gläserne Schlüssel, Der

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Bewertung
***
Originaltitel
The Glass Key
Kategorie
Pre Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1935
Darsteller

George Raft, Edward Arnold, Claire Dodd, Rosalind Culli, Charles Richman

Regie
Frank Tuttle
Farbe
s/w
Laufzeit
80 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Paramount Pictures Corporation
 
Am helllichten Tag rammt der betrunkene Walter Ivans (Frank Marlowe) mitten in der Stadt mit seinem Wagen einen anderen und tötet dessen Fahrer. Den Zeugen Henry Sloss (Harry Tyler), seinen Schwager, bittet er, sich bei Paul Madvig (Edward Arnold) für ihn einzusetzen, denn der würde die Sache schon richten. Sloss eilt in Madvigs Wahlkampfbüro, wo sich seine Vertrauten im Erdgeschoss dem Glücksspiel hingeben, während er in seinem Büro den Wahlkampf organisiert. Sloss meldet sich bei Madvigs rechter Hand Ed Beaumont (George Raft), der ihn zu Madvig führt. Aber Paul Madvig hat von Walter Ivans Problemen die Nase voll und sagt Sloss, dass es diesmal nicht gehe - zu nahe sei der Wahltermin. Nachdem Sloss gegangen ist, erkundigt sich Beaumont, ob Madvig tatsächlich dem Senator der Reformpartei, John T. Henry (Charles Richman), seine Unterstützung zugesichert habe. Madvig gibt ihm zu verstehen, dass Henry ihn ebenso dringend brauche, wie ihm jener auch seine Hilfe zugesichert habe - beide könnten sie nur gewinnen. Aber Beaumont glaubt, dass es Madvig mehr um seine Tochter Janet Henry (Claire Dodd) ginge. Tatsächlich will Paul Madvig die junge Frau heiraten, man sei sich bereits einig… Da taucht unangekündigt Shad O’Rory (Robert Gleckler) mit seinem Schläger Jeff (Guinn Williams) auf, und Madvig und Beaumont wissen, dass es nun ungemütlich werden wird. Madvig hat die Stadt seit 10 Jahren politisch unter seiner Kontrolle und in einer aktuellen Aktion viele dubiose Nachtclubs und Bars rigoros schließen lassen, auch solche des mächtigen Gangsters Shad O’Rory…
 
“This town isn’t big enough for the two of us, and I’m staying.“ Die erste Verfilmung des seinerzeit so populären Romans Dashiell Hammetts, einer Schlüsselfigur der späteren Ära des Film Noirs, ist heute praktisch vergessen. Nicht zuletzt die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Alan Ladd und Veronica Lake sorgte bei Stuart Heislers Remake von Der gläserne Schlüssel (USA1942) für den Kinoerfolg, der ihn stets als einen der frühen Klassiker des Film Noirs kennzeichnet, obgleich er bis dato in Deutschland nie als BD oder DVD erschien. Regisseur Frank Tuttle, der 1942 ebenfalls mit Ladd und Lake den Film Noir Die Narbenhand nach einem Roman Graham Greenes drehte, versucht sich 1935 nicht ohne Erfolg am Dashiell-Hammett-Stoff mit George Raft als Ed Beaumont und Claire Dodd als Janet Henry. Die Geschichte bewegt sich flott voran, Tuttles Dramaturgie und auch die bildästhetische Inszenierung durch Kameramann Henry Sharp sind ausnahmslos gelungen. Fast alle Nebendarsteller können überzeugen, vor allem Rosalind Culli, Robert Gleckler und Guinn Williams. Auch zeigt die Erstverfilmung ein erstaunlich desillusioniertes Bild des US-amerikanischen Politik-Geschäfts mit seinen falschen Allianzen, der Korruption und Vetternwirtschaft in allen Etagen. Obendrein wird es durch das Image des makellosen Gutmenschen konterkariert, das die Zeitungsleser vom egomanischen, machthungrigen Paul Madvig gewonnen haben. Soweit ist Der gläserne Schlüssel ein sehenswerter Film in der Tradition der US-Gangsterfilme jener Frühdreißiger, der mit zahlreichen Nachtaufnahmen von Großstadtstraßen und abgedunkelter Hinterzimmern auch stilistische Elemente des Film Noirs vorwegnimmt.
 
Bild Bild Bild
© Paramount Pictures Corporation
 
Doch im Zentrum gibt es einge Minuspunkte. Edward Arnold ist zu vierschrötig für den langfristig erfolgreichen Politiker, den er darstellt, und er ist als möglicher Ehemann für die 19 Jahre jüngere Claire Dodd eine bestenfalls bizarre Wahl. In der Hinsicht wirkte Brian Donlevy sieben Jahre später um einiges strategischer, gewandter und als entflammter Liebhaber überzeugender. George Raft seinerseits ist ein Hollywoodschauspieler, dessen Erfolg in den Dreißigern, wo er neben Leuten wie Edward G. Robinson und James Cagney ebenbürtig Hauptrollen bekleidete, mir nie ganz einleuchtete. Er wirkt immer etwas steif und in seinem mimischen Repertoire begrenzt, so auch hier. Der als Clarkie dem Team Paul Madvigs zugeordnete Tammany Young spielt den für die Zeit typischen Ulk-Charakter und sein Standard-Humor nervt. Ed Beaumont und Janet Henry, hier nur eine bessere Statistenrolle, entwickeln kein Liebesverhältnis und so zeigt sich nichts von der subtilen Art, wie Veronica Lake im Remake den Verlauf der Filmhandlung mitbestimmt. Ist auch die zweite Hälfte des Films besser als die erste, kann das die handwerklich solide Fassung von Dashiell Hammetts Der gläserne Schlüssel nicht wirklich aufs Niveau eines herzhaften Gangsterfilms heben. Neben Ray Milland als Taylor Henry tritt in einer Szene die junge Ann Sheridan als Krankenschwester auf. Für den Cineasten eine schöne Ergänzung, ansonsten aber kein Muss.
 
Es gibt weltweit keine BD- oder DVD-Edition dieses Films, der ursprünnglich von der Paramount Pictures Corp. produziert wurde und dessen Rechte heute bei Universal Pictures liegen. So gibt es aktuell lediglich inoffizielle Fassungen, die online verfühbar sind.
 

Pre Noir | 1935 | USA | Frank Tuttle | Dashiell Hammett | Edward Arnold | George Raft | Ray Milland | Ann Sheridan

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