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Bewertung
****
Originaltitel
Chase a Crooked Shadow
Kategorie
Film Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1958
Darsteller

Anne Baxter, Richard Todd, Herbert Lom, Faith Brook, Alexander Knox

Regie
Michael Anderson
Farbe
s/w
Laufzeit
84 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Warner Bros.
 
Die attraktive, ledige Kimberly Prescott (Anne Baxter) lebt zurückgezogen in Spanien in einer Villa am Meer. Chandler Brisson (Alexander Knox), ihr eigener Onkel Chan, gehört zu den wenigen Kontakten, die sie inmitten der idyllischen Landschaft zur Außenwelt unterhält. Eines Abends steht plötzlich ein Fremder (Richard Todd) in ihrem Wohnzimmer und behauptet, ihr leiblicher Bruder Ward Prescott jr. zu sein. Kimberly weist dies als absurd zurück, denn Ward kam vor einem Jahr in Südafrika bei einem Autounfall ums Leben. Doch nicht allein die Papiere des Fremden sondern auch dessen Erinnerungen belegen, dass er mit den Familienverhältnissen der reichen Familie Prescott bis ins Detail vertraut ist. Zudem wird er von allen sofort als Kimberlys Bruder akzeptiert – inklusive ihres eigenen Onkels Chan. Als sich der vermeintliche Ward mit dem Anspruch auf sein Teil des Familienerbes im Haus der Schwester breitmacht und über sie zu bestimmen sucht, fürchtet Kimberly zusehends um ihr Leben und Seelenheil. In ihrer Verzweiflung sucht sie Rat und Unterstützung beim örtlichen Polizeikommissar Vargas (Herbert Lom), dessen Art ihr Vertrauen einflößt…
 
Eine kleine Produktion, ein B-Film vor attraktiver Landschaftskulisse mit einigen in die Jahre gekommenen Stars – auf den ersten Blick nichts Besonderes. Doch sowohl die gelungene Setzung der Kontraste in Landschaft und Atmosphäre als auch die triftige Logik des Plots heben den Film deutlich hervor. Eine undurchsichtige Vergangenheit, reflektiert durch die aberwitzigen Widersacher Bruder und Schwester, das rätselhafte Verhalten aller Bezugspersonen in Kimberlys Umfeld – solch anhaltende Beklemmung aufgrund fehlender Konstanten in der Filmrealität überträgt sich im Nu auf den Zuschauer. Mit seinem schattenreichen Schwarzweiß wird der Film im Verlauf zunehmend zu einem Film Noir. In der Hauptrolle spielt bis zuletzt die Ungewissheit. Regisseur Michael Anderson präsentiert ein Stück Schauspielerkino, darin vor allem Richard Todd sein Talent zeigt, und das im britischen Film Noir einen festen Platz hat. Erwähnenswert ist an der Stelle auch die atmosphärisch stimmige Musik von Julian Bream auf der Sologitarre.
 
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Anne Baxter (Alles über Eva, USA 1950) war mit 35 Jahren schon ziemlich am Ende ihrer Karriere. Mit dem Film Noir hatte sie kein Glück gehabt. Sowohl Gardenia – eine Frau will vergessen (USA 1953) als auch der Western Noir Herrin der toten Stadt (USA 1948) waren Filme, deren jeweils vom Studio diktiertes Happy End die Werke selbst ad absurdum geführt hatten. Der Brite Richard Todd (Die rote Lola, UK 1950) und der gebürtige Tscheche Herbert Lom (Die Ratte von Soho, UK 1950) sollten dem internationalen Filmschaffen noch bis ins nächste Jahrtausend erhalten bleiben. Der britische Post Noir brachte zu Beginn noch einige interessante, teils überaus düstere Werke in dieser Tradition hervor, etwa Joseph Loseys Die Spur führt ins Nichts (UK 1960) oder Sidney Hayers’ Schmutziges Geld (UK 1961).
 
Die DVD von Optimum Classic ist bildtechnisch topp restauriert und bringt den Film im Originalformat und ungekürzt mit original englischem Ton. Lediglich die fehlenden Untertitel oder weitere Tonspuren sowie jegliche Extras lassen die Edition recht spartanisch erscheinen.
 

Film Noir | 1958 | UK | Michael Anderson | Herbert Lom | Richard Todd | Anne Baxter

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