True Romance

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Bewertung
**
Originaltitel
True Romance
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1993
Darsteller

Christian Slater, Patricia Arquette, Dennis Hopper, Gary Oldman, Brad Pitt

Regie
Tony Scott
Farbe
Farbe
Laufzeit
115 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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Detroit, Michigan: Am Abend seines Geburtstags hockt Clarence Worley (Christopher Slater) Verkäufer in einem Comicladen, am Tresen einer Bar und versucht Kandi (Maria Pitillo) davon zu überzeugen, in einem Programmkino mit ihm eine Kung-Fu-Filmnacht anzuschauen. Schließlich endet er dort allein, als mitten im Film Alabama Whitman (Patricia Arquette) herein kommt und ihm ihr Popcorn in den Schoß kippt. Die beiden sehen die Filme, verbringen den Rest der Nacht miteinander, zuletzt im Bett von Clarence. Am Morgen gesteht Alabama, dass sie ein aus Florida stammendes Callgirl und von seinem Arbeitgeber als Geburtstagsgeschenk bestellt worden sei. Doch zwischen ihnen ist es Liebe auf den ersten Blick und Alabama bleibt bei Clarence. Indessen ermordet Alabamas Zuhälter Drexl Spivey (Gary Oldman) zwei Drogendealer und bringt sich in den Besitz von Kokain im Wert von einer Million US-Dollar. Als Clarence durch Alabama von Drexl hört, bewaffnet er sich und schenkt dem Pimp in dessen Nachtclub reinen Wein ein. Statt Drexl auszubezahlen, reicht er ihm nur einen leeren Umschlag, und verlangt Alabamas Koffer. Es kommt zu einem Kampf, Clarence erschießt Drexl und lässt sich den Koffer geben. Zuhause stellen er und Alabama fest, dass darin nicht ihre Kleider sind sondern Kokain…

 
“It is a neo-noir masterpiece surrounding Clarence and Alabama with a colorful cast of criminal underbelly types.” heißt es bei moviefancentral.com zu True Romance. Annähernd gut sind an diesem Film leider nur die ersten 40 Minuten. Sie spielen in Detroit und eröffnen den Film in Manier eines harten Neo Noirs. Zwei Liebende am Ende der Nahrungskette im Großstadtdschungel, tief im Sumpf der Illegalität, dazu mit einer problematischen Vergangenheit, die ihrer Zukunft entgegen steht. Christian Slater und Patricia Arquette machen ihre Sache nicht schlecht. Doch sind es Gary Oldman und Christopher Walken, die in Nebenrollen erstklassiges Schauspiel bieten. Ja, der Auftakt verspricht einschließlich des Vater-Sohn-Exkurses mit Dennis Hopper als ex-Cop so einiges - solches erste Drittel von True Romance, das der Rest sukzessive demontiert.
 
Denn was folgt, ist ein durchschnittliches und banales Hollywoodspektakel. Quentin Tarantinos frühes Drehbuch ist kein bisschen originell. Deutlich von Terrence Malicks Badlands – Zerschossene Träume (USA 1972) inspiriert, paraphrasiert es auch Sam Peckinpahs Getaway (USA 1972) und John Dahls Kill Me Again / Töten Sie mich (USA 1989) – ein Liebespaar auf der Flucht und zwar mit dem „falschen“ Koffer im Gepäck. True Romance erreicht mit Action-Routinier Tony Scott (Top Gun, USA 1986) auf dem Regiestuhl nicht annähernd die Qualität seiner Vorbilder. Charaktere wie Floyd (Brad Pitt), Elliot Blitzer (Bronson Pinchot) und Dick Ritchie (Michael Rapaport) wirken unfassbar klischeehaft, teils auch völlig überflüssig. Richtiggehend peinlich ist die Mission in Sachen Coolness, die im Mittelpunkt der Beziehung von Clarence und Alabama steht. Elvis-Presley-Kult, Comichelden-Verehrung und abgedroschene B-Film-Philosophien rutschen aufs Niveau von Teeniefilmen und wirken 20 Jahre nach dem Dreh mächtig angestaubt. True Romance war schon damals Tony Scotts Hollywood-Version von Coolness, die 1993 stets mit Klamotten der 80er ausstaffiert wurde. Beizeiten changiert dieser bonbonfarbene Film mit seiner permanenten Musikuntermalung unerträglich ins damalige Zeitkolorit.
 
Bild Bild Bild
© Studiocanal GmbH
 
Dämlich ist auch das Ende, von Regisseur Scott in Abwandlung von Tarantinos Buchfassung angeklebt. Die Dialoge zwischen Clarence und seinem Mentor Elvis Presley (Val Kilmer), denen von Allan (Woody Allen) und Humphrey Bogart (Jerry Lacy) in Mach’s noch einmal, Sam (USA 1970) nachempfunden, sind keine Spur selbstironisch. Nach den innovativen Siebzigern und den kontroversen Achtzigern bewirkte u.a. Quentin Tarantino im Hollywood der Neunziger, was Luc Besson in Frankreich zuwege brachte – einen von Kritik und Publikum bejubelten Fortschritt, der ein Rückschritt in die Fünfziger war, Pulp Fiction (USA 1994) im ursprünglichen und eben trivialen Sinn des Wortes. Zwei Sterne gibt es nur wegen des ersten Drittels in Detroit und der großartigen Szene mit Christopher Walken und Dennis Hopper. Ansonsten ist True Romance bestenfalls ein ödes Sammelsurium gestrigen Zeitgeists.
 
Sehr gute DVD-Editionen der Kinowelt GmbH - auch als 2DVD im Steelbook - in einer bildtechnisch exzellenten Fassung, die ungekürzt (FSK 18) und im Originalformat erschien, wahlweise deutscher und englischer Ton, deutsche Untertitel, auf der zweiten DVD einige Extras.
 

Neo Noir | 1993 | USA | Tony Scott | Brad Pitt | Christopher Walken | Dennis Hopper | Gary Oldman | James Gandolfini | Michael Rapaport | Samuel L. Jackson | Tom Sizemore | Val Kilmer | Victor Argo | Patricia Arquette

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