November

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Bewertung
***
Originaltitel
November
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2004
Darsteller

Courteney Cox, James LeGros, Michael Ealy, Nora Dunn, Anne Archer

Regie
Greg Harrison
Farbe
Farbe + s/w
Laufzeit
79 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Sunfilm Entertainment GmbH
 
Los Angeles: Die Fotografin und College-Dozentin Sophie Jacobs (Courteney Cox) und ihr Freund Hugh (James LeGros), ein Rechtsanwalt, sind nach einem Restaurantbesuch auf dem Weg nach Hause. Es ist schon spät, aber Sophie hat zum Erstaunen von Hugh stets Hunger. Sie parkt ihren Wagen vor Lolo’s Market und schickt Hugh, der sein Portemonnaie heute Abend nicht bei sich hat, mit einer Dollarnote und der Bitte um Schokolade in das Geschäft. Als Hugh eben zur Kasse geht, wo der Inhaber Adnan (Dori Mizrahi) und dessen Sohn George (Amir Talai) hinter dem Tresen stehen, zieht ein junger Mann (Matthew Carey) seinen Revolver. Er verlangt von den Geschäftsbetreibern die Einnahmen und von Hugh sein Portemonnaie. Als der angibt, dass er es nicht bei sich sondern im Wagen habe, drückt der Dieb kaltblütig ab… Sophie betritt das Treppenhaus eines Wohnblocks, wo sie auf den Fahrstuhl zusteuert. Obwohl sie wiederholt die Taste drückt, kommt er nicht, so dass sie über die Treppe empor steigen muss. In einer Praxis hat sie eine Sitzung bei ihrer Psychotherapeutin Dr. Fayn (Nora Dunn). Sophie Jacobs erklärt ihr, dass sie unter starken Kopfschmerzen leide. Ihr Freund sei vor vier Wochen beim Überfall auf ein Lebensmittelgeschäft ums Leben gekommen. Doch die Kopfschmerzen hätten schon früher begonnen, als sie nämlich mit dem Studenten Jesse (Michael Ealy) eine Affäre begonnen habe. Hugh, der stets viel hatte arbeiten müssen, habe davon nie was mitbekommen, denn sie selbst habe es verheimlicht…
 
“November (…) owes more to Jacob's Ladder (USA 1990) - the tale of a Vietnam Vet suffering from enigmatic flashbacks and aided by an angelic chiropractor - than to neo-noir or the Lynch oeuvre”, urteilte Elaine Wolff im San Antonio Current. “November is a neat little twisty thriller that lets us inside post traumatic stress. Director Greg Harrison uses visuals very effectively around a sympathetically volatile Courteney Cox as a photographer / teacher…” meint Journalistin Nora Lee Mandel in ihrer sauber recherchierten Bestandsaufnahme zum Neo-Noir-Kino namens Noir Night Out. Beides ist keineswegs falsch, aber so verschieden wie diese Aussagen und so instabil wie Courteney Cox als Sophie Jacobs so ist auch der Film im Ganzen. Er macht es seinem Publikum nicht leicht, woran nichts auszusetzen ist, im Gegenteil! Eine abrupte Schnittfolge und der Wechsel zwischen wackeliger Handkamera, den Projektionen von Diapositiven oder der Videoästhetik einer Überwachungskamera fordern in Kombination mit der oft ebenso irritierenden Tonmischung vom Zuschauer viel Aufmerksamkeit. Lee Baldwins Musik passt zur eindeutig von Davis Lynch beeinflussten Filmästhetik und in der verwendeten Interpretation von Bosco Manns “Make It Good To Me” durch Sharon Jones and The Dap-Kings heißt es: “Tomorrow may not ever come...“
 
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© Sunfilm Entertainment GmbH
 
November erinnert nicht nur ans Neo-Noir-Kino David Lynchs sondern auch an Christopher Nolans Memento (USA 2000) und die Art, wie Sophie Jacobs Fotografien das Puzzle der Geschehnisse in jenen Minuten im Lolo’s Market rekonstruieren helfen sollen, ruft einen Film wie Michelangelos Antonionis Blow Up (UK/ITA/USA 1966) ins Gedächtnis. Aber so sehr sich Regisseur Greg Harrison, der zugleich für den Schnitt verantwortlich zeichnete, im Detail bemüht, so sehr zeigen sich im Großen die Schwächen. Das Schauspiel von Courteney Cox ist nicht grandios, doch in der Darstellung der Sophie Jacobs glaubhaft. Demgegenüber wirkt James LeGros (Guncrazy – Junge Killer, USA 1992) als Hugh deplatziert - eigentümlich steif und ohne Chemie mit seiner Partnerin. Bis in Nebenrollen erscheinen auch die übrigen Rollencharaktere farblos, als würden sie von all der Schnitttechnik und der Fotoästhetik an den Rand gedrängt. November ist auf seine Erzählweise fokussiert, die jedoch die Erzählung selbst nicht mit Leben füllt. Außer im Finale, das trotz aller Tricks vorhersehbar wird und auch filmhistorisch keinesfalls neu ist, gibt es keine Szene, die einen berührt oder die Charaktere in ihrer Motivation erschließen hilft. So lassen einen die Menschen in November und so lässt einen dieser Film zuletzt kalt. Das ist schade, denn an vielen Stellen blitzt in dem raffiniert montierten Werk auf, dass mehr drin gewesen wäre, hätte das Skript mehr Sorgfalt auf die Rollencharaktere, ihre Geschichte und ihre Konflikte gelegt. Und hätte man davon erzählt, anstatt nach 69 Minuten Film einen 10minütigen Nachspann zu präsentieren.
 
Sehr gute deutsche DVD-Edition von Sunfilm Entertainment GmbH (2006), die den Film ungekürzt im Originalformat, mit wahlweise deutscher oder englischer Tonspur, optional deutschen Untertiteln und inklusive einiger Extras präsentiert: zwei Audiokommentare, einen alternativen Beginn, ein Making Of und Bildergalerien.
 

Neo Noir | 2004 | USA | Greg Harrison | James LeGros | Courteney Cox

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