Wahre Lügen

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Bewertung
***
Originaltitel
Where The Truth Lies
Kategorie
Neo Noir
Land
CAN/UK/USA
Erscheinungsjahr
2005
Darsteller

Kevin Bacon, Colin Firth, Alison Lohman, Rachel Blanchard, David Hayman

Regie
Atom Egoyan
Farbe
Farbe
Laufzeit
103 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Bild Bild Wahre Luegen-Poster-web4.jpg Bild
 
In den 50er Jahren zählten die Komiker Lanny Morris (Kevin Bacon) und Vince Collins (Colin Firth) zu den Stars des US-amerikanischen Showbusiness’. Ob im Fernsehen oder in luxuriösen, von der Mafia geführten Nachtclubs – das Duo war ein sicherer Kassenmagnet. Aber im Jahr 1957 entdeckt die Polizei nach einem mehrtägigen TV-Marathon zugunsten poliokranker Kinder das Zimmermädchen Maureen O’Flaherty (Rachel Blanchard) tot in der Badewanne ihrer Hotelsuite. Der mysteriöse Fall bleibt unaufgeklärt - auch Vince und Lanny kann keine Schuld nachgewiesen werden. Direkt im Anschluss an den Skandal trennt sich das Duo, ohne seinen Schritt jemals offiziell zu begründen. 15 Jahre später schließt Vince Collins mit einem Verlagshaus einen Millionenvertrag über eine biografische Serie, die mittels Interviews von der jungen Journalistin Karen O’Conner (Alison Lohman) verfasst werden soll. Letztere ist entschlossen, Licht ins Dunkel des Mordfalls zu bringen...
 
Eine Erzählerstimme aus dem Off führt in Rückblenden durch die Geschichte - eine dunkle, unaufgeklärte Vergangenheit, eine unerwartete Femme Fatale! Atom Egoyan nutzt Elemente des Film Noirs, um stilsicher einen Neo Noir zu inszenieren, der seine Gegenwart im Jahr 1972 platziert. Das erste Drittel des Films zieht den Zuschauer durchaus in seinen Bann. Insbesondere Kevin Bacon gibt den dekadenten Grenzgänger, den zynischen Magier seines Publikums und gleichzeitigen Womanizer, mit viel Verve und Talent. Ebenbürtig gut ist auch Rachel Blanchard, die in der Rolle der Aushilfskellnerin und Studentin Maureen O’Flaherty überrascht. Colin Firth (Femme Fatale, 1991) ist nicht nur überzeugend, weder als Schauspieler noch als Rollencharakter, doch funktioniert die Chemie zwischen ihm und Bacon reibungslos.
 
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© Concorde Home Entertainment GmbH
 
Leider fällt der Film ab dem zweiten Drittel kontinuierlich ab, bis er sich zuletzt ad absurdum führt. Das Problem heißt Alison Lohman. Ihre Karen O’Connor wird dem Zuschauer als junge, ehrgeizige und in der Sache gnadenlose Journalistin verkauft. Was Lohman serviert, ist ein College-Girl bzw. eine freche Teenagerin, die meist überheblich und mitunter lächerlich daher kommt. Ihre Darstellung ist eindimensional und bestenfalls TV-Standard, so dass ihr Rollencharakter den beiden hartgesottenen Entertainment-Monstern nicht das Wasser reichen kann. Aufgrund dessen wird die Geschichte als Kriminalfilm und als Beziehungsdrama unglaubwürdig und am Ende schlicht grotesk. Während der Film aufgrund seiner sexuell freizügigen und für den Hollywood-Mainstream untypischen Szenen in Europa meist positiv aufgenommen wurde, haben US-Kritiker die mit Blick auf eine gute Neo-Noir-Tragödie verpasste Chance bemängelt. Das trifft es. Weder Alison Lohman noch der Regisseur Atom Egoyan werden in Wahre Lügen den Figuren ihrer Story gerecht. Schade!
 
Concorde Home Entertainment bringt in der Reihe Cinema Noir eine bildtechnisch und auch sonst exzellente Edition auf DVD-Ausgabe (2006), inklusive englischer und deutscher Tonspur, optional deutsche Untertitel, ungekürzte Spielzeit und im Originalformat, den US-Kinotrailer als Extra.
 

 

Neo Noir | 2005 | International | Atom Egoyan | Colin Firth | Kevin Bacon

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