McCanick - Bis in den Tod

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Bewertung
***
Originaltitel
McCanick
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2013
Darsteller

David Morse, Cory Monteith, Mike Vogel, Rachel Nichols, Ciarán Hinds

Regie
Josh C. Waller
Farbe
Farbe
Laufzeit
92 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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Philadelphia, Pennsylvania: Der Polizeibeamte Eugene „Mack“ McCanick (David Morse) lebt allein und geht wie jeden Morgen auch heute zum Dienst. Seit sieben Jahren ist er von Frau Jenny und von Sohn Chris getrennt, letzterer erlebt selbst im Polizeidienst seinen ersten Aufstieg, was jedoch des Vaters Missbilligung findet. Auf dem Weg holt er bei Julius (Franklin Ojeda Smith) seinen Anzug aus der Reinigung, den ihm einst seine Frau besorgte. Für heute Abend hat er sich mit seinem Sohn Chris in einem Restaurant verabredet, das erste Treffen von Vater und Sohn nach vielen Jahren… Auf dem Revier trifft kurz nach MacCanick auch dessen Partner Floyd Intrator (Mike Vogel) ein, der sich im Türrahmen noch von seiner Frau Amy (Rachel Nichols) verabschiedet. Das junge Paar hat heute Abend selbst eine Verabredung, bei der Floyd den Kochlöffel wird schwingen müssen. Amy findet Eugene McCanick, der vom Schreibtisch aus grüßt, recht unheimlich, doch Floyd erzählt ihr, dass sein Partner in den letzten Tagen ungewöhnlich guter Dinge sei. Captain Jerry Quinn (Ciarán Hinds)trommelt seine Männer zur Morgenbesprechung zusammen. Doch er hat ihnen einzig mitzuteilen, dass heute der 59. Geburtstag von Eugene Wellington McCannick sei. Letzterer ist schon längst nicht mehr guter Laune. Ein Schreiben in seiner Post hat ihn darüber informiert, dass Simon Weeks (Cory Monteith) nach 7 Jahren Haft für den Mord am Kongressabgeordneten Joe Langley seit bereits drei Monaten wieder auf freiem Fuß sei…

 

“I hate pawnshops. They're the unwiped assholes of commerce.” Es gibt viele Cop-Thriller aus den letzten 25 Jahren, die in vergleichbarer Weise dem Neo Noir zuzurechnen sind, darunter exzellente Werke wie Abel Ferraras Bad Lieutenant (USA 1992), Joe Carnahans Narc (USA 2002), Nick Murphys Blood (UK 2012) oder Oren Movermans Rampart - Cop außer Kontrolle (USA 2011). Doch während Woody Harrelson als Detective David Douglas Brown in Rampart - Cop außer Kontrolle eine enorm komplexe Figur ist und das auch über die Strecke des Films deutlich wird, findet der Zuschauer erst in den letzten 15 Minuten von McCanick - Bis in den Tod den Zugang zur zentralen Figur und dem Hintergrund seiner Beziehung zum ex-Strichjungen Simon Weeks. Die beiden teilen ein Geheimnis in ihrer Vergangenheit und letzteres ist auch Handlungstreiber des Films. Die nur allmähliche Enthüllung dessen ist einerseits ein Kunstgriff des Spannungsaufbaus, andererseits verhindert sie den Zugang zum ansonsten zwar gepeinigten, oft jedoch etwas simpel erscheinenden Charakter des in die Jahre gekommenen Polzeibeamten. Drehbuchautor Daniel Noah und Regisseur Josh C. Waller sind in vieler Hinsicht auf dem richtigen Weg. So manches an und in ihrem gemeinsamen Werk zeigt Klasse und ist immerfort kurz davo, richtig gut zu sein. Aber dann verhindert eine klischeehafte Wendung, eine letztlich redundante Szene oder einfach ein unglaubwürdiger nächster Schritt den Durchbruch. So lässt Captain Quinn den vermeintlich auf einem Rachefeldzug wider Simon Weeks befindlichen McCanick zur Fahndung ausrufen, wird seiner auch habhaft und lässt ihn dann laufen, ohne ihn weiter zu beaufsichtigen. Und ausgerechnet Simon Weeks spielt seinem Peiniger jene Waffe zu, mit der letzterer erneut Jagd auf sein Opfer macht. Trotz eines gelungenen und sogar mutigen Endes muss der Zuschauer auf dem Weg dorthin zu vieles in dieser Art schlucken.

 

David Morse (Indian Runner, USA 1991) ist ein herausragender Charakterdarsteller und er trägt diesen Film von der ersten bis zur letzten Einstellung. Auch Cory Monteith, der bereits vor der Premiere dieses Films mit nur 31 Jahren an einer Überdosis Heroin tragisch verstarb, liefert eine überzeugende Leistung ab. Kameramann Martin Ahlgren (Revenge Of The Green Dragons, HK/USA 2014) konnte mich gleichfalls überzeugen. Der an vielen Originalschauplätzen in Philadelphia gedrehte Film bemüht sich um eine authentisch schmutzige Optik, von der auch vergleichbare Filme wie John Hillcoats Triple 9 (USA 2016) stark zehren. Ich hege aber den Verdacht, dass McCanick - Bis in den Tod digital gedreht wurde und nicht analog auf 35-mm-Film, und während ich derlei oft nicht mal wahrnehme, hat mich die Video-Ästhetik in einigen Einstellungen des Films doch etwas irritiert. Alles in allem bleibt McCanick - Bis in den Tod leider ein mittelmäßiger Neo Noir, der für viele Cineasten bloß als der letzte Film mit Cory Monteith und wegen der Leistung von David Morse überhaupt nennenswert ist.

 

Sehr gute deutsche BD- und DVD-Editionen (2014) der NEW KSM mit dem Film ungekürzt im Originalformat inklusive der englischen Tonspur und einer deutschen Synchronisation, dazu optional deutsche Untertitel sowie ein Behind The Scenes, den Kinotrailer und eine Bildergalerie als Extras.

 


Neo Noir | 2013 | USA | Josh C. Waller | Ciarán Hinds | David Morse

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