Missing Person, The

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Bewertung
****
Originaltitel
The Missing Person
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2009
Darsteller

Michael Shannon, Amy Ryan, Frank Wood, Margaret Colin, Paul Sparks

Regie
Noah Buschel
Farbe
Farbe
Laufzeit
95 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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Chicago: John Rosow (Michael Shannon) ist ein Privatdetektiv, ehemals Polizist in New York und zugleich ein harter Alkoholiker. Als er eines Morgens von Miss Charley (Amy Ryan) Besuch erhält und im Auftrag der Anwaltskanzlei Drexler Hewitts (Paul Adelstein) dafür angestellt wird, einen Mann namens Harold Fullmer (Frank Wood) zu beschatten, gerät er damit an einen Fall, der um einiges komplexer ist, als er eingangs zu sein schien. John Rosow folgt Fullmer, der in Begleitung des mexikanischen Jungen Javier Reyes (Anthony Esposito) unterwegs ist, in einen Zug, der ihn quer durch die USA nach Los Angeles bringt. Hier steigt er im gleichen Hotel wie Fullmer und der Junge ab. Abends trifft er in einer Bar Lana Cobb (Margaret Colin), die er sturzbetrunken mit auf sein Zimmer nimmt. Doch ihr Stelldichein ist bald nicht das einzige, was im Lauf von John Rosows Ermittlungen als Detektiv nicht so richtig hinhauen will. Schon bald findet Rosow heraus, dass Harold Fullmer ein Mann ist, der seit vielen Jahren mit einer zweiten Identität in einem neuen Leben steht. Und dass der Grund dafür mit Rosows eigener Vergangenheit zu tun hat, die ihm bei diesem Fall zunehmend in die Quere kommt…
 
“You wake up one day and you're an adult. And all the people you were just dreaming about have gone and changed.” Der Drehbuchautor und Regisseur Noah Buschel nutzt eine Reihe von Stilelementen und inhaltliche Anleihen beim Film Noir, um ein ebenso stimmungsvolles wie zupackendes Drama zu präsentieren. Es ist sein analytisches Verstehen dessen, was den Film Noir der Vierziger wirklich auszeichnete, das in dem Neo Noir The Missing Person auf pointierte Weise Eingang findet. Nicht zuletzt wurde der Film auch durch Buschels Lektüre der Romane Raymond Chandlers beeinflusst. Auf der Website zum Film schreibt Noah Buschel in seinem “Director’s Statement“ über seine Reflektionen zum Film Noir in und nach dem Zweiten Weltkrieg: „Hard boiled detective stories were often written as subversive meditations on home front distresses. After America "won" the war, the genre became even more cynical, dark, and uneasy.”
 
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© Strand Releasing LLC.
 
The Missing Person ist durch und durch Film Noir und verzichtet an entscheidenden Stellen auf die Klischees und Gemeinplätze, die kommerzielle Produktionen à la Payback - Zahltag (1999) oder Sin City (2005) so unerträglich banal werden ließen. Zu derlei Junk ist The Missing Person die Antithese – ein lakonischer, ein spartanischer und ein dezidiert ruhiger Film, dessen Spannung und dessen Witz sich einem exquisiten Drehbuch und einem treffsicheren Off-Erzähler, Detektiv John Rosow, verdanken. All die Glorifizierungen, der heroische Tand, davon Hollywood oft nicht genug in seine Seifenopern pumpen kann, fehlen hier und werden im Gegenteil konterkariert. Ob bei der Arbeit oder beim Sex, ob mit Männern oder bei Frauen – John Rosow gelingt nicht viel in einem Leben, das gehörig aus dem Tritt geraten ist. Der resultierende Humor ist kein Slapstick und niemals flach, ein weiterer Unterschied zum Mainstreamkino. John Rosow ist ein tragischer Antiheld voll des wortgewandten Zynismus' und mit einem Sinn für die Wahrheit, der nicht immer gesund ist. Michael Shannons (Tödliche Entscheidung, USA/UK 2007) Darstellung ist mehr als bemerkenswert und trägt den Film nahezu allein. Zugleich sind Amy Ryan (Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel, 2007) und Frank Wood in ihren Rollen rundum adäquat, und auch das restliche Ensemble überzeugt. Von höchster Klasse sind zudem die fotografischen Reminiszenzen an den klassischen Film Noir durch Kameraman Ryan Samul. Noah Buschels einzigartiger Neo Noir, der aus seinem Potential zuletzt noch ein wenig mehr hätte herausholen können, wurde in Deutschland nahezu ignoriert. Außer auf Festivals war The Missing Person hier nicht zu sehen; eine deutsche DVD oder BD ist nirgendwo geplant. Das ist bedauerlich.
 
Die US-DVD von Strand Releasing Home Video, in Deutschland nicht im Handel, bringt den Film ungekürzt und im Originalformat, bildtechnisch topp, den US-Kinotrailer als Extra. Sie ist vor allem ohne einen Regionalcode, d.h. auch in Deutschland/Europa auf gängigen DVD-Playern und PCs abspielbar. Empfehlenswert!
 

 

Neo Noir | 2009 | USA | Noah Buschel | John Ventimiglia | Michael Shannon | Amy Ryan

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