Second Woman, The / Ellen

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Bewertung
***
Originaltitel
The Second Woman
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1950
Darsteller

Robert Young, Betsy Drake, John Sutton, Henry O’Neill, Morris Carnovsky

Regie
James V. Kern
Farbe
s/w
Laufzeit
90 min
Bildformat
Vollbild
 

 

Bild Bild The Second Woman-Poster-web1.jpg Bild
 
An der kalifornischen Küste nahe Monterey stand auf einer Klippe am Pazifik, so erinnert sich Ellen Foster (Betsy Drake), einst ein prachtvoll modernes Haus namens Hilltop. Es gehörte Jeff Cohalan (Robert Young), einem Stararchitekten, der für den mächtigen Bauunternehmer Ben Sheppard (Henry O’Neill) arbeitete… Eines Sonntagmorgens, Ellen wohnte - aus Minnesota kommend - zu Besuch bei ihrer Tante Amelia (Florence Bates, deren gotisch dräuende Violla Hilltop benachbart liegt, wollte Major Badger (Raymond Largay) Ellen, Tante Amelia und Jeff zu einem Kirchbesuch abholen. Aber Jeff war nicht in seinem Zimmer, das er zu der Zeit dort bewohnte, und die beiden Frauen und der Major waren alarmiert. Ellen rannte zur Garage, darin hörbar ein Motor lief. Nachdem die drei diese mit Mühe geöffnet bekamen, fanden sie Jeff in seinem Cabriolet, der sich offenbar versucht hatte umzubringen… Ellen Foster hatte Jeff Cohalan schon auf ihrer Reise nach Kalifornien in jenem Zug kennen gelernt, mit dem auch Dr. Raymond Hartley (Morris Carnovsky) zurück an seinen Wohnort reiste. Cohalan unterhielt die Frau mit einigen Wahrsagungen, die er alle den Informationen von Ellens Tante Amelia verdankte, und die junge Frau war amüsiert. Später traf er im Büro Ben und den mit Jeff seit einiger Zeit verfeindeten Kollegen Keith Ferris (John Sutton), demgegenüber Ben Sheppard nach Cohalans Fortgang offenbarte, dass er jenen schon seit Wochen so merkwürdig zerstreut und vergesslich fände. Tatsächlich litt Cohalan an Depressionen, die mit einem Ereignis seiner jüngsten Vergangenheit in Beziehung standen…
 
“If it weren't for bad luck I'd have no luck at all”, kommentiert Jeff Cohalan sein Film-Noir-Schicksal, als The Second Woman / Ellen bereits ins Dunkle und Mysteriöse driftet. Zu Beginnn aber berichtet die Erzählerin aus dem Off - Ellen Foster - zwecks Einleitung einer langen Rückblende von Hilltop, jenem luxuriösen Anwesen des Stararchitekten Jeff Cohalan, das heute eine Ruine ist - und der Zuschauer denkt sofort an Alfred Hitchcocks Rebecca (USA 1940), der ein Jahrzehnt zuvor genau diesen Einstieg wählte. Zudem geht es auch in The Second Woman / Ellen um die Last der Vergangenheit, den langen Schatten einer verstorbenen Geliebten - Vivian Sheppard (Shirley Ballard), Tochter von Jeffs Arbeitgeber, jenem väterlichen Freund und Mentor Ben Sheppard. Alfred Hitchcock ist auch im weiteren Verlauf präsent - Elemente aus Verdacht (USA 1941) und Spellbound - Ich kämpfe um dich (USA 1945), sind offensichtlich. Letzterer wurde zu Werbezwecken sogar auf den Filmpostern seiner Zeit erwähnt: “Not since Spellbound such a masterpiece of suspense!“ Das erste Drittel ein Melodram wird der Charakter des Films in seinem Verlauf deutlich dunkler, bis er im letzten Drittel im Film Noir angelangt ist. Die an der südkalifornischen Carmel Coastline angesiedelte Erzählung spart die Großstadt aus und lässt ihre einzige Femme fatale bis fast zum Ende des Films als eine Abwesende erscheinen. Atmosphärisch erinnert das Werk mit seinen gotischen Anklängen durchaus auch an den zwei Jahre zuvor erschienenen Film Noir The Amazing Mr. X / The Spiritualist (USA 1948).
 
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“There’s nothing wrong… There’s nothing right either.“ Das ist nicht nur eine der besten Antworten in Drehbuch und Film, es beschreibt auch das Dilemma dieser B-Produktion von Cardinal Pictures. Allzu deutlich stechen aus den teils unglaubwürdigen Handlungsweisen der Rollencharaktere, die an mehreren Stellen zu konstruiert wirken, die weit besseren Vorbilder Hitchcocks hervor. Manche Einzelszenen sind dagegen verblüffend gelungen. Robert Young (Kreuzverhör, USA 1947), Morris Canrnovsky (Gefährliche Leidenschaft, USA 1950) und der Engländer John Sutton erweisen sich als hochwertige Darsteller und Betsy Drake - in einer ihrer neun Filmrollen - ist immerhin solide. Hal Mohr war einer der großen Kameramänner des Schwarzweißkinos der Vierziger und Fünfziger und erarbeitete mit Joseph Losey, Don Siegel und Samuel Fuller einige Klassiker des Film Noirs. Im Ganzen zeigt sich The Second Woman / Ellen jedoch als ein inkonsistentes Auf und Ab - mit einer langen Einführung, einem guten Finale und einem kitschig-hausbackenen Schuss. Als Film-Noir-Freund kann man sich diesen Film dritten Ranges durchaus ansehen, zwingend ist er keinesfalls.
 
The Second Woman / Ellen ist heute ein Film der Public Domain und ist sowohl online als auch in diversen DVD-Editionen verfügbar. Die sind i.d.R. ungekürzt, im Originalformat und mit gut verstehbarem englischen Ton ohne Untertitel, jedoch bildtechnisch meist mäßig.
 

Film Noir | 1950 | USA | James V. Kern | Hal Mohr | Henry O'Neill | Morris Carnovsky | Robert Young | Steven Geray | Vince Barnett

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