Killer wird gekillt, Der

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Bewertung
**
Originaltitel
The Girl Hunters
Kategorie
Post Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1963
Darsteller

Mickey Spillane, Shirley Eaton, Scott Peters, Guy Kingsley Poynter, James Dyrenforth

Regie
Roy Rowland
Farbe
s/w
Laufzeit
98 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Verlag für Filmschriften Christian Unucka
 
New York: Ein Polizeiwagen rast durch die Nacht, fährt in einen mit Müll voll gestellten Hinterhof, wo die beiden Streifenbeamten (Howard Greene, Grant Holden) im Schein ihrer Taschenlampen den ebenso alkoholisierten wie durch eine Schlägerei übel zugerichteten Privatdetektiv Mike Hammer (Mickey Spillane) auflesen. Sie wissen, dass Police Captain Pat Chambers (Scott Peters) seit einiger Zeit auf der Suche nach dem herunter gekommenen Detektiv ist, also funken sie ihn an und folgen schließlich der Order, ihn bei Chambers Zuhause abzuliefern. Hier ist auch der Polizeiarzt Dr. Larry Snyder (Guy Kingsley Poynter) anwesend, der sich bemüht, den angeschlagenen Detektiv wieder zu Bewusstsein zu bringen. Das gelingt zwar, doch ist Chambers derart schlecht auf Hammer zu sprechen, dass er ihn zum Entsetzen von Snyders gleich mit ein paar Faustschlägen traktiert. Allerdings braucht Chambers dringend Hammers Hilfe. Im städtischen Krankenhaus liegt der Matrose Richard Cole (Murray Kash) im Sterben, der mit der gleichen Schusswaffe schwer verwundet wurde, die vor einiger Zeit einen Politiker ums Leben brachte. Richard Cole will nur mit Hammer, den er niemals sah, über den Tathergang reden, also ist Chambers auf ihn angewiesen. Als Mike Hammer schließlich mit Cole spricht, erfährt er von jenem, dass dieser seiner seit 7 Jahren verschwundenen Assistentin und großen Liebe Velda begegnete. Mike Hammer ist schockiert zu erfahren, dass Velda möglicherweise noch am Leben ist. Aber Cole ist zu schwach, um ihm vor seinem Tod mehr als ein paar lose Hinweise zu geben…
 
Folgt man der Spur eines Filmstils und sieht über die Jahre eine Reihe von dazugehörigen Werken, ist normal, dass man Höhen und Tiefen erlebt, sich mit Meisterstücken und mit Wracks der Filmhistorie auseinandersetzen muss. Der Killer wird gekillt ist wohl eines der schlechtesten dem Film Noir zugerechneten Werke, die ich jemals sah. Ein erster Grund liegt schon in der Besetzung der Hauptfigur mit ihrem Autor, woraus die Produktionsfirma offensichtlich Kapital schlagen wollte. Dass ausgerechnet sein Schöpfer, Mickey Spillane die von ihm erdachte Romanfigur des Privatdetektivs Mike Hammer verkörpert, seit Harry Essex’ Der Richter bin ich (USA 1953) auch Bestandteil mehrerer Film Noirs aus Hollywood, ist als Marketing-Gag natürlich ein gefundenes Fressen. Doch die Sache - Wie könnte es anders sein? - geht gehörig nach hinten los. Der „Schauspieler“ Mickey Spillane ist derart untalentiert, dass seine Verkörperung des Privatdetektivs in einem ebenso einfältigen wie eintönigen Tough-Guy-Getue endet, das bestenfalls ans Laienspiel einer Schulklasse erinnert. Kurzum, seine Darstellungskunst ist schlicht indiskutabel. Wer glaubt, schon der genannte Der Richter bin ich sei aufgrund der Mike- Hammer-Besetzung mit Biff Elliot ein schlechter Film, was völlig richtig ist, sollte sich diesen Mumpitz hier auf keinen Fall antun. Allerdings lässt sich anfügen, dass viele der übrigen Akteure alles tun, um sich selbst aufs Niveau Mickey Spillanes herabzulassen, und es gelingt ihnen. Während man in vielen B-Filmen der Zeit ein konträr zum schmalen Budget gutes Schauspiel sieht, ist es hier mit beidem nicht weit her.
 
Bild Bild Bild
 
“I never hit dames... I always kick them.“ Hand aufs Herz! Das Skript ist nicht viel besser. Mit dem Roman The Girl Hunters (EA 1962) hatte der 44jährige Mickey Spillane die Figur Mike Hammers das erste Mal seit dem 10 Jahre zuvor erschienenen Kiss Me Deadly (EA 1952) überhaupt wiederbelebt. Das letztgenannte Buch ist dem Film-Noir-Connaisseur natürlich durch Robert Aldrichs in Deutschland als Rattennest (USA 1955) in die Kinos gelangten Film ein Begriff. Aber nur Aldrichs Werk mit A.I. Bezzerides (Gefahr in Frisco / Markt der Diebe, USA 1949) als dessen Drehbuchautor darf in mehrfacher Hinsicht als gelungene Adaption gelten, nicht zuletzt dank eines adäquat stilsicheren und glaubwürdigen Ralph Meekers in der Hauptrolle. Für Der Killer wird gekillt zeichneten Mickey Spillane selbst, zudem Regisseur Roy Rowland und der Produzent Robert Fellows für das Drehbuch verantwortlich. Roy Rowland (Heißes Pflaster, USA 1954) und Robert Fellows (Todesfalle von Chikago, USA 1949), zwei in die Jahre gekommene US-Amerikaner, hatten in den Vierzigern und Fünfzigern deutlich bessere Tage erlebt. Für Fellows wurde diese englische B-Produktion überhaupt die letzte seiner Karriere; Roy Rowland brachte es in den nächsten drei Jahren noch auf einige in Spanien gedrehte B-Filme - allesamt belanglos. Mit Lloyd Nolan wirkt ein weiterer Veteran der Vierziger in Der Killer wird gekillt mit, ein Machwerk, das letztlich den Niedergang des Film Noirs belegt, indem es den seinem Dschungel der Metropole schonungslos ausgesetzten Privatdetektiv als Alibi für Gewaltdarstellung und vermeintlich sexuell aufgeheizte Liebesszenen missbraucht. Letzteres gerät mit Mickey Spillane natürlich zur Lachnummer, was beinahe bedauerlich ist, da zumindest Shirley Eaton als engagierte und talentierte Darstellerin auftritt. Lange Rede, kurzer Sinn: Dieser Film ist, das sage ich selten, einfach Schrott.
 
In den USA erschien The Girl Hunters als bild- und tontechnisch topp restaurierte BD-Edition (2014), die den Film mit original englischem Ton erstmals ungekürzt im Originalformat präsentiert, Interviews mit Mickey Spillane und Shirley Eaton sowie einen Audiokommentar von Max Allan Collins als Extras.
 

Post Noir | 1963 | UK | Roy Rowland | Mickey Spillane | Lloyd Nolan

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