Rusty Knife

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Bewertung
****
Originaltitel
Sabita naifu
Kategorie
Film Noir
Land
JPN
Erscheinungsjahr
1958
Darsteller

Yûjirô Ishihada, Mie Kitahara, Shôji Yasui, Mari Shiraki, Jô Shishido

Regie
Toshio Masuda
Farbe
s/w
Laufzeit
91 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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In der im Westen Japans gelegenen, prosperierenden Hafenstadt Udaka unterhält der als skrupellos gefürchtete Yakuza-Gangster Kiyoshi Katsumata (Naoki Sugiura) als Fassade seiner Geschäfte ein Speditionsunternehmen. Dort sitzt er heute im Büro und erwartet den Besuch des Bezirksstaatsanwalts Karita (Shôji Yasui), der den Mann von Inspektoren der Polizei, Kano und Takaishi (Toshio Takahara), zum wiederholten Mal verhaften lässt. Die Schaulustigen auf der Straße und die Journalisten der lokalen Presse spotten über den Versuch, denn bisher hat sich nie ein Zeuge wider Katsumata gefunden, der vor Gericht hätte aussagen wollen… In Tokio hockt der kleine Gauner Shimabara (Jô Shishido) mit seiner Freundin Toko am Tresen eines Nachtclubs und lässt sich von ihr Briefpapier und Schreibzeug bringen. Kurz darauf erhält Staatsanwalt Karita einen anonymen Brief, dessen Verfasser mitteilt, dass der vermeintliche Suizid des Ratsherren Nishida vor fünf Jahren ein Mord gewesen sei, den Kiyoshi Katsumada mit seiner Bande ausgeführt habe. Dabei seien die Täter von drei Leibwächtern beobachtet worden, die der um seine Sicherheit besorgte Nishida vom Mishima-Clan angeheuert habe, nachdem es zu einem Disput im Stadtrats gerkommen sei. Er, der Verfasser des Briefs, sei einer von ihnen gewesen, und er habe sich sein Schweigen seinerzeit bezahlen lassen. Jetzt sei er bereit, mit der Polizei zu kooperieren… Kiyoshi Kastsumata wird aus der Haft entlassen und bekommt ebenfalls einen Brief. Darin wird er aufgefordert, 200.000 Yen an ein Postfach in Tokio zu senden, wenn ihm das Schweigen im Mordfall Nishida weiterhin etwas wert sei. Aber Kastsumata kommt schnell dahinter, wer der Erpresser ist…
 
Ein vom US-amerikanischen Gangsterfilm und vor allem vom Film Noir beeinflusstes Werk des Filmstudios Nikkatsu, das überraschende Qualitäten zeigt. Die Kameraarbeit Kurataro Takamuras erweist sich in dem in seinen Schlüsselszenen bei Nacht gedrehten Werk als versiert und auf der Höhe ihrer Zeit. Toshio Masudas Dramaturgie ist temporeich und mit Blick auf die Verwicklungen der Handlungslogik überaus stimmig. Die Geschichte ist nicht wirklich originell, führt allerdings verschiedene, in der Vergangenheit der Protagonisten wurzelnde Handlungsfäden geschickt zueinander. Es gibt mehrere Actionszenen, die an Schnittstellen der Geschichte platziert wurden, doch vor allem geht es um die Portraits der zentralen Rollencharaktere Yukihiko Tachibana (Yûjirô Ishihada) und Makoto Terada (Akira Kobayashi), die ebenfalls zu Zeugen des zu Beginn in einer Rückblende gezeigten Mordfalls Nishida wurden. Im Gegensatz zu Shimabara blieben sie in Ukada und versuchen inzwischen als jeweils Inhaber und als Barmixer einer Nachtclubs zu einem geordneten und halbwegs bürgerlichen Leben zu finden. Nachdem der als Suizid ad acta gelegte Fall für Aufsehen sorgt, kommt ein zweites in der Vergangenheit Tachinabas liegendes Drama zum Vorschein. Yûjirô Ishihadas Darstellung des Charakters Yukihiko Tachinaba, Dreh- und Angelpunkt der Erzählung um das Rusty Knife, ist facettenreich und von Anfang bis Ende glaubwürdig. Überhaupt profitiert das eindeutig als Genre- und B-Film konzipierte Werk stark von seiner Besetzung, zu der auch der später im Post Noir des damals kontrovers diskutierten Seijun Suzukis so populäre Jô Shishido (Branded To Kill, JPN 1967) zählt.
 
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Filmgeschichte wurde nicht nur in Hollywood und nicht nur in Westeuropa geschrieben. Vieles darüber lernen wir erst im Zeitalzer der digitalen Medien, wo couragierte Verleger oder Editionen dem Cineasten neue Welten erschließen. Die Eclipse Series der Criterion Collection (USA) ist eine solche Reihe, die Filme der zweiten und dritten Reihe, internationale B-Produktionen für einen mehr oder minder heimischen Markt einem Publikum weltweit verfügbar machen. Unterm Titel Nikkatsu Noir brachte sie eine 5-DVD-Box mit japanischen Film Noirs des damals populären Studios, von denen Rusty Knife der älteste ist. Die beinhalteten Titel sind keine Meisterwerke asiatischen Kinos, doch eigenwillige und keinesfalls biedere Spielfilme, deren Schauwert sich nicht auf die historische Dimension beschränkt. Neben exzellenten Außenaufnahmen und der durchgehenden Urbanität der Szenerie sind es die überraschende Härte des Geschehens und das Schlaglicht auf die Korruption in höheren Etagen der kommunalen Poltik, die neben einem guten guten Ensemble-Schauspiel in Rusty Knife noch heute positiv auffallen und für den Film-Noir-Freund somit als Empfehlung gelten können.
 
Die Eclipse Series 17 ist als 5-DVD-Box (Regionalcode 1) unterm Titel Nikkatsu Noir (2009) bildtechnisch durchgehend topp sowie  mit Originalton plus englischen Untertiteln ausgestattet und beinhaltet alle Filme im Originalformat. Die Box ist speziell für den Film-Noir-Freund oder für Fans asiatischen Kinos und sogar in Deutschland erhältlich.
 

Film Noir | 1958 | International | Toshio Masuda | Jô Shishido

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