Hölle 36

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Bewertung
****
Originaltitel
Private Hell 36 / Baby Face Killers
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1954
Darsteller

Ida Lupino, Steve Cochran, Howard Duff, Dorothy Malone, Dean Jagger

Regie
Don Siegel
Farbe
s/w
Laufzeit
81 min
Bildformat
Vollbild
 

 
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Carl Bruner (Steve Cochran) und Steve Farnham (Howard Duff) sind Detectives der Polizei von Los Angeles. Sie kennen sich, sie sind Partner. Doch während Bruner ein hart gesottener, zynischer Einzelgänger ist, erwarten Farnham im erparten Eigenheim allabendlich seine Frau Francey (Dorothy Malone) nebst Tochter Bridget (Bridget Duff). Als die beiden von Captain Michaels (Dean Jagger) beauftragt werden, in einem Raubzug zu ermitteln, der 300.000 US-Dollar einbrachte, machen Sie die Bekanntschaft der Sängerin Lilli Marlowe (Ida Lupino), die in einem Nachtclub engagiert ist. Carl Bruner fühlt sich von ihrer abgebrühten Art angezogen und verliebt sich in sie. Gleichzeitig soll sie den Polizisten helfen, dem Drahtzieher des Überfalls und dem Geld auf die Spur zu kommen. Doch Lilli Marlowes materialistische Attitüde ist für Bruner nicht leicht und Farnham sieht ungern, welche Saite sie in seinem Partner zum Klingen bringt. Als auf einer Pferderennbahn ihre Falle zuschnappt und das Geld aus dem Raubzug tatsächlich in die Hände der Polizisten fällt, sind sie erfolgreicher, als sie es sich hätten träumen lassen…

Es sind einfache Leute, zwei Normalos im Polizeiberuf, die hier in Versuchung gebracht werden. Mit clever inszenierten Perspektiven auf die bürgerliche Moral, dem Fokus auf die Grauzone des Übergangs von Welt zu Gegenwelt - ähnlich Max Ophüls’ Schweigegeld für Liebesbriefe (1949) - und seinem Interesse an den Rollencharakteren ist Hölle 36 nicht der typische Polizeifilm. Es sind zudem die Darstellungen von Ida Lupino und Steve Cochran, die dem B-Noir aus der Feder von Lupino und unter der Regie von Don Siegel ein gewisses Niveau verleihen. Bemerkenswert für seine Zeit ist der Soundtrack, ein modernes, urban klingendes Stück Jazz, komponiert von Leith Stevens und eingespielt von Shorty Rogers, das sich von den üblichen Ochesterbegleitungen angenehm abhebt. Sam Peckinpah hat hier unter Siegel und Lupino einen frühen Job als „dialogue director“. Ein Wehmutstropfen ist die Erzählerstimme aus dem Off, die am Ende etwas von „good cops, bad cops“ plaudert, um die 1954 stets rigide US-Filmzensur auszubooten.
 
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Offensichtlich ist der Einfluss, den Hölle 36 auf den 1956 erschienenen Film Noir Die Rechnung ging nicht auf von Stanley Kubrick hatte. Die Pferderennbahn als zentaler Ort des Geschehens, aus einem offenen Koffer wehende Dollarnoten, ein Abstellplatz für Wohnwagen als Versteck und besonders der Ida-Lupino-Charakter Lilli Marlowe, der der Rolle Marie Windsors in Kubricks Verfilmung von Lionel Whites Kriminalroman Der Millionencoup (EA 1955) überaus verwandt scheint. Unter Umständen hatte der Film Noir Hölle 36 sogar bereits Einfluss auf den Verfasser des Romans, dessen Erscheinen er um ein Jahr vorausging. 
 
Eine DVD gibt es nicht. Eine unlizensierte, bildtechnisch exzellente und offenbar von der Laserdisc aus den 90ern gezogene, via Event Media UK vetriebene Version von 2007 – ungekürzt und ohne Untertitel - ist vom Markt verschwunden. Wie viele Film Noirs der klassischen Ära ist Hölle 36 damit aktuell nicht verfügbar. Bedauerlich!
 

 

Film Noir | 1954 | USA | Don Siegel | Burnett Guffey | Steve Cochran | Howard Duff | Dean Jagger | Ida Lupino | Dorothy Malone

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