Fear In The Night

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Bewertung
***
Originaltitel
Fear In The Night
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1947
Darsteller

Paul Kelly, DeForest Kelley, Ann Doran, Kay Scott, Charles Victor

Regie
Maxwell Shane
Farbe
s/w
Laufzeit
71 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Paramount Pictures
 
Der Bankangestellte Vince Grayson (DeForest Kelley) hat einen Alptraum. Er betritt unvermittelt einen Raum, der wie ein Spiegelkabinett aussieht und trifft auf eine Frau (Janet Warren) und einen Mann (Michael Harvey). Letzterer kniet am Boden und ist mit etwas beschäftigt, doch als er den Eindringling entdeckt, stürzt er sich auf Grayson, und zwischen den beiden Männern beginnt ein heftiger Kampf. Die Frau reicht einen Eispickel, den Grayson zu packen kriegt und mit dem er den Fremden, der ihn würgt, schließlich umbringt. Die Frau rennt davon, Grayson packt die Leiche seines Widersachers und sperrt sie im Spiegelkabinett hinter eine der Türen, die er verschließt und deren Schlüssel er an sich nimmt. Aber von innen versucht jemand, den Türknauf zu drehen und Vince Grayson flieht durch eine andere Tür und fällt und fällt und fällt in einen Schacht… und erwacht in seinem Apartment im New Hotel Commodore. Es ist spät am Morgen, er fühlt sich benommen und geht ins Bad, um den Traum abzuschütteln, als er im Spiegel an seinem Hals Würgemale entdeckt. In seiner Jacke findet er einen abgerissenen Knopf und den Schlüssel zu jener Tür, dahinter er die Leiche zu verbergen suchte. War der Traum denn keiner? Vince Grayson fühlt sich unwohl und ruft in der Bank seinen Vorgesetzten Clyde Bilyou (John Harmon) an, der von dessen Erkrankung überrascht ist. Bilyou gibt Betty Winters (Kay Scott) die Anweisung, an Graysons Stelle den Kassenschalter zu besetzen. Betty ist zugleich Vince Graysons Freundin, aber auch sie ahnt nicht, was mit ihm los ist. Indessen ist Grayson von einer solchen Unruhe befallen, dass er sich gezwungen sieht, sein Apartment zu verlassen und durch die Stadt zu stromern…
 
Es gibt im Film Noir ab 1945 so manche B-Produktion kleiner Filmstudios, die mit einem sichtbar geringen Budget gedreht wurde und die dennoch aus verschiedenen Gründen über sich hinaus wuchs und zum geschätzten Klassiker avancierte. Dazu gehören Werke wie Edgar J. Ulmers Umleitung (USA 1945), John Reinhardts Open Secret (USA 1948) oder Cyril Endfields Aufruhr in Santa Sierra (USA 1950). Maxwell Shanes Fear In The Night, der durch eine Vorlage Cornell Woolrichs (Zeuge gesucht, USA 1944) - einem populären Lieferanten für Film-Noir-Stories - bestechen kann, gehört definitiv nicht dazu. Hier fehlen die zwei wesentlichen Ingredienzien, die dann trotz geringer finanzieller Ressourcen einen klasse B-Film ausmachen – innovative Regie und herausragende Darsteller. Fear in The Night ist ungeachtet seiner Traumsequenzen, die mit denen in Edward Dmytryks Mord, mein Liebling (USA 1944) oder in Jean Renoirs The Woman On The Beach (USA 1946) nicht ansatzweise mithalten können, bestenfalls solide. Das Drehbuch hakt an vielen Stellen, so dass die Chemie der Rollencharaktere im Zug der Entwicklung nicht stimmig erscheint. Teils ist dies auch aufs mäßige Schauspiel von Kay Scott und DeForest Kelley zurückzuführen, die als Paar nicht überzeugen können und gegenüber Ann Doran und Paul Kelly (als Cliff Herlihy, Inspektor der Mordkommision und Graysons Schwager) deutlich abfallen.
 
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“I've got an honest man's conscience... in a murderer's body.“ Gut ist, dass die Geschichte ihren Zuschauer über weite Strecke mit seinen Vermutungen allein lässt und von Anbeginn eine Amtosphäre der Beklommenheit schafft. Vince Graysons Einsamkeit und seine anfangs hoffnungslose Suche nach einem Anhaltspunkt sind quälend und im Modus des Film Noirs jener Zeit, darin die Alltagswirklichkeit ihre rechtschaffenen Bürger im Stich lässt. Gut ist auch die Auflösung, wenngleich wenig glaubwürdig, doch das Finale strotzt einmal mehr vor Ungereimtheiten zugunsten eines Aufbaus von Spannung. Paul Kelly erinnert beizeiten an Dan Duryea und gibt eine solide Vorstelung. De Forest Kelly ist mit 27 Jahren in seinem Spielfilmdebüt zu sehen und verschwand für die nächsten (fast) zwanzig Jahre in unbedeutenden Rollen für Film und  Fernsehen. Dort spielte er auch den Dr. McCoy in der TV-Serie Raumschiff Enterprise (1966-69), der ihm ab Ende der Siebziger zu spätem Ruhm verhalf. Autor und Regisseur Maxwell Shane drehte 1956 ein eigenes Remake seines Film Noirs Fear In The Night unter dem Titel der Cornell-Woolrich-Geschichte, nämlich Nightmare (deutscher Filmtitel war Im Dunkel der Nacht, USA 1956), und besetzte die Rolle Paul Kellys mit dem großartigen Edward G. Robinson. Wer keinen der beiden Filme sieht, verpasst rein gar nichts, denn es gibt viel, viel bessere Film Noirs aus jenen Jahren.
 
Fear In The Night ist in der Public Domain und sowohl in Europa als auch in den USA wiederholt als DVD erschienen, sets ungekürzt und im Originalformat, oft mit schlechtem Ton und bildtechnisch mittelmäßig, die Quelle ist zumeist eine alte Fernsehaufzeichnung.
 

Film Noir | 1947 | USA | Maxwell Shane | Cornell Woolrich | Paul Kelly | Ann Doran

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