Klopka - Die Falle

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Bewertung
*****
Originaltitel
Klopka
Kategorie
Neo Noir
Land
SRB/GER/HUN
Erscheinungsjahr
2007
Darsteller

Nebojša Glogovac, Nataša Ninković, Anica Dobra, Predrag Manojlović, Marko Đjurović

Regie
Srđan Golubović
Farbe
Farbe
Laufzeit
102 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Bild Bild Bild Klopka-Poster-web4.jpg
 
Belgrad, Serbien: Mladen (Nebojša Glogovac) steht auf dem Balkon seiner Wohnung und blickt über die Stadt. Was passiert ist, hätte nie geschehen dürfen, erklärt er andernorts jemandem, er sei einzig bestrebt, zumindest jetzt das Richtige zu tun… Mladen und Marija (Nataša Ninković) haben einen Sohn. Er heißt Nemanja (Marko Đjurović) und besucht die Grundschule. Er ist ein guter Schwimmer, nimmt an einem Wettkampf teil und belegt den zweiten Platz. In der Schule begegnet Nemanja der gleichaltrigen Isidora (Ida Mikulic). Man trifft sich auf dem Spielplatz, wo Mladen dann Isidoras Mutter Jelena (Anica Dobra) kennen lernt. Mladen und Marija führen eine gute Ehe, in der ihre Zuneigung füreinander auch im Schlafzimmer stets gelebt wird. In seinem alten, roten R4 bringt Mladen seinen Sohn in die Schule, die beiden singen und haben Spaß. Mladen ist Bauleiter in einer staatlichen Firma, die eine lange Tradition hat, doch jetzt bankrott ist und auf einen Investor aus Westeuropa hofft. Er mag seine Leute wie den Vorarbeiter Marko (Mladen Neklević) und sie mögen ihn. Mladens Frau Marija ist Lehrerin an einer staatlichen Schule. Eines Morgens ist Nemanja müde und möchte nicht zur Schule gehen, Mladen fährt ihn aber trotzdem hin. Im Sportunterricht bricht er plötzlich zusammen und wird in die Notmaufbahme eines Krankenhauses gebracht. Doktor Lukic (Bogdan Diklić) erklärt den Eltern, dass ihr Sohn ein Problem mit dem Herzmuskel habe. Vorerst sei alles in Ordnung, aber Nemabnja könne sofort wieder einen lebensbedrohlichen Anfall haben. Die einzige Rettung sei eine Operation, die von einem Spezialisten in Berlin durchgeführt werde und 26.000 Euro koste. Eine solche OP übernähme ihre Krankenkasse jedoch nicht...
 
„Klopka ist ein Film-Noir, der Themen wie Verrat an eigenen moralischen Maßstäben und die Belastbarkeit des eigenen Gewissens in den Mittelpunkt stellt“, schreibt Timo Buschkämper für filmreporter.de und ist damit schon nahe am neuralgischen Zentrum der dunklen und aufwühlenden Erzählung. Auch international hat diese Co-Produktion seinerzeit für Furore gesorgt: Sie wurde z.B. auch bei Film Noir of the Week euphorisch besprochen, gewann u.a. den Grand Prix auf dem Internationalen Filmfestival in Sofia, Bulagrien, und war zudem Serbiens Beitrag zur Oscar-Verleihung 2008 als Bester Ausländischer Film. Von Anbeginn ist Klopka - Die Falle einer jener Filme, die verdeutlichen, wie mühelos eine osteuropäische Produktion in Sachen Kamera, Drehorte, Dramaturgie und Schauspiel ans Niveau der marktbeherrschenden US-Produktionen anzuschließen vermag, solche mit Blick auf die Prägnanz und Dichte der Handlung aber locker übertrifft. Hier liegt auch der Grund für den Außenseiterstatus dieses Meisterstücks, denn darum handelt es sich im vorliegenden Fall. Srđan Golubovićs zweiter Spielfilm ist keins der so beliebten Angebote für einen heiter-besinnlichen Abend unter Freunden oder zu zweit. Es ist ein hartes, bitteres und konsequent bodenständiges Drama, das sich um die Standards der Branche einen feuchten Kehricht schert. Der Film rangiert handwerklich auf hohem Niveau, ist als Thriller rasant und spannend. Zugleich ist er allerdings passagenweise emotional harte Kost.
 
Wenn man dem Film Noir der klassischen Epoche nachsagt, er habe die Trennschärfe zwischen Gut und Böse als identitätsstiftende Elemente der Filmerzählung aufgehoben, so macht Klopka - Die Falle mit der Bedeutung einer solchen, lax dahin geworfenen Aussage Ernst. Scheinen anfangs noch Haben und Nichthaben als traditionelle Orientierungswerte für die Sympathien des Zuschauers zu gelten, lässt sich moral-ethisch bald nirgendwo ein Pflock einrammen. So erinnert Klopka - Die Falle im Geist an die Dramen der klassischen griechischen Tragödie oder an jene William Shakespeares, ohne hier im Mindesten aktiv Bezug zu nehmen. Srđan Golubovićs hat es nicht nötig, sich via Zitat der Schützenhilfe einer Tradition zu versichern, gleichwohl die Rückblendentechnik, Mladen als Erzähler und die Urbanität des Handlungsrahmens deutlich den Neo Noir ausweisen. Die Kameraarbeit von Aleksandr Ilic ist exzellent; die beteiligten Schauspieler erweisen sich bis in Nebenrollen als glaubwürdig. Eine in wiederkehrenden Motiven manifeste Liebe zum Detail ist nur ein Hinweis auf die Sorgfalt und Reflektion, die in der Verfilmung des Drehbuchs von Melina Pota und Srđan Koljević nach dem gleichnamigen Roman von Nenad Teofilović (EA 2003) zum Tragen kam. Klopka – Die Falle rangiert in der Liga solcher unverkrampft selbstbewusst wider die gängigen Hollywood-Standards gesetzten Ausnahmefilme à la Invisible Waves (THA/NL 2006) oder The Place Beyond The Pines (USA 2012) ganz weit oben. Unbedingt anschauen!
 
Exzellente DVD-Ausgabe (2008) der absolut MEDIEN GmbH, Berlin, mit dem Film bildtechnisch topp und ungekürzt im Originalformat, wahlweise deutsche oder serbische Tonspur, deutsche oder englische Untertitel, ein 16seitiges Booklet mit Pressstimmen und Interview mit dem Regisseur, dazu ein 47minütiges TV-Spezial Kinozeit mit Prof. Dr. Jürgen Haase und Nikolaj Nikitin über den Film sowie den Kinotrailer als Extras. Pefekt!
 

Neo Noir | 2007 | International | Srđan Golubović | Dejan Cukic

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