Tokio-Story

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Bewertung
***
Originaltitel
House Of Bamboo
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1955
Darsteller

Robert Stack, Robert Ryan, Shirley Yamaguchi, Cameron Mitchell, Brad Dexter

Regie
Samuel Fuller
Farbe
Farbe
Laufzeit
99 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Twentieth Century Fox Film Corporation
 
Japan: Zwischen Kyoto und Tokio wird ein von US-amerikanischen Soldaten und von japanischen Sicherheitskräften bewachter Munitionszug überfallen und ausgeraubt. Ein Sergeant der US-Armee stirbt und Captain Hanson (Brad Dexter) und Inspektor Kito (Sessue Hayakawa) übernehmen die Untersuchung des Vorfalls. Einige Wochen später wird ein weiterer US-Amerikaner namens Webber (Biff Elliot) während eines Überfalls mit Munition aus diesem Raub tödlich verletzt. Im Krankenhaus wird der Sterbende von Hanson und Kito befragt, doch gibt Webber, offensichtlich Mitglied einer Bande organisierter Verbrecher, seine Hintermänner nicht preis. Doch die Polizisten erfahren immerhin, dass Webber heimlich mit einer Japanerin namens Mariko (Shirley Yamaguchi) verheiratet ist. In seinem persönlichen Besitz findet sich darauf auch ein Brief aus der Feder eines Freundes namens Eddie Spanier. Dieser kündigt an, dass er nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis Webber in Japan aufzusuchen gedenkt. Und tatsächlich taucht Spanier (Robert Stack) wenige Wochen später bei Mariko auf und erkundigt sich bei ihr nach Webber. Mariko ist jedoch verängstigt, da sie die Bande, der Webber selbst angehörte, für den Tod ihres Ehemannes verantwortlich macht. Doch Eddie macht sich auf die Suche, um im Dschungel der Großstadt Tokio mit den Gangstern in Kontakt zu kommen…
 
Der Regisseur Samuel Fuller war ein großer Freund des fernöstlichen Asiens. Mit Tokio-Story drehte er 1955 den ersten US-Spielfilm auf japanischem Boden seit Abwurf der Atombomben durch US-Streitkräfte auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945. So besticht dieser Film Noir in Farbe und in Cinemascope vor allem durch seine Inszenierung. Mit viel Gespür fürs Auge der Kamera lotet Fuller die japanische Metropole Tokio aus und serviert fernab von Studiokulissen viele cineastische Eindrücke, die heute von historischem Wert sind. Wie Jean-Pierre Melvilles Drei Uhr nachts (FRA 1956) ist Tokio-Story ein Film, der vor Ort auf der Straße, über den Dächern und auf schwankenden Booten spielt, die im dunklen Wasser trüber Kanäle treiben. Die Schauplätze sind nicht bloß exotisch sondern vor allem „lebendig“ und ein echter Treibstoff für die Filmhandlung. Der Regisseur zieht die Dynamik direkt aus dem Dickicht der Großstadt und beweist viel Geschick damit. Darüber hinaus ist Fuller innovativ in seiner Verwendung der Kamera und setzt ebenso einfache wie ausdrucksvolle Akzente – hart, eigenwillig und mitunter richtiggehend grob in der Bildsprache. Nicht zuletzt diese Qualität ließ Fuller zum Liebling einer nächsten Generation von Filmemachern wie z.B. Wim Wenders werden.
Bild Bild Bild
© Universum Film GmbH
 
Leider jedoch kann in diesem Film das Was dem Wie nicht ansatzweise das Wasser reichen. Die konventionelle Gangstergeschichte ist über weite Strecken ein Remake des 1947 vom FBI-Direktor J. Edgar Hoover gesponserten US-Propagandafilms in Film-Noir-Verkleidung Straße ohne Namen. In beiden Fällen war Harry Kleiner der Drehbuchautor, John D. MacDonald der Kameramann, Twentieth Century Fox das Studio. Was seinerzeit konventionell und flach daher kam, wird auch unter Samuel Fuller inhaltlich nicht wirklich besser. Zwar bringt das Skript durch die in Tokio-Story eingefügte Liebesgeschichte zwischen einer Japanerin und einem US-Amerikaner, die keinesfalls einfach verläuft, nochmals eine Nuance in Spiel. Dafür ist der hölzerne Robert Stack in der Rolle des „good guy“ gegenüber dem brillanten Robert Ryan als Gangster Sandy Dawson einfach nur fade. Trotz eines grandios inszenierten Finales ist die Geschichte besonders wegen Stacks somit vom größten Feind cineastischer Genüsse bedroht – von der Langeweile. Zudem halten sich die Film-Noir-Elemente in Grenzen, da die Schwarzweißmalerei in Sachen Gut und Böse einfach zu altbacken wirkt.
 
Hervorragende Umsetzung auf DVD durch die Universum Film GmbH, München, deutscher und englischer Ton ohne Untertitel, ungekürzt im Format 16:9 (anamorph codiert), mit dem US-Kinotrailer als Extra.
 

Film Noir | 1955 | USA | Samuel Fuller | Biff Elliot | Brad Dexter | John Doucette | Neyle Morrow | Robert Ryan | Samuel Fuller

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