Miami Vice

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Bewertung
**
Originaltitel
Miami Vice
Kategorie
Neo Noir
Land
USA/GER/PAR/URU
Erscheinungsjahr
2006
Darsteller

Colin Farrell, Jamie Foxx, Li Gong, Naomi Harris, Ciarán Hinds

Regie
Michael Mann
Farbe
Farbe
Laufzeit
132 min
Bildformat
Widescreen
 

 
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© Universal Pictures
 
Miami, Florida: Eine Flottille von Speedbooten, begleitet von Hubschraubern, rast in Richtung des Hafens, eins davon wird von den Police Detectives Sonny Crockett (Colin Farrell) und Ricardo Tubbs (Jamie Foxx) gesteuert. Am Quai werden sie auf Detective Stan Switek (Domenick Lombardozzi) aufmerksam, der verdeckt arbeitet, um an einen Zuhälter namens Neptune (Isaach De Bankolé) heranzukommen, der Switek eben einige dunkelhäutige Mädchen vorstellt, eine von ihnen angeblich Miss Cuba (Everlayn Borges)… Am Abend finden sich Crockett und Tubbs in Gesellschaft von Trudy Joplin (Naomie Harris), Detective Larry Zito (Justin Theroux), and Gina Calabrese (Elizabeth Rodriguez), in einem Nachtclub ein. In zwei geräumigen Cadillac Escalades fährt Neptune in Begleitung eines Dutzends hübscher Frauen und mehrerer Begleiter vor. Neptune geht auf Switek zu und bietet ihm einige der Prostituierten an, doch dem fällt auf, dass eins der Mädchen sehr verstört ist. Switek begibt sich mit zwei der Damen zum Fahrstuhl und Neptune und seine Jungs verziehen sich Richtung Ausgang, doch Tubbs beobachtet, wie Neptune das verunsicherte Mädchen besonders grob anfasst und nimmt die Verfolgung auf. Einer von Neptunes Begleitern stellt sich ihm in den Weg, doch Tubbs räumt ihn aus dem Weg. Indessen bekommt Crockett einen Anruf von einem völlig panischen Alonzo Stevens (John Hawkes), ehemals ein Informant der Polizei, welcher um das Leben seiner Freundin Lucianna fürchten muss…
 
”The mid-2000s saw a welcome return to neo-noir from directors Martin Scorsese and Michael Mann (…) Miami Vice added new layers of grit to the slick television series,“ heißt es in Alexander Balingers und Danny Graydons The Rough Guide To Film Noir (2007). Douglas Keesey, Professor für Film und Literatur an der California Polytechnic State University, widmet dem Film in seinem Buch Neo-Noir (2010) gleich mehrere Seiten. Und sogar das angesehene Lexikon des internationalen Films lobt Michael Manns „Versuch, mit Farben und Stilmitteln des Neo-Film-Noir Rituale und Umgangsformen in einer komplexen Welt wechselseitiger Grenzüberschreitungen zu beschreiben.“ Hand aufs Herz! Die US-amerikanische TV-Serie Miami Vice, die von 1984 bis 1989 mit Don Johnson und Philip Michael Thomas in den Hauptrollen in aller Welt 111 Episoden auf die Fernsehbildschirme brachte, war harmloses Krimifutter für die ganze Familie, und Michael Mann war ihr ausführender Produzent, mehr nicht. Kultstatus ergibt sich hier bestenfalls für diejenigen, die in der Zeit aufwuchsen und sich mit Wehmut an ihre Jugend erinnern: Blütenweiße Jacketts, Vokuhila-Frisuren, die Titelmusik von Jan Hammer und Songs von Phil Collins, Russ Ballard, Glenn Frey, etc. pp. All das schmerzt beim Wiedersehen, es ist trivial und klischeehaft, und Michael Manns an die Serie angelehnter Kinofilm transferiert die Attitüden der Vergangenheit ins Jahr 2006, ohne sich qualitativ davon abzuheben: Powerboats, Sportwagen, Maßanzüge, Luxusapartments und braungebrannte Athleten mit langbeinigen Miezen, die beiden Detektive so unbesiegbar wie Superhelden in Marvel Comics. Und auch im Kinofilm fehlt jede Ambivalenz in Sachen Gut und Böse, lässt man die völlig unglaubwürdige Transformation der Isabella, gespielt von Li Gong, einmal außen vor, die von einer Advokatin des “Teufels“ zu Sonny Crocketts handzahmer Geliebten wird.
 
“Why do I get the feeling everyone knows we're here 15 blocks out?” - “'Cause everyone knows we're here 15 blocks out.” Geradezu Oscarwürdige Dialoge in einem 135 Millionen US-Dollar teuren Trash-Machwerk, das einzig und allein auf Action, Ausstattung und spektakuläre Drehorte setzt und ebenso einzig und allein dem Mammon entsprungen und verpflichtet ist! Das Drehbuch ist von einer beispiellosen Leere, der Kriminalfall schockierend banal und die Rollencharaktere, großteils kompetent verkörpert, sind bemerkenswert leblos und holzschnittartig. Irgendwann erinnert man sich daran, dass es sich um die technisch aufgeputschte Kinofassung einer TV-Serie handelt und stellt fest, dass die vermeintliche Absicht auch umgesetzt wird. Trotz seines gewaltigen Budgets und einer Laufzeit von 140 Minuten (NTSC) im Unrated Director’s Cut wirkt Miami Vice wie eine gestreckte TV-Episode mit einer hanebüchenen Geschichte im Rahmen einer öden Inszenierung, so dass das Wachbleiben zur Herausforderung wird. Tja, und was hat Michael Manns Miami Vice mit dem Neo Noir zu tun? Ist es die von Li Gong verkörperte “Business Woman“ aka Femme fatale namens Isabella? Sind es die zwei, drei Bauernopfer auf dem Weg zum Showdown oder Crocketts innerer Zwist zum Schluss, so vorhersehbar wie der Rest des Streifens? Möglich… Doch zu guter Letzt ist es völlig unwichtig, denn Miami Vice lohnt sich weder als Neo Noir noch als Thriller. Diese 140 Minuten Lebenszeit sollte man auf jeden Fall in etwas Besseres investieren.
 
Gute BD- und DVD-Editionen (2008) der Universal Pictures Germany GmbH mit dem Film in einer Laufzeit von 132 Minuten (PAL), also vermutlich ungekürzt, Tonspuren auf Deutsch, Englisch, Japanisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, dazu optional Untertitel auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Koreanisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch und Mandarin, gleich zwei Mal ein Making of und noch ein Musikvideo als Extras.
 

Neo Noir | 2006 | USA | Michael Mann | Ciarán Hinds | Colin Farrell | Domenick Lombardozzi | Eddie Marsan | Isaach De Bankolé | John Hawkes | John Ortiz | Elizabeth Rodriguez | Li Gong

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