 
Der Start und einige der sich zu Beginn ergebenden Verwicklungen sind keinesfalls schlecht. Aber schon bald erweisen sich die Beziehungen der Charaktere und deren Entwicklung als hanebüchen. Edmond O’Brien zeigt als ebenso bettelarmer wie abgebrühter Macho den Charme eines durch zuviel Testosteron außer Kontrolle geratenen Teddybbärs. Lizabeth Schott, in den Spätvierzigern eine große Femme fatale des Film Noirs, ist das vom Weg abgekommene Mädchen in den glamourösen Klamotten früherer Rollen. Dass sie sich in den daher gelaufenen Drifter Lefty Farrell verliebt, der als Womanizer schlicht nervt, erscheint grotesk. Two of kind…? Nun, dafür hätten die Rollencharaktere im Drehbuch bedeutend besser angelegt sein müssen. Alexander Knox als korrupter Rechtsanwalt Vince Mailer ist als Einziger aus der Riege schmieriger Halbweltfiguren aus dem richtigen Holz geschnitzt. Auch Robert Anderson ist als Todd im Kontext halbwegs gut besetzt. Aber spätestens mit Auftritt der völlig überflüssigen Nichte Kathy McIntyre (Terry Moore) als All-American-Girl und als zu jeder unpassenden Gelegenheit drapierten Sex-Fantasie, die ständig in Bikini oder Shorts herum hoppelt, führt sich das triviale Machwerk ad absurdum. Aus Film Noir wird in der zweiten Hälfte eine Gangsterkomödie und Terry Moore verleiht all ihren Szenen den Charakter von Werbespots, denn bestenfalls dort hat eine solche Schauspielqualität ihren Platz.
 
Bild Bild Bild
© Columbia Pictures Corporation
 
Der Niedergang des Film Noirs setzte zu Beginn der McCarthy-Ära, der zwischen 1948 und 1950 die Hetzjagd und die Verurteilung regimekritischer Autoren, Regisseure, Darsteller und Produzenten vorhergegangen war, schnell und nachhaltig ein. Die Ausgangslage und zu Teilen die Handlung in der ersten Hälfte von Two Of A Kind hätte zu einem weit besseren Film führen können. Doch dessen Verwässerung durch komödiantische Einlagen - hier ist Moore kaum erträglich! - sowie durch ein Finale, das die Gangster wie eine Horde bei einem Streich ertappter Lausbuben aussehen lässt, schafft einen im Ganzen inkonsistenten Hybriden. Henry Levin hatte den durchaus empfehlenswerten Film Noir Night Editor (USA 1946) inszeniert. Lizabeth Scott hatte in Der blonde Tiger (USA 1949) ihre Qualität als abgründige Femme fatale bewiesen. Edmond O’Brien war in Opfer der Unterwelt (USA 1950) zu überragender Form aufgelaufen. Und selbst Burnett Guffey, Kameramann des Film-Noir-Meisterwerks Ein einsamer Ort (USA 1950), bleibt hier so signifikant unauffällig wie all die Anderen, die dank eines lausigen Drehbuchs von Lawrence Kimble und James Gunn solch krudes Werk in Mittelmaß und Langeweile versenken. Noch die Filmplakate der Zeit präsentieren – so typisch für jene erste Hälfte der 50er in den USA - das Versprechen eines Films, den es dann nicht ansatzweise zu sehen gibt. Nein, nicht mal für die Fans der Schauspieler und schon gar nicht für solche des Film Noirs ist Two Of A Kind zu empfehlen. Er ist für alle Beteiligten ein Tiefpunkt ihrer Karrieren.
 
Eine bild- und tontechnisch exzellent restaurierte, ungekürzte Fassung des Films im Originalformat mit Untertiteln und ohne Extras ist Teil der 2DVD-Box (2010) Bad Girls of Film Noir Volume 1, die allerdings nur in den USA via Sony Pictures Home Entertainment veröffentlicht wurde und noch drei weitere Filme der 50er beinhaltet.
 

Film Noir | 1951 | USA | Henry Levin | Burnett Guffey | Edmond O'Brien | Lizabeth Scott

Neuen Kommentar schreiben

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.