Im Solde des Satans

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Bewertung
****
Originaltitel
The Damned Don't Cry
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1950
Darsteller

Joan Crawford, David Brian, Steve Cochran, Kent Smith, Selena Royle

Regie
Vincent Sherman
Farbe
s/w
Laufzeit
103 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Warner Bros.
 
Ethel (Joan Crawford) ist die Ehefrau von Roy Whitehead (Richard Egan), einem einfachen Arbeiter auf den Ölfeldern von Texas. Als ihr Sohn Tommy (Jimmy Moss) bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, bricht ihre Welt zusammen. Ethel Whitehead verlässt Roy, zieht in die Großstadt und versucht, ein neues Leben zu beginnen. Das ist für eine Hausfrau ohne Ausbildung alles andere leicht. In einem Zeitungskiosk kommt sie als Verkäuferin unter. Von dort schafft sie es, in einem Modestudio als Mannequin zu arbeiten, was allerdings auch Dienste als Callgirl mit einschließt. Im Studio lernt sie den Prokuristen Martin Blackford (Kent Smith) kennen, der sich in sie verliebt. Aber Ethel ist ehrgeizig und entschlossen, ihren Kontakt zu dem steinreichen Gangster George Castleman (David Brian) zu nutzen, um selbst den Sprung in die Oberschicht zu schaffen. Als George Castleman für dubiose Zwecke einen gewieften Buchhalter benötigt, geht sie aufs Ganze und vermittelt ihm Blackford...
 
1950 war der Hollywoodstar Joan Crawford beim Studio Warner Brothers unter Vertrag. Für ihre Mildred Pierce (USA 1945) in Michael Curtiz’ gleichnamigem Film Noir hatte sie den Oscar erhalten. Die Darstellung der Louise Howell in ihrem zweiten Film Noir Hemmungslose Liebe (USA 1947) galt (und gilt) als eine der besten Leistungen ihrer Karriere. Dennoch wurde es für die 45jährige schwierig, adäquate Rollen zu finden. Die Qualität der ihr angebotenen Drehbücher war oft unzureichend. Als Im Solde des Satans im Mai 1950 in den USA in die Kinos kam, die deutsche Erstaufführung war 10 Jahre später, wurde er von der Kritik verrissen. Klischeehaft fand man die Rolle der Ethel Whitehead, die an Joan Crawfords Filmcharaktere der Vierziger erinnerte, zu "tough" und/oder melodramatisch in fast jeder Einstellung. Auch der Star selbst hat den Film später als einen Fehler eingestuft, ein “old-time Crawford melodrama“.
 
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© Warner Bros.
 
Wer heute, vom Zeitkontext der Karriere und des Starruhms von Joan Crawford abgelöst, diesen Film Noir sieht, kann zu einer ganz anderen Einschätzung kommen. Im Solde Satans (einmal mehr ein absurder deutscher Titel) ist ein rasant gefilmtes, hochkarätig besetztes und nahezu kompromissloses Werk über den Aufstieg und Fall der kleinbürgerlichen Ethel Whitehead, die schnell groß heraus kommen will. Hinter der Eleganz der Business-Elite, die bis zum Hals im Verbrechen wurzelt, stehen Menschen wie Raubtiere, denen die vom Leben gegerbte Ethel zu guter Letzt nicht gewachsen ist. Neben Joan Crawford überzeugen auch Steve Cochran und David Brian, obgleich sie als ihre Filmliebhaber damals 9 bzw. 12 Jahre jünger waren als die Crawford. Solches Problem führte schon bald zur Trennung von Warner Brothers und dem unabhängig produzierten Eiskalte Rache / Maskierte Herzen (USA 1952), darin Joan Crawford noch einmal das vertraute Repertoire bedient und in ihrem letzten Film Noir auftritt. Vincent Shermans Im Solde des Satans kommentierte Donna Marie Nowak 2006 zutreffend: “In all, it's Joan at her gritty, spunky best.“ 
 
Die leider inzwischen vergriffene deutsche DVD von Warner Brothers (2005) bringt den wenig bekannten Film in einer bildtechnisch exzellent restaurierten Fassung, ungekürzt im Originalformat und mit wahlweise deutschem und englischem Ton, dazu haufenweise Untertitel und den US-Kinotrailer als Extra. Sehenswert!
 

 

Film Noir | 1950 | USA | Vincent Sherman | Ted D. McCord | David Brian | Hugh Sanders | John Maxwell | Kent Smith | Ned Glass | Steve Cochran | Joan Crawford

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