L.A. Confidential

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Bewertung
*****
Originaltitel
L.A. Confidential
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1997
Darsteller

Guy Pearce, Kevin Spacey, Russell Crowe, Kim Basinger, James Cromwell

Regie
Curtis Hanson
Farbe
Farbe
Laufzeit
132 min
Bildformat
Widescreen
 

 

BildBildBild
© Warner Bros.
 
Los Angeles, 1952: Sergeant Edmund Exley (Guy Pearce), Sohn eines ermordeten Inspektors und frisch von der Polizeiakademie, ist als Karriereanwärter bei seinen Kollegen unbeliebt. Sergeant Jack Vincennes (Kevin Spacey) ist ein glatter, mit Hollywood vernetzter Cop, der als Berater für die TV-Serie „Badge of Honor“ und Informant für den Journalisten Sid Hudgens (Danny de Vito) vom Skandalblättchen „Hush Hush“ sein Gehalt aufzubessern weiß. Officer Wendell "Bud" White (Russell Crowe) ist ein als gewalttätig bekannter Polizist, der gern auf eigene Faust handelt. Als am Heiligabend in der Polizeistation einige Gefangene brutal verprügelt werden, sorgt Edmund Exley als Zeuge dafür, dass Bud Whites Partner, der korrupte Sgt. Dick Stensland (Graham Beckel) vom Dienst suspendiert wird – gegen den Rat seines Vorgesetzten und Proteges, Captain Dudley Smith (James Cromwell). Der ambitionierte Ed Exley wird zum Detective Lieutenant befördert – und Bud White schwört Rache. Doch ein Blutbad mit sechs Toten in einer Bar namens „Nite Owl“ zwingt die drei Polizisten, gemeinsam an einem Fall zu arbeiten, denn unter den Opfern ist auch Stensland. Ihre Ermittlungen führen sie in einen Strudel aus Drogenhandel, Prostitution und Bestechung – und White auf die Spur des Callgirls Lynn Bracken (Kim Basinger), die mit dem reichen Pierce Patchett (David Strathairn) verbandelt ist, der seinen Kunden gern Besonderes bietet...
 
Kein Neo Noir nach Chinatown (1974) vermochte die Atmosphäre einer vergangenen Ära so eindringlich und glaubwürdig zu rekonstruieren wie L.A. Confidential. Der Film lebt von einer klassischen Film-Noir-Handlung mit Fallstricken und überraschenden Wendungen – vor allem aber von seinen Charakteren. Sie sind durch und durch ambivalent, vielschichtig und in keinem einzigen Fall in Schubladen zu ordnen. Regisseur Curtis Hanson gab an, dass ihn genau das an der gleichnamigen Buchvorlage James Ellroys so fasziniert habe, weit mehr als die Story selbst. Die Schauspieler sind perfekt gewählt und überzeugen in ihren versierten Darstellungen bis zum Schluss. L.A. Confidential wurde vom Kinopublikum und von den Kritikern positiv aufgenommen und wurde für neun Oscars nominiert. Davon gab es am Ende immerhin zwei: für Kim Basinger als die beste Schauspielerin in einer Nebenrolle und für Curtis Hanson und Brian Helgeland für das beste adaptierte Drehbuch.
 
Trotz vieler Subplots und der Komplexität seiner Haupthandlung bringt L.A. Confidential seine Sache mit Tempo voran und verliert nie den Anschluss an seine Voraussetzungen. Die Hommage an den klassischen Film Noir verdankt sich der Liebe zum Detail, doch hat Hanson mit Blick auf die Fotografie und die technische Umsetzung bewusst auf einen allzu nostalgischen Look verzichtet. Zwecks Vorbereitung des Drehs in der Stadt Los Angeles zeigte er seiner Crew und den Schauspielern mehrere Film Noirs, u.a. Robert Aldrichs Rattennest (1955) sowie Hölle 36 (1954) und Der Henker ist unterwegs (1958), die letzten beiden jeweils von Don Siegel. Vor allem überzeugt an Curtis Hansons Neo Noir aber dessen über weite Strecke´n herausragendes Drehbuch. Lynn Bracken zu Bud White: "You're the first man in five years who didn't tell me I look like Veronica Lake inside of a minute."
 
Die BD und auch die DVD-Ausgabe von Warner Bros. bringen den Film - wie nicht anders zu erwarten - in einer jeweils qualitativ hochwertigen Edition: deutsche, englische, spanische Tonspuren, haufenweise Untertitel, und neben dem original US-Kinotrailer noch drei kurze Dokumentationen als Extras. Ein Muss für jeden Cineasten und einer der 10 besten Neo-Noir-Filme aller Zeiten!
 

Neo Noir | 1997 | USA | Curtis Hanson | James Ellroy | Dante Spinotti | Russell Crowe | Kevin Spacey | Jim Metzler | James Cromwell | Jack Conley | Guy Pearce | Danny DeVito | Kim Basinger

Submitted by Gast (nicht überprüft) on 14. Juni 2013 - 9:41

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Gestern Abend zum ersten Mal angeschaut. Sicher: "L.A. Confidential" ist ein wenig besser und atmosphärischer als manch andere Beiträge der "Neuzeit". Doch um mit den besten der alten Film Noirs mitzuhalten, fehlt einfach etwas.

Kurz vor "L.A. Confidential" habe ich mir Robert Siodmaks klassischen "Gewagtes Alibi" (1948) mal wieder reingezogen. Ein Russell Crowe ist im Vergleich eben kein Burt Lancaster; auch die Ausstrahlung eines Dan Duryeas wird von keinem der Darsteller in "L.A. Confidential" erreicht, noch besitzt Regisseur Curtis Hanson das Gespür und die Stilsicherheit Robert Siodmaks. Noch vor dem oben vom Autor erwähnten "Chinatown" (1974) von Roman Polanski bleibt Sergio Leones düsteres Gangsterepos "Es war einmal in Amerika" (1984) bis auf weiteres für mich das einzige untadelige Ausnahmewerk des Genres aus den vergangenen 40 Jahren.

Submitted by Gast (nicht überprüft) on 15. Juni 2013 - 10:05

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Neben alten Klassikern hat Regisseur Hanson Anleihen beim jüngeren Hollywoodfilm genommen: Der grobe Griff ans Gemächt in der Bar, um dem zwielichten Johnny Stompanato weitere Informationen zu entlocken, ist offenkundig von Gene Hackmann in "Mississippi Burning" (1988) inspiriert. Und die Figur des Ed Exley weist optisch wie inhaltlich große Ähnlichkeit mit Willem Dafoe alias Alan Ward auf. Auch Brillenträger Dafoe entwickelt sich in "Mississippi Burning" im harten Alltagsgeschäft an der Seite von Hackman vom zimper- und zögerlichen Musterabsolventen der Kriminalakademie zum tatkräftigen Aufräumer.

Das entspannte Happy End von "L.A. Confidential" - beide Hauptdarsteller plus Glamourfrau überleben, der korrupte Oberbulle wird zur Strecke gebracht - war sicher mit ein Grund für die zahlreichen Oscar-Nominierungen.

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