Dirty Work / Bad City

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Bewertung
****
Originaltitel
Dirty Work
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2006
Darsteller

Lance Reddick, Michael McGlone, Nutsa Kukhianidze, Austin Pendleton, Rich Komenich

Regie
Bruce Terris
Farbe
Farbe
Laufzeit
97 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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Chicago: Police Detective Derek Manning (Lance Reddick) hat eine Affäre mit Bridgette Geary (Meghan Maureen McDonough), einer Hure von Unterweltboss Julian Healy (Austin Pendleton) und ausgerechnet dessen persönliche Vorliebe. Sie bittet Manning um ihre Hilfe, doch der winkt ab. Neben seiner Tochter Annette (Quin Walters) hat der allein erziehende Polizist bei Julian 40.000 US-Dollar Schulden und mit seinem Partner Stark (Rich Komenich) alle Hände voll zu tun, um das Geld von Kriminellen einzutreiben, gern auch mit roher Gewalt. Zur gleichen Zeit arbeitet Staatsanwalt Frank Sullivan (Michael McGlone), einer von Mannings direkten Vorgesetzten, an seiner politischen Karriere, nachdem in der Stadt die Kriminalitätsrate um 11% gestiegen ist. Neben seiner steifen Art steht ihm dabei jedoch seine Frau Kylie (Karin Anglin) im Weg, die Alkoholikerin ist und ihn rund um die Uhr verspottet. Die polnische Auswanderin Lena (Nutsa Kukhianidze) ist Zimmermädchen in einem Luxushotel, das von Julian als Austragungsort für viele seiner Partys genutzt wird. Als Bridgette heute bei Julian Healy vorbeischaut und mit ihm ein Schäferstündchen verbringt, erklärt er ihr, dass sein Bodyguard Victor (Keith Kupferer), zugleich Derek Mannings Kontaktmann, sie zu der Verabredung mit ihrer angeblichen Freundin Cindy fahre. Bridgette Geary ahnt, was es zu bedeuten hat, und tatsächlich wird sie bald darauf tot aufgefunden. Am Tatort treffen Stark und Manning in dieser Nacht mit Frank Sullivan zusammen…
 
“I admire you coming here though, sort of appealing to the emperor’s good side. The only thing is... I don’t really have a good side.” Austin Pendletons Rollencharakter, Gangsterboss Julian Healy, ist in Rick Roses und Bruce Terris Drehbuch ebenso bemerkenswert angelegt, wie er vom Schauspieler dargestellt wird. Die doppelte Meisterleistung wertet den B-Film, der Dirty Work / Bad City eindeutig ist, um einen vollen Stern auf. Julian Healy kann mit den großen Ganoven im Film Noir der Vierziger und Fünfziger mithalten - mit George Macready als Ballin Mundson in Gilda (1946) oder mit Alexander Scourby als Mike Lagana in Heißes Eisen (USA 1953). Er ist eine heutige, zeitgemäße Variante dieser Männer und genauso wird er von Regisseur Bruce Terris inszeniert. Auch der Filmkritiker Roger Ebert hat das gesehen und Pendletons Verdienst in der ihm eigenen Weise zusammegefasst: “All by himself, he budges "Dirty Work" out of the ordinary and brings it a kind of bizarre energy.“ Das trifft es zu 100%, doch abgesehen davon, dass die Geschichte eine Reihe interessanter Wendungen bezüglich ihrer Charaktere nicht immer glücklich verzahnt, ist die Basis dieses Neo Noirs solide. Auch dank seiner Schauplätze in Chicago und eines nuancierten Interesses am Werdegang seiner wichtigsten Personen kann der Film den Zuschauer fesseln. In den USA erhielt er aufgrund seines sichtbar geringen Budgets und der Abwesenheit jeglichen Hollywood-Glamours vom Publikum schlechte Kritiken. Nicht eine Identifikationsfigur mit Vorbildcharakter findet sich - stattdessen durch und durch korrupte und zu jedem Verbrechen bereite Überlebenskünstler, Wölfe unter Wölfen in einer Neo-Noir-Welt vom Schlag Abel Ferraras.
 
“It's a complex, twisty, thickly populated story, told fairly well, which tries (…) to revive the smart, hard-bitten tradition of such '70's neo-noirs as "The Friends of Eddie Coyle" and "Serpico”, schrieb Michael Wilmington für die Chicago Tribune. Und das ist richtig, nur dass Bruce Terris Dirty Work / Bad City nicht die Aufmerksamkeit zuteil wurde oder wird, wie sie noch in den Neunzigern Abel Ferraras Bad Lieutenant (USA 1992) für sich verbuchen konnte. Dies hat u.a. darin seine Ursache, weil Hollywood in dem Segment auch stets mit A-Filmen zu punkten trachtet. Trotz David Bloods exquisiter Kameraarbeit oder den darstellerischen Leistungen von Lance Reddick, Austin Pendleton und Keith Kupferer ist der Film nach Veröffentlichung als DVD unterm Titel Bad City nahezu untergegangen. Eine große Produktion wie Gesetz der Straße - Brooklyn’s Finest (USA 2009) von Antoine Fuqua – Richard Gere, Wesley Snipes und Ethan Hawke in den Hauptrollen – ist nicht weit von Dirty Work / Bad City entfernt, erfährt aber eine ganz andere Verbreitung und Publikumsresonanz. Somit sei dem Film-Noir-Freund dieser zu Teilen wahrhaft schmutzige und fiese Thriller empfohlen, der kein Meisterwerk ist, doch vor allem durch Austin Pendletons schlicht grandiosen Schurken Julian Healy überzeugt.
 
Sehr gute und meist preisgünstige US-DVD von Screen Media Films (2006) ohne Regionalcode mit dem Film ungekürzt im Originalformat und dem englischen Ton, dazu optional spanische Untertitel. Extras gibt es keine.
 

Neo Noir | 2006 | USA | Bruce Terris | Keith Kupferer | Meghan Maureen McDonough | Nutsa Kukhianidze

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