Break Up

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Bewertung
****
Originaltitel
Break Up
Kategorie
Neo Noir
Land
CAN/USA
Erscheinungsjahr
1998
Darsteller

Bridget Fonda, Kiefer Sutherland, Hart Bochner, Steven Weber, Penelope Ann Miller

Regie
Paul Marcus
Farbe
Farbe
Laufzeit
101 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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Los Angeles, Kalifornien: Die Eheleute Frankie (Hart Bochner) und “Jimmy“ Dade (Bridget Fonda) finden beim gemeinsamen Sex immer zu einer enormen Intensität. Indessen Frank am Morgen duscht, teilt Jimmy ihm mit, dass das Frühstück fertig sei. Im Schlafzimmer entnimmt sie Franks Geldbörse heimlich einige  Banknoten. Als sie das Geld in der Küche in eine Gewürzdose steckt, wird sie von Frank dabei gesehen, der aber nicht realisiert, was sie tut. Später betritt Jimmy eine Bank. Deren Kassiererin (Susan Barnes) kennt die junge Frau bereits und quittiert ihre Bareinzahlung aufs Sparkonto mit freundlichen Worten. In Franks Camaro fährt Jimmy zu ihrer Schwester Shelly (Leslie Stefanson), die vor dem Fernseher sitzt und für Jimmy ein T-Shirt besorgt hat. In ihrer Küche ist der Backofen defekt, den Jimmy zu reparieren hofft, als Frankie bei Shelly anruft und Jimmy mitteilen lässt, dass sie ihn bitte abholen solle. Sie fährt zu der Billardhalle mit Bar, wo Frank verkehrt, doch Barkeeper Nike (Hal Landon jr.) teilt ihr mit, dass Frankie schon gegangen sei. Eine Frau namens Grace (Penelope Ann Miller) hört, dass Jimmy wohl Frankie treffen wird. In Unkenntnis ihrer als Ehefrau gibt sie Jimmy für Frank ihre Telefonnummer mit. Als Jimmy vor ihrem Haus parkt, beschwert sich ihr Nachbar (Charles Noland), dass Frank erneut seinen Wagen gerammt habe. Zuhause ist Frankie gegenüber seiner Frau abweisend und kühl, indessen sie sich für ihr Zuspätkommen entschuldigt. Doch es hilft ihr nicht mehr. Wie schon oft wird Frankie plötzlich gewalttätig und prügelt auf Jimmy ein, die vor einem Jahr nach einer Attacke bereits ihr Gehör verlor…

 

“Do you believe her?” - “No. But this is America, and you can lie all you want here.“ Während Neo Noirs wie John Dahls Red Rock West (USA 1994), Steven Soderberghs Die Kehrseite der Medaille (USA 1995) oder Oliver Stones U-Turn - Kein Weg zurück (FRA/USA 1997) sich eines über die Jahre gewachsenen Kultstatus’ erfreuen, gibt es andere, die komplett ignoriert und mit Schimpf und Schande bedacht werden. Noch mehr als Everybody Wins - Ein schmutziges Spiel (UK/USA 1990) oder Browns Requiem (USA 1998) fällt der Neo Noir Break Up, eine Kooperation des englischen Regisseurs Paul Marcus und der US-Autorin Anne Amanda Opotowsky, aus jedem Raster und wird von seinen (wenigen) Kritikern einhellig als Fehlschlag abgeurteilt. Mir persönlich ist das schleierhaft. Der Film zeichnet sich durch eine herausragende Bridget Fonda in einem durchweg guten Ensemble, durch ein stets solides und teils subtiles Drehbuch sowie durch eine exzellente Kameraarbeit und eine bruchlose Dramaturgie aus. Liegt es an Sätzen wie dem eingangs zitierten, der in einer kanadischen Produktion ungern gehört wird? Ist schon die sensibel gefilmte Sexszene des Vorspanns für Amerikaner zuviel des Guten? Können Frauen im Film Noir oder im Neo Noir nur als teuflische Femme fatale punkten, zu der Bridget Fondas so ungeschminktes wie vielschichtiges Portrait der Jimmy Dade zwischen Kleinbürgerin und “White Trash“ die Antithese ist? In Compton Bennetts Aus dem Tagebuch eines Henkers (UK 1948) spielt Ann Todd eine seelenverwandte Figur, die obendrein “Frankie“ heißt und ihre weiblich fragile Natur ebenfalls hinter dem Schutz eines Männernamens verbirgt. Auch sie gerät zu einem skrupellosen Mann in eine sexuelle Abhängigkeit, für die Zensurbehörde seinerzeit ein Stein des Anstoßes.

 

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© Splendid Film GmbH

 

Exakt 27 Jahre vor Break Up verkörperte Jane Fonda in Alan J. Pakulas Klute (USA 1971) eine Prostituierte auf der Flucht, der Donald Sutherland als Privatdetektiv zur Seite steht. Bridget Fonda, die Nichte Janes Fondas, sowie Kiefer Sutherland, der Sohn Donald Sutherlands, finden sich hier in einer ähnlichen Konstellation, - auch das Telefon spielt eine zentrale Rolle - demgegenüber die Autorin Opotowsky nicht der Versuchung auf den Leim geht, die für so ein Verhältnis typischen Klischees zu bedienen. Sicher, Break Up ist kein Meisterstück, dafür folgt das Werk in der Schlussphase zu sehr dem für einen Thriller typischen Takt. Im Gegenzug scheinen Kritiker und Publikum hier der Spur ihrer Erwartungen zu folgen und sich einzig auf der Suche nach einem Thriller zu befinden, demgegenüber die Geschichte selbst fast immer ignoriert wird. Dabei sind die Rollencharaktere vollends glaubwürdig und nicht ansatzweise so albern überzogen wie viele jener in Kultfilmen, die dafür gefeiert werden. In einem Motelzimmer fern von Zuhause sieht Jimmy Dade des Nachts im Fernsehen den Film Noir Detour (USA 1945) - eine junge Frau unter Mordverdacht in einer aussichtslosen Lage und in einer verhängnisvollen Beziehung. Musik und Songs von Steve Wynn, John Doe, Mazzy Star, OP8 mit Lisa Germano, Jimmie Dale Gilmore und anderen ergänzen das Szenario perfekt. Dass die meisterhafte Leistung Bridget Fondas so wie der Film selbst seinerzeit und auch heute keine Beachtung fand bzw. findet, ist mehr als bedauerlich und wird sich in Zukunft hoffentlich ändern. Lange Rede, kurzer Sinn: Geheimtipp!

 

Die frühe deutsche DVD-Edition (1999) der Splendid Film GmbH mit ihrem Zweittitel Nackte Gewalt hat den eklatanten Nachteil, dass kein englischer Ton und obendrein bei ungekürzter Lauflänge der Film im falschen Bildformat - nämlich Vollbild (4:3) und nicht Widescreen anamorph (16:9) - beinhaltet ist. Die US-Edition (2005) der Buena Vista Home Entertainment, Inc. schafft Abhilfe und zeigt den Film ungekürzt im richtigen Bildformat mit englischem Ton und optional englischen Untertiteln, das Ganze leider ohne Extras.

 

Neo Noir | 1998 | USA | Paul Marcus | Kiefer Sutherland | Mike Hagerty | Bridget Fonda

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